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28. Juli 2011

Kommentar von Sea Shepherd CEO Steve Roest

Seit mehreren Monaten haben Paul Watson, Laurens de Groot und ich eine verdeckte Mission geplant, um das Abschlachten von Robben in Cape Cross, Namibia, in der Welt bekannt zu machen.

Wir gingen davon aus, dass die Mission schwierig und gefährlich sein würde, aber wir haben das wahre Ausmaß der Korruption unterschätzt, die diese entsetzliche Industrie schützt, und wir konnten nicht ahnen, dass wir am Ende zur Grenze flüchten würden und froh dabei waren, nicht wegen lächerlicher Spionagevorwürfe verhaftet worden zu sein, weil die Nachricht verbreitet worden war, wir seien eine Bedrohung für die nationale Sicherheit Namibias.

Das Team, das für diese Mission zusammengestellt worden war, bestand aus Mitarbeitern und Freiwilligen von Sea Shepherd aus der ganzen Welt: Laurens (Niederlande) und ich (Vereinigtes Königreich) leiteten die Mission, wobei wir in phantastischer Weise von leidenschaftlichen Australiern, Amerikanern, Südafrikanern und anderen Helfern aus Deutschland, Israel und sogar Namibia unterstützt wurden. Zusätzliche Hilfe kam von Pat Dickens, dem Sea-Shepherd-Koordinator für Südafrika.

Am ersten Tag nach meiner Ankunft in Namibia blieben mir nur wenige Minuten, um mich auf eine nächtliche Aufklärungstour vorzubereiten, während Laurens und der Rest des Teams bereits seit mehreren Tagen vor Ort gewesen waren. Er und das Medienteam, das die Mission für ein TV-Nebenprojekt mit dem Titel Seal Wars filmen würde, brannten darauf, die Dinge voran zu treiben. Beide Teams wollten unbedingt die Ausrüstung testen, insbesondere die Nachtsicht-Geräte.

Auf unserem Weg aus der Stadt heraus und fort von unserer angeblich geheimen Unterkunft wurden wir von Polizeifahrzeugen überholt, die entlang der nebligen Küste Streife fuhren (Die Polizei sollte in den kommenden Wochen unser ständiger Begleiter sein). Wir hatten unsere Ausrüstung erst wenige Stunden getestet, als uns ein Anruf aus unserer Heimatbasis erreichte: Wir waren ausgeraubt worden.

Preparing for a beach stakeout under the cover of nightVorbereitungen für eine Observierung des Strandes im Schutz der Nacht Nach unserer Rückkehr bemerkten wir sofort, wie ernst die Situation war. Bewaffnete Einbrecher waren in das Haus eingedrungen und hatten eines unserer weiblichen Teammitglieder auf die Straße gejagt. Unsere Computer und Kameras, mehrere Pässe, teure Nachtsicht- und Funkgeräte, Geld und merkwürdigerweise fast alle unsere Festplatten waren weg.

Unser lokaler namibischer Spezialist, der für Sicherheitsangelegenheiten zuständig war, machte sich sofort auf, um nach unserer fehlenden Ausrüstung zu suchen. Dann wurde die Situation wirklich seltsam: Die Polizei tauchte mit einigen unserer fehlenden Geräte auf, aber alle Festplatten und Teile der Kameraausrüstung fehlten, und bis heute wissen wir nicht, ob die Polizei den Einbruch inszeniert hat, oder ob sie, wie sie behauptete, den Fußspuren der Einbrecher auf einer asphaltierten Straße bis zu unseren weggeworfenen Koffern gefolgt ist, in denen ein Teil der Ausrüstung übrig gelassen wurde.

Das war die erste Nacht einer Mission, die wohl eine der seltsamsten und gefährlichsten Missionen wurde, die Sea Shepherd jemals unternommen hat. Im folgenden Monat mussten wir unsere Unterkunft mindestens sechsmal wechseln, weil wir erkennbar unter Beobachtung standen wo auch immer wir waren. Unsere Mission bestand aus mehreren Teilprojekten und jedes einzelne war in Frage gestellt, wenn wir enttarnt würden.

Wir wollten das Abschlachten der Robben mit ferngesteuerten Kameras aufnehmen, wir wollten den Verarbeitungsprozess vom Abschlachten bis zur weiteren Verwertung in der berüchtigten Robbenfabrik von Henties Bay verfolgen, wir wollten die Korruption und den verbotenen Verkauf von Robbenprodukten, die von der CITES-Vereinbarung geschützt sind, offen legen und wir wollten herausfinden, wer die Schlüsselfiguren in diesem widerlichen Geschäft sind. Wir ahnten noch nicht, dass die Korruption bis in höchste Regierungskreise reicht und dass die namibische Marine, das Militär, die Polizei, die Robbenschlächter und unbekannte private Sicherheitsunternehmen auf unsere kleine Aktivistengruppe angesetzt worden waren, um alles in ihrer Macht stehende zu unternehmen, was uns daran hindern konnte, die Wahrheit aufzudecken.

Zu dem was folgte gehörten Konfrontationen mit wütenden Robbenschlächtern in Henties Bay, dramatische nächtliche Fluchtaktionen durch die Wüste, geheime Filmaufnahmen, Verfolgungsjagden in Autos und sogar Kriegsschiffe, die von der Marine in Stellung gebracht wurden, um das Robbenschlachten zu schützen. Ich bin seit gestern wieder zu hause und während ich diesen Bericht schreibe kann ich immer noch kaum glauben, dass dies alles geschehen ist.



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