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Captain Adam Meyerson28.01.2017 – von Captain Adam Meyerson:  Prioritäten zu setzen und sich daran zu halten, ist ein großer Teil des Erfolgs, egal bei welchen Vorhaben. Erst das Verfolgen dieser Prioritäten macht es möglich, Aufgaben zu sortieren und das Budget sowie die eigene Zeit einzuteilen. Manchmal liegst du daneben, gehst ein Risiko ein und verlierst. Du kaufst eine Aktie, die steigen sollte, um anschließend herauszufinden, dass die Firma auf gestohlenen Informationen basiert. Du verbringst Jahre in der Schule, um dir gefragte Fähigkeiten für die Zukunft anzueignen, um dann herauszufinden, dass das gesamte Gebiet bereits überholt ist. Du kannst nicht immer richtig liegen, aber meist merkst du bereits, wenn du falsch liegst. Vielleicht dann, wenn du Stunden in sozialen Netzwerken verbringst, statt zu lernen, zu arbeiten oder dich um die Aufgaben zu kümmern, die sich schon stapeln. Vielleicht kaufst du ein Auto oder ein Haus, welches du dir wirklich nicht leisten kannst und findest dich dann in einem Berg von Schulden wieder. Auf persönlicher Ebene können diese Fehler behoben werden, und du hast deine Lektion gelernt. Du kannst den Computer ausschalten und einen Tanzkurs belegen oder deine Wäsche machen.

Ein toter, geschützter Zwergwal an Deck der NISSHIN MARU. 15. Januar 2017. Foto: Glenn LockitchEin toter, geschützter Zwergwal an Deck der NISSHIN MARU. 15. Januar 2017. Foto: Glenn Lockitch
Aber was geschieht, wenn die Prioritäten von Regierungen gefährlich und zerstörerisch sind? Was machen wir mit den Ländern, die die Natur nicht nur als Vorratsraum für schwindende Ressourcen betrachten, der so schnell wie möglich leergeräumt und zu Geld gemacht werden muss, sondern auch noch aktiv die Zerstörung des Planeten fördern? Als Norwegen den Robbenjägern die Subventionen entzog, hörte die Robbenjagd auf. Würde Japan aufhören, die Walfangflotte zu subventionieren, würde der Walfang im Südpolarmeer sofort zum Erliegen kommen.

Auf der OCEAN WARRIOR müssen wir uns oft zwischen Geschwindigkeit und Ausdauer entscheiden. Je schneller wir unterwegs sind, desto kürzer können wir auf See bleiben. Alle Schiffe müssen in diesem Punkt ihr Gleichgewicht finden. Die Walfangflotte allerdings bildet da eine Ausnahme. Statt Zeit dafür aufzuwenden, zurück in einen Hafen zu fahren, um aufzutanken – so wie wir es kürzlich getan haben – und unser Budget überprüft haben, um zu sehen, ob wir es uns weiterhin leisten können, in der Antarktis zu bleiben und die Wale zu schützen, fahren sie einfach zu einem Tanker auf See, der von den japanischen Steuerzahlern finanziert wird, um ihre Schiffe aufzutanken. Man kann den Walfang auf viele Weisen betrachten: wirtschaftlich, moralisch, ökologisch, und man gelangt immer zu dem Punkt, dass er ohne Subventionen sofort enden würde.

Die OCEAN WARRIOR passiert einen Eisberg im Südpolarmeer. Foto: Simon AgerDie OCEAN WARRIOR passiert einen Eisberg im Südpolarmeer. Foto: Simon Ager
Dies passiert weltweit: Regierungen auf der ganzen Welt subventionieren die Zerstörung unseres Planeten. Wir dürfen nicht vergessen, dass dies unser Planet ist und dass die Regierungen für uns da sein sollten und unsere Prioritäten vertreten. Stattdessen kaufen sie neue Trawler in Schottland, sie schicken Schiffe der Marine, um die färöischen Walfänger zu beschützen, während diese Grindwale an ihre blutigen Strände treiben, sie zahlen für Langleinenschiffe in Spanien und sie kaufen Bomben und Waffen. Einzelne Menschen werden reich, während der Planet und der Rest von uns immer weiter verarmt und das Meer zerstört wird.

Wenn eine Regierung wie die Australiens sagt, sie könne es sich nicht leisten, ein Schiff ins Südpolarmeer zu schicken, um die Wale zu schützen, dann sagt sie, dass dies keine Priorität für sie darstellt. Die australische Regierung schickte vor kurzem die HMAS ADELAIDE, um ein Schiff festzusetzen, welches gebaut wurde, um Wale für Japan zu töten – die KAIYO MARU #8. Nach umfangreichen Untersuchungen, bei welchen diverse Behörden zusammenarbeiteten, was wiederum dem Steuerzahler eine große Menge Geld gekostet hat, haben sie ein gigantisches Kriegsschiff losgeschickt, um die KAIYO MARU #8 im Südpolarmeer abzufangen. Natürlich gehört die KAIYO MARU #8 nicht mehr zur japanischen Walfangflotte, sondern wurde genutzt, um Kokain zu transportieren. Prioritäten. Stellt euch die Welt vor, in der wir leben könnten, wenn es für die Regierung Priorität Nummer Eins wäre, die Natur zu erhalten und zu schützen. Wir würden alle im Paradies leben.

Die KAIYO MARU #8 in Hobart. Foto: Simon AgerDie KAIYO MARU #8 in Hobart. Foto: Simon Ager

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