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19 Kilometer illegale Treibnetze beschlagnahmt

19 Kilometer illegale Treibnetze beschlagnahmt

Sea Shepherd hat die neunte Saison von OPERATION SISO im südlichen Tyrrhenischen Meer gestartet und direkt einen bedeutenden Erfolg erzielt. In einer 72-stündigen gemeinsamen Aktion mit der italienischen Guardia di Finanza und der Küstenwache wurden Anfang des Monats vor der Küste Kalabriens insgesamt 19 Kilometer illegale Treibnetze sichergestellt sowie mehrere verfangene Tiere befreit.

Entdeckung der illegalen Netze

Der Einsatz begann am 6. Juni, als die SEA EAGLE von der operativen Luft- und Seeeinheit der Guardia di Finanza einen Hinweis auf ein illegal ausgebrachtes Treibnetz erhielt. Zwei tote Teufelsrochen wurden von der Besatzung in einem Treibnetz mit einer Maschenweite von 45 Zentimetern vor Ort entdeckt. Diese Netzart ist seit 2002 im gesamten Mittelmeer verboten.

Hinweise auf systematische illegale Fischerei

Bereits einen Tag zuvor hatte die Besatzung in denselben Gewässern ein weiteres verlassenes Netz geborgen, in dem sich drei tote Delfine befanden, darunter ein neugeborenes Kalb.

Das Material, die Schwimmer und die Bojen stimmten exakt mit dem Netz überein, in dem die beiden verendeten Rochen gefunden wurden.  Dies deutete auf ein System großflächiger illegaler Fischerei hin. Angesichts des Ausmaßes der Bedrohung starteten die Guardia di Finanza, die italienische Küstenwache sowie die SEA EAGLE und die SPITFIRE von Sea Shepherd dreitägige, durchgehende Patrouillen entlang der kalabrischen Küste, um die Verantwortlichen aufzuspüren.

Insgesamt wurden bei den Patrouillen 19 Kilometer illegaler Treibnetze beschlagnahmt und mehrere Tiere lebend befreit, darunter vier stark gefährdete Teufelsrochen, ein Mondfisch und eine Unechte Karettschildkröte. Die Besitzer der Netze konnten bisher nicht ermittelt werden.

19 Kilometer illegale Treibnetze beschlagnahmt
Die im illegalen Treibnetz gefangenen Tiere werden befreit.

Neun Jahre OPERATION SISO

In diesem Jahr findet die Kampagne bereits zum neunten Mal in Folge statt. Sie ist benannt nach einem jungen Pottwal, der 2017 auf den Äolischen Inseln tot aufgefunden wurde, nachdem er sich in einem illegalen Treibnetz verfangen hatte. Sein Skelett ist heute im Meeresmuseum MuMa in Milazzo, Sizilien, ausgestellt, unweit des Ortes, an dem die diesjährige Aktion stattfand. Seit Beginn der Kampagne im Jahr 2018 arbeitet Sea Shepherd Italien gemeinsam mit der Küstenwache und der Guardia di Finanza daran, illegale Fanggeräte aus dem Tyrrhenischen Meer zu entfernen. Dank dieser Partnerschaft, konnte die illegale Fischerei in diesem Gebiet seit 2022 um 70 % reduziert werden.

19 Kilometer illegale Treibnetze beschlagnahmt
Tag und Nacht

Was wurde diese Saison schon erreicht?

Über den oben beschriebenen Einsatz hinaus hat die Kampagne durch tägliche Patrouillen entlang der Küste bereits weitere Ergebnisse erzielt:

  • 15 km illegale Langleinen mit fast 400 Haken wurden von der SPITFIRE beschlagnahmt.
  • Eine illegale Langleine mit 100 Haken zum Fang von Blauflossen-Thunfisch wurde gefunden, an ihr hing noch ein toter, 270 kg schwerer ausgewachsener Thunfisch.
  • Vier Lockbojen wurden von der SEA EAGLE entfernt.
  • Weitere kilometerlange verlassene Treibnetze wurden geborgen und fachgerecht entsorgt.
19 Kilometer illegale Treibnetze beschlagnahmt
Zusammenarbeit mit der Guardia di Finanza
„Das Meer ist die Grundlage des Lebens und ein zentrales Element für das ökologische Gleichgewicht. Was wir vor der Küste Kalabriens zusammen mit der Guardia di Finanza und der Küstenwache während der drei Tage intensiver Zusammenarbeit festgestellt haben, sind deutliche Verstöße gegen den Meeresschutz. Wir haben 19 Kilometer Netze entfernt und vier Rochen sowie eine Schildkröte lebend befreit. Diese Zahlen stehen für konkrete Ergebnisse und zeigen, dass die Zusammenarbeit zwischen Behörden und Naturschutzorganisationen funktioniert. Dennoch bleibt viel zu tun. Wer illegale Fischer kennt, sollte nicht tatenlos zusehen und schweigen. Wer illegal fischt, hat kein Recht, auf See zu sein.“

– Andrea Morello, Präsident von Sea Shepherd Italien.

Die SEA EAGLE und die SPITFIRE werden ihre Zusammenarbeit mit den italienischen Behörden im Juni und Juli fortsetzen und im südlichen Tyrrhenischen Meer auf Patrouille sein, um illegale Fangausrüstung aufzuspüren und zu entfernen, bevor diese weiteren Schaden anrichten kann.

Fotos: Florian S. Schmidt und Germana C. Lavagna / Sea Shepherd Global

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