
Kampagnen Südpolarmeer
Sea Shepherd setzt sich seit den 970er Jahren weltweit gegen den Walfang ein.
- Zeitraum
- 2002 - 2017
- Region
- Antarktis
- Schwerpunkt
- Walfang
- Status
- Abgeschlossen
Sea Shepherd setzt sich seit den 1970er Jahren weltweit gegen Walfang ein. Von 2002 bis 2017 stellten wir uns mit direkten Aktionen Japans Walfangflotte im Antarktischen Walschutzgebiet entgegen und konnten so über 6.000 Wale vor den Harpunen retten.
Obwohl 1986 ein weltweites Moratorium für den kommerziellen Walfang in Kraft trat, hat Japan als Mitglied der Internationalen Walfangkommission (IWC) seit 1987 weiterhin Wale im Südpolarmeer unter dem Deckmantel der wissenschaftlichen Forschung getötet. 2008 erklärte der australische Bundesgerichtshof diesen Walfang für illegal, 2014 folgte der Internationale Gerichtshof in Den Haag mit demselben Urteil. Dennoch schickte Japan auch weiterhin jeden Sommer seine Flotte ins Südpolarmeer, wenn auch mit reduzierter Fangquote.
Ab 2017 investierte die japanische Regierung massiv in Sicherheitsmaßnahmen wie eine Echtzeit-Satellitenüberwachung, um uns am Einschreiten zu hindern. Das verhinderte zwar unsere Kampagne im Jahr 2018, zwang Japan aber gleichzeitig zu enormen Ausgaben für den Schutz seiner Flotte. In Kombination mit dem Urteil des Internationalen Gerichtshofs und der internationalen Kritik führte dieser Druck schließlich dazu, dass Japan seinen Walfang nicht mehr unter dem Deckmantel der Forschung betreibt.
Somit wurde unser Ziel erreicht, das Abschlachten von Walen im Antarktischen Walschutzgebiet zu beenden, und es ist ein Sieg für unsere Kampagnen, dass das Südpolarmeer nun die gewünschte walfangfreie Zone ist.

Das Walschutzgebiet
Die Antarktis zählt zu den letzten großen Wildnisgebieten der Erde. Antarktischer Krill bildet die Grundlage des Ökosystems und zieht Wale in die Region, die im australischen Sommer hierher zurückkehren, um sich an den reichhaltigen Nahrungsgebieten zu stärken. Das Schutzgebiet umfasst 50 Millionen Quadratkilometer rund um den gesamten Kontinent. Die IWC hat hier jede Form des kommerziellen Walfangs verboten.
Kampagnenverlauf
Seit Sea Shepherd die erste Walschutzkampagne gestartet hat, konnten über 6.000 Wale vor den tödlichen Harpunen der Walfangflotte Japans gerettet werden.
Im Folgenden die Geschichte unserer elf Kampagnen: von der ersten Mission mit der FARLEY MOWAT (2002–2003) bis zur OPERATION NEMESIS mit der STEVE IRWIN und der OCEAN WARRIOR (2016–2017).
2002–2003 Schiff: FARLEY MOWAT

Die Besatzung der FARLEY MOWAT brach auf, um Japans Walfangflotte im Antarktischen Walschutzgebiet aufzuspüren. Damit wurden die illegalen Aktivitäten des japanischen JARPA-II-Walfangprogramms weltweit bekannt. Zwar schafften es die Walfänger, Sea Shepherd aus dem Weg zu gehen. Sea Shepherd lernte dabei jedoch eine wertvolle Lektion: Luftüberwachung erhöht die Chancen bei der Verfolgung der Walfangflotte.
2005–2006 ANTARCTICA, Schiff: FARLEY MOWAT

Während der zweiten Kampagne verfolgte die FARLEY MOWAT sechs Wochen lang die japanische Walfangflotte.
Diese wurde am 22. Dezember aufgespürt und brach die Jagd ab. Am Weihnachtstag fing die FARLEY MOWAT das japanische Fabrikschiff NISSHIN MARU ab, das daraufhin floh.
Die Verfolgungsjagd setzte sich im Januar 2006 fort und umfasste mehr als 3.000 Seemeilen entlang der antarktischen Küste. Am 8. Januar näherte sich die FARLEY MOWAT erneut der NISSHIN MARU und setzte Fangleinen ein. Das Schiff stellte daraufhin seine Walfangaktivitäten ein und ergriff die Flucht.
Während der gesamten Kampagne legte die FARLEY MOWAT eine Strecke von 8.500 Seemeilen in 50 Tagen zurück. Die Walfangflotte wurde dabei 15 Tage lang gestört und daran gehindert, ihre Quote zu erreichen.
2006–2007 OPERATION LEVIATHAN, Schiffe: FARLEY MOWAT und ROBERT HUNTER

Die erste Antarktiskampagne, an der zwei Schiffe beteiligt waren: die FARLEY MOWAT und die ROBERT HUNTER.
Zusätzlich waren ein Hughes-300-Hubschrauber und 56 Besatzungsmitglieder aus 14 Ländern im Einsatz.
Japans Walfangflotte brach auf, um 935 Zwergwale und 50 Finnwale zu töten. Sea Shepherd verfolgte sie jedoch fünf Wochen lang über Tausende Seemeilen. Am 9. und 12. Februar wurde die Flotte abgefangen, wodurch der Fangbetrieb stark gestört und das Leben von Hunderten Walen gerettet wurde.
2007–2008 OPERATION MIGALOO, Schiff: STEVE IRWIN

