Die Polizei von Tuvalu hat am 9. Juli 2026 während einer Patrouille mit der ALLANKAY das chinesische Langleinenschiff LU RONG YUAN YU 138 geentert und festgesetzt.
Das Schiff wurde nachts beim Fischen in den Gewässern Tuvalus ohne Navigationslichter entdeckt, während es AIS-Daten übermittelte, die eine Position außerhalb der Gewässer Tuvalus angaben.
Bei der Kontrolle stellten die Einsatzkräfte außerdem fest, dass die erforderliche Fanggenehmigung abgelaufen war. Darüber hinaus konnte die Polizei beobachten, dass Haie über Bord entsorgt wurden, die nicht im Logbuch erfasst waren.
Aufgrund mehrerer Hinweise auf illegale, unregulierte und undokumentierte Fischerei (IUU-Fischerei) wurde das Schiff festgesetzt und von der ALLANKAY nach Funafuti eskortiert. Es verbleibt dort bis zum Abschluss der Ermittlungen.

"Dieser Fall zeigt, wie die Technologie zur Bereitstellung transparenter Daten auch genutzt wird, um diese Transparenz zu umgehen. Durch die Kombination von Satellitenüberwachung und Patrouillen auf See konnte ein Schiff gestoppt werden, das offenbar seinen tatsächlichen Standort verschleiern wollte. Illegale Fischerei lebt davon, unentdeckt zu bleiben. Jede erfolgreiche Kontrolle erschwert diese Strategie."
Peter Hammarstedt, Chief Campaigns Officer, Sea Shepherd Global.

Durch die Manipulation von AIS-Signalen, sogenanntes AIS-Spoofing, können bewusst falsche Positionsdaten übermittelt werden, um illegale Aktivitäten zu verschleiern. So kann sowohl die unerlaubte Fischerei in fremden oder geschützten Gewässern als auch die Herkunft illegal gefangener Fische verschleiert werden. Zudem können Überwachung und Kontrollen umgangen werden.

Die LU RONG YUAN YU 138 wurde bereits früher ohne aktive AIS-Übertragung in den Gewässern Tuvalus entdeckt. Diesmal blieb das System zwar aktiv, übermittelte jedoch bewusst eine falsche Position.

Eine Partnerschaft für den Ozean
Seit 2024 unterstützt Sea Shepherd Global die Polizei von Tuvalu dabei, die Ausschließliche Wirtschaftszone Tuvalus zu überwachen. Ziel ist es, illegale Fischerei aufzudecken, Beweise für mögliche Strafverfahren zu sichern und die Durchsetzung der Fischereivorschriften zu stärken.
Die jüngste Festsetzung knüpft an die früheren Erfolge im Rahmen dieser Partnerschaft an. Bereits 2024 stellten die Einsatzkräfte 9,5 Kilometer illegale Langleine mit 171 Haken sicher. Beim Einholen hatte die Leine sieben Gelbflossen-Thunfische, einen Marlin und einen jungen Seidenhai gefangen. Ein Gelbflossen-Thunfisch war noch am Leben und konnte freigelassen werden.
Langleinen werden im Südpazifik regelmäßig zum Thunfischfang eingesetzt. Langleinen gelten als kritisch, da sie unter anderem wahllos fangen und töten.
Weitere Informationen zur Kampagne in Tuvalu:
https://sea-shepherd.de/news/uber-95-kilometer-illegale-langleinen-beschlagnahmt/




