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dm-drogerie markt nimmt Krill aus dem Sortiment

dm-drogerie markt nimmt Krill aus dem Sortiment

dm-drogerie markt (dm), Deutschlands führender Drogeriewarenhändler und Europas größte Drogeriekette, hat bestätigt, den Verkauf von Krillprodukten vollständig einzustellen. Dies ist ein weiterer bedeutender Erfolg für die Kampagne von Sea Shepherd, die sich dafür einsetzt, die zerstörerische Krillfischerei in der Antarktis zu stoppen und das empfindliche Ökosystem des Südpolarmeers zu schützen.

In einer Erklärung gegenüber Sea Shepherd hat dm die Einstellung der Verwendung von Krillöl in allen Produkten seiner Eigenmarken bestätigt. Im Einklang mit seinen Nachhaltigkeitszielen wird dm außerdem alle weiteren Produkte auf Krillbasis aus seinem Sortiment nehmen.

Als größte Drogeriekette Europas betreibt dm mehr als 4.000 Filialen in ganz Europa. Damit ist dm der größte Einzelhändler, der Krillprodukte aus dem Verkauf nimmt.

Das Sea-Shepherd-Schiff ALLANKAY befindet sich derzeit in der Antarktis und unterstützt die Arbeit eines unabhängigen Wissenschaftsteams, das die Auswirkungen der Krillfischerei auf Walpopulationen untersucht. Das von Sea Shepherd aufgenommene Bildmaterial hat in der Gesundheits- und Wellnessbranche für Aufsehen gesorgt. dm ist die jüngste Drogeriekette, die auf diese Beweise reagiert und sich aus dem Krillmarkt zurückzieht.

Die Entscheidung folgte auf Gespräche mit Sea Shepherd sowie auf die verstärkte öffentliche Aufmerksamkeit für die antarktische Krillfischerei, die durch vier aufeinanderfolgende Sea-Shepherd-Expeditionen im Südpolarmeer entstanden ist. Während dieser Kampagnen dokumentierte Sea Shepherd regelmäßig, wie industrielle Supertrawler inmitten von jagenden Walschulen in einem vorgeschlagenen Meeresschutzgebiet operierten. Das gesammelte Bildmaterial wurde dm zusammen mit Bedenken über die unzureichende Regulierung der expandierenden Krillfischerei vorgelegt.

dm-drogerie markt nimmt Krill aus dem Sortiment
Ein Buckelwal vor einem Krill-Supertrawler. Foto: Alice Gregoire / Sea Shepherd Global

Krill ist eine Schlüsselart im Südpolarmeer, von der zahlreiche Arten abhängen, darunter Wale, Pinguine und Robben. Sinken die Krillpopulationen, gerät das gesamte antarktische Ökosystem aus dem Gleichgewicht. Wissenschaftliche Erkenntnisse deuten darauf hin, dass die Krilldichte rund um die Antarktische Halbinsel, wo der Großteil der Fischerei stattfindet, seit den 1970er-Jahren um bis zu 80 % zurückgegangen sein könnte.

Im vergangenen Jahr wurde eine zentrale Schutzmaßnahme nicht verlängert. Diese sah vor, die Krillfischerei räumlich breiter zu verteilen, um das Risiko einer lokalen Überfischung zu verringern. Dadurch verlagert sich die Fischereiaktivität jedoch zunehmend auf Biodiversitäts-Hotspots, was die Überfischung beschleunigt und den Druck auf die antarktische Tierwelt verstärkt.

Die Kombination aus vor Ort gesammelten Beweisen und anhaltendem Engagement an Land beginnt nun, die Marktkräfte zu verändern. In einer E-Mail an Sea Shepherd erklärte Kerstin Erbe, dm-Geschäftsführerin für Eigenmarken und Nachhaltigkeit:

„Als Händler, der sich klar zur Nachhaltigkeit bekennt, möchten wir eine aktive und positive Rolle bei der Gestaltung der Zukunft spielen. Dabei stehen die Wünsche und Bedürfnisse unserer Kundinnen und Kunden immer im Mittelpunkt. Vor diesem Hintergrund haben wir uns bereits im vergangenen Jahr entschieden, in unseren dm-Eigenmarkenprodukten auf Krillöl zu verzichten. Zudem haben wir Krillölprodukte anderer Hersteller aus unserem Sortiment genommen. Diese werden derzeit noch abverkauft. Diese Entscheidung steht im Einklang mit unserem Verständnis nachhaltiger Geschäftspraktiken und unserer Überzeugung, ein sorgfältig zusammengestelltes und zukunftsorientiertes Produktsortiment anzubieten.“

Die Ankündigung von dm folgt auf die Erklärung der britischen Kette Holland & Barrett, ab April 2026 keine krillbasierten Produkte mehr zu verkaufen. Gemeinsam mit Sea Shepherd startete sie die Initiative „Antarctic Krill Pledge“, die Einzelhändler dazu ermutigt, den Verkauf von Krillprodukten einzustellen und diese in Zukunft nicht wieder in ihr Sortiment aufzunehmen.

Seit drei Jahren dokumentieren unsere jährlichen Expeditionen in die Antarktis den wachsenden Konflikt zwischen Walen und Supertrawlern um Krill, die Hauptnahrungsquelle für Wale, Pinguine und Robben. Die Marktkräfte beginnen, sich gegen die Krillindustrie zu wenden. Die von Holland & Barrett angestoßene Dynamik führt nun zu einem breiteren Wandel in Europa. Die Entscheidung von dm, den Verkauf von Krillöl einzustellen, ist ein weiterer Schritt. Wir rufen dm nun dazu auf, den letzten Schritt zu gehen, sich Holland & Barrett anzuschließen und die Antarctic Krill Pledge zu unterzeichnen.

Peter Hammarstedt, Chief Campaigns Officer von Sea Shepherd Global