Im Rahmen einer umstrittenen Taktik bestiegen zwei Besatzungsmitglieder von Sea Shepherd ein japanisches Harpunenschiff und wurden drei Tage lang festgehalten, bevor man sie schließlich wieder freiließ. Die japanische Küstenwache warf Blendgranaten und schoss auf die Crew der STEVE IRWIN. Die Kampagne endete mit der Rettung von über 500 Walen und verursachte enorme finanzielle Verluste für Japans Walfangflotte.
OPERATION MIGALOO war die erste Kampagne, die von einem Filmteam von Animal Planet dokumentiert wurde. Dieses zeichnete sieben Staffeln lang die Kampagnen für die Fernsehserie Whale Wars auf.
2008–2009 OPERATION MUSASHI, Schiff: STEVE IRWIN

OPERATION MUSASHI begann, als die STEVE IRWIN Brisbane verließ. Das Schiff jagte Japans Walfangflotte über 3.200 Seemeilen, störte die Jagd erheblich und rettete so über 300 Wale.
2009–2010 OPERATION WALTZING MATILDA, Schiffe: STEVE IRWIN, BOB BARKER und ADY GIL

Im Januar 2010 startete eine Flotte von drei Schiffen zur OPERATION WALTZING MATILDA. Während der Kampagne rammte das japanische Harpunenschiff SHONAN MARU 2 die ADY GIL absichtlich und versenkte sie.
Dennoch wurde über drei Wochen lang kein einziger Wal getötet. Die OPERATION WALTZING MATILDA rettete 528 Walen das Leben und kostete die japanische Regierung mehrere Millionen Dollar.
2010–2011 OPERATION NO COMPROMISE, Schiffe: STEVE IRWIN, BOB BARKER und GOJIRA

An OPERATION NO COMPROMISE waren die STEVE IRWIN, die BOB BARKER und die GOJIRA, beteiligt. Durch die Interventionen von Sea Shepherd musste Japans Walfangflotte ihren Betrieb einstellen und das Südpolarmeer frühzeitig verlassen, wodurch 863 Wale direkt gerettet werden konnten.
2011–2012 OPERATION DIVINE WIND, Schiffe: STEVE IRWIN, BOB BARKER und BRIGITTE BARDOT

Während der achten Kampagne, OPERATION DIVINE WIND, wurde die BRIGITTE BARDOT beschädigt, als eine Monsterwelle einen der Pontons traf. Deshalb musste das Schiff frühzeitig zur Reparatur in den Hafen zurückkehren.
Doch selbst mit nur zwei Schiffen und dem schlechtesten Wetter, das Sea-Shepherd-Crews jemals während acht Kampagnen in der Antarktis erlebt haben, wurde die Walfangflotte gezwungen, die Jagd vorzeitig abzubrechen. Dadurch wurden 768 Walen das Leben gerettet.
2012–2013 OPERATION ZERO TOLERANCE, Schiffe: STEVE IRWIN, BOB BARKER, BRIGITTE BARDOT und SAM SIMON

Bei OPERATION ZERO TOLERANCE handelte es sich um die bislang größte Kampagne mit mehr als 120 Besatzungsmitgliedern aus 20 Nationen an Bord von vier Schiffen: der STEVE IRWIN, der BOB BARKER, der BRIGITTE BARDOT und der SAM SIMON.
Japans Walfänger verstärkten ihre Angriffe auf die Besatzung. Drei Schiffe der Sea-Shepherd-Flotte wurden beschädigt, nachdem sie mehrfach von der 8.000 Tonnen schweren NISSHIN MARU gerammt worden waren. Unsere Besatzung ertrug anhaltende Angriffe mit Blendgranaten und wurde von leistungsstarken Wasserwerfern getroffen.
Trotz aller Schwierigkeiten kehrten die Schiffe und ihre Besatzungen nach mehr als vier Monaten auf See nach Hause zurück – mit dem Wissen, dass ohne ihr Eingreifen Hunderte von Walen illegal geschlachtet worden wären.
2013–2014 OPERATION RELENTLESS, Schiffe: STEVE IRWIN, BOB BARKER und SAM SIMON

Während OPERATION RELENTLESS wurde das japanische Fabrikschiff NISSHIN MARU viermal in Rekordzeit aufgespürt.
Durch die andauernde Verfolgung wurde der Betrieb der Walfangflotte erheblich behindert. Zudem wurden die Walfänger zweimal dabei ertappt, wie sie geschützte Zwergwale töteten.
2016–2017 OPERATION NEMESIS, Schiffe: STEVE IRWIN, OCEAN WARRIOR

Die STEVE IRWIN mit 36 Besatzungsmitgliedern aus sechs Ländern, wurde von unserem Patrouillenschiff, der OCEAN WARRIOR, mit 15 Besatzungsmitgliedern aus acht Ländern, begleitet. Unser Ziel war es, das illegale Schlachten von Walen unter dem Deckmantel der „wissenschaftlichen Forschung“ im international anerkannten Walschutzgebiet erneut zu verhindern.
Die Walfangflotte brauchte drei Monate, um 333 Wale zu töten, was einem Durchschnitt von 111 Walen pro Monat entspricht. Dies stellt eine deutliche Verbesserung gegenüber der Zeit dar, in der Sea Shepherd nicht intervenierte und durchschnittlich 345 Wale pro Monat getötet wurden.
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