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Operation Albacore

Unsere Kampagne zur Bekämpfung von IUU-Fischerei.

Zeitraum
seit 2016
Region
Gabun, Westafrika
Schwerpunkt
Illegale Fischerei
Status
Laufend

Kampagne zur Bekämpfung illegaler, unregulierter und undokumentierter Fischerei (IUU-Fischerei) in den Gewässern von Gabun, Westafrika

Im April 2016 startete Sea Shepherd OPERATION ALBACORE, die erste Partnerschaft unter der Leitung der gabunischen Regierung zur Bekämpfung von IUU-Fischerei. Seitdem ist Sea Shepherd jedes Jahr vor Ort, um die Kampagne aktiv fortzuführen.

Einst brachte uns die Verfolgung des Wildererschiffes THUNDER in den Golf von Guinea, doch wir erkannten, dass es Zeit war zu bleiben. Für Sea Shepherd stellte dieser Moment die Initialzündung dar, in den Gewässern von Zentralwestafrika den Kampf gegen IUU-Fischerei aufzunehmen, um den Artenreichtum dieser Gewässer zu verteidigen.

Gabun ist ein Land mit besonders reicher Artenvielfalt und seine Hoheitsgewässer wimmeln nur so vor Leben. Es hat weltweit die thunfischreichsten Meeresgebiete: 20 % des offiziell gemeldeten Thunfischfangs im Atlantik stammt aus gabunischen Gewässern, und hierbei handelt es sich nur um den legalen Fang. Bis zu 40 % der in west- und zentralwestafrikanischen Gewässern gefangenen Fische werden von kriminellen Fischereiunternehmen gefangen. 90 % davon fallen unter die Jurisdiktion eines Küstenstaates. Komplizierte und sich überlappende Grenzen im Golf von Guinea sowie mangelnde Überwachungsressourcen der Küstenstaaten begünstigen das häufige Vorkommen und den Erfolg der IUU-Fischerei vor Afrikas Westküste.

Sea Shepherd OPERATION ALBACORE


Während der Thunfisch-Fangsaison 2016 waren Mitglieder der gabunischen Marine sowie der Behörde zur Durchsetzung von Fischereigesetzen (ANPA) auf der BOB BARKER, um zusammen mit der Besatzung von Sea Shepherd die gabunischen Hoheitsgewässer zu überwachen. Die Kampagnenziele bestanden hauptsächlich darin, Überwachungsmaßnahmen und Kontrollen auszuweiten, illegale Fischereiaktivitäten aufzudecken und einzustellen sowie für die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften durch zugelassene Fischereibetriebe zu sorgen.

Die ersten Patrouillen führten zu Kontrollen von über 40 Schiffen, die teilweise aufgrund von illegalen Aktivitäten festgesetzt wurden, darunter u.a. drei Schleppnetzschiffe und ein spanisches Langleinenschiff. Obwohl das Langleinenschiff für den Fischfang von „Thunfisch und ähnlichen Arten“ lizenziert war, ergaben Untersuchungen, dass die Fischräume mit Haien angefüllt waren. Der überwiegende Teil bestand aus Blauhaien, welche durch die Weltnaturschutzunion (IUCN) als „potenziell gefährdet“ eingestuft werden. Dieser Vorfall sorgte dafür, dass sich auch der westafrikanische Inselstaat São Tomé und Príncipe der laufenden Kampagne OPERATION ALBACORE anschloss.

Im Juli 2017 startete OPERATION ALBACORE II. Bereits eine Woche nach Beginn hatte die Besatzung der BOB BARKER den gabunischen Behörden bei der Festsetzung von zwei chinesischen Schleppnetzschiffen geholfen, die keine Lizenz für das Fischen in gabunischen Gewässern vorweisen konnten. Weitere Festsetzungen folgten u.a. auch erneut wegen der illegalen Wilderei von Haien.

Als nachhaltigen Beitrag für den verbesserten Artenschutz konnte die Kampagne die systematische Nichtdeklaration von Beifang aufdecken: Beifänge in gabunischen Gewässern werden von Thunfischfängern gar nicht oder nicht vollständig gemeldet, wodurch sich die Menge des Beifangs um das drei oder vierfache reduziert. Sea Shepherd unterstützt die gabunischen Behörden durch Überwachung und Dokumentation bei ihren Bemühungen, unbeabsichtigte Tötungen und schwere Verletzungen durch Beifänge zu mindern.

Schildkröten-Beifang, der von der MONTECELO entsorgt wurde. Tara Lambourne / Sea Sheherd.
Schildkröten-Beifang, der von der MONTECELO entsorgt wurde. Tara Lambourne / Sea Sheherd.


Ein Jahr nachdem Gabuns Präsident Ali Bongo Ondimba auf der Ozeankonferenz der Vereinten Nationen die Gründung von neun neuen Nationalmeeresparks und elf neuen Meeresreservaten bekannt gegeben hatte, kehrte Sea Shepherd im Juli 2018 nach Gabun zurück, um die Regierung bei der Bekämpfung der illegalen Fischerei in dem heute größten Netzwerk von Meeresschutzgebieten Afrikas zu unterstützen.

Ziel von OPERATION ALBACORE III war es vor allem, die neu gegründeten Meeresschutzgebiete Gabuns zu schützen, weiterhin IUU-Fischerei zu stoppen und gleichzeitig die Einhaltung von Rechtsvorschriften durch lizenzierte Fischereiunternehmen zu überwachen sowie die bestehenden Maßnahmen auszuweiten. Erneute Festsetzungen sowie die Patrouillen wirkten wie erhofft abschreckend auf Wilderer. Nach den Festsetzungen an der nördlichen und südlichen Grenze Gabuns wurden in dieser Zeit keine weiteren Verstöße mehr festgestellt.

Zusätzlich erweiterte Sea Shepherd 2018 seine Unterstützung für Gabun, mit strategischer Beratung durch Sea Shepherd Legal, einer mit Sea Shepherd verbundenen Kanzlei für Umweltrecht. Nach einer Reihe von Workshops zum Aufbau von Kapazitäten im Frühjahr 2019 erkannten Sea Shepherd Legal und Beamte der gabunischen Nationalparkbehörde (ANPN), dass Gabun hervorragend geeignet ist, das erste Land des afrikanischen Kontinents zu sein, das einen umfassenden Schutz für Haie und Rochen gewährleistet. So wurde der Traum geboren, das erste Haischutzgebiet Afrikas zu schaffen. Mit einer Spende von 1,98 Millionen Euro von der Niederländischen Postcode Lotterie in hat die langfristige Zusammenarbeit von Sea Shepherd mit der Regierung von Gabun eine neue Dimension erreicht: Die Verwirklichung des ersten Haischutzgebiets in Afrika.

„Wir sind auch außerordentlich dankbar für die Zusammenarbeit mit Gabun, einem Land, das die Vision und die Stärke hatte, ein sehr großes Netzwerk von Land- und Meeresschutzgebieten aufzubauen und das genau erkannt hat, welchen Bedrohungen Haie und Rochen ausgesetzt sind. Diese Bedrohungen haben zu einem Rückgang der Haipopulationen weltweit um 90 % geführt."

Catherine Pruett, Geschäftsführerin von Sea Shepherd Legal

Im Juli 2020 kehrte die BOB BARKER zum fünften Mal in die Gewässer Gabuns zurück. Die Patrouillen führten Anfang August zur Festsetzung von zwei Schleppnetzschiffen, die über einer Tonne Rochen und Rochenflossen an Bord geladen hatten.

Seit 2016 hat die Zusammenarbeit im Rahmen der OPERATION ALBACORE zu Hunderten von Inspektionen von Fangschiffen auf See und der anschließenden Festsetzung von zwölf illegalen Fangschiffen geführt. Jedes festgesetzte Schiff rettet Hunderttausenden, vielleicht sogar Millionen Meeresbewohnern das Leben. Darüber hinaus konnte die Kampagne zu nachhaltigen Gesetzesänderungen u.a. für Lockbojen und industrielle Ringwadenschiffe beitragen und somit u.a. den Schutz von Haien, Walen, Schildkröten und Jungfischen erheblich verbessern. Diese Gesetzesänderungen verdeutlichen die Wichtigkeit der Kontrollen auch von lizenzierten Fangschiffen auf See.

Operation Albacore V


"OPERATION ALBACORE hat sich erfolgreich von der Vollstreckung zur Abschreckung gegen kriminelle Aktivitäten entwickelt, so dass sich die Fischbestände erholen können, während die Meeresparks wachsam verteidigt werden, und zwar nicht nur auf dem Papier, sondern auch in der Praxis."

Peter Hammarstedt, Sea Shepherd Director of Campaigns

Operation Albacore V

Einblicke in die Kampagne

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