• Simple Item 10
  • Simple Item 9
  • 1
  • 2

Captain Adam Meyerson, Mittwoch, 11. Januar 2017

platz1Wenn man lange Zeit auf See verbringt, ändert es deine Sichtweise darauf, welchen Platz man auf der Welt einnimmt. Es ist egal, wie viele Monate ich auf See bin, ich weiß trotzdem, dass dies nicht mein Lebensraum ist. Ich kann ohne Technik auf dem Meer nicht überleben, egal ob meine Ausrüstung ein Schiff ist, ein Rettungsboot oder ein Überlebensanzug. Ohne all das würde mein Leben binnen kürzester Zeit enden. Wir sind schlecht angepasste Besucher auf dem Meer, nicht die Meister und schon gar nicht die Besitzer der Meere. Surfer, Taucher und andere Wassersportler auf dieser Welt interagieren nur an den Randgebieten, der Großteil des Ozeans ist nur ein Gebiet, das von Menschen auf Schiffen durchquert wird.

Die Ozeane sind ihr eigenes System. Ihre Bewohner sind keine Ressourcen zum Ausbeuten. Es sind Lebewesen aus einer anderen Welt, die sich zufällig auf dem gleichen Planeten befinden, auf dem auch wir leben. Unsere Schicksale sind jedoch verbunden. All die Schäden, die wir den Ozeanen zufügen, werden reale und schwerwiegende Konsequenzen für uns auf der Erde haben und umgekehrt. Die schlechte Behandlung der Erde durch Bergbau, Entwaldung und Vermüllung zerstört ebenfalls die marinen Ökosysteme.

Ich habe kürzlich die Broschüre „Warum Walforschung?“ vom japanischen Walforschungsinstitut, der Gruppe welche das japanische Walfangprogramm im Südpolarmeer leitet, gelesen. Diese hat eine komplett andere Meinung zu den Ozeanen. Sie glauben nicht nur, dass Wale „Viehbestand“ wären, den man nutzen muss, sie geben auch an, Wale töten zu müssen, weil diese Japans Fisch fressen. Mir fällt es schwer, diese Art von Denken zu verstehen. Die Tatsache, dass Wale schon länger auf dieser Erde sind als die Menschheit und im Antarktischen Ozean schwimmen, tausende Meilen entfernt von Japan, und fressen, was sie schon immer gefressen haben, könnte bedeuten, dass sie nicht Japan gehören, aber trotzdem Japans Fisch fressen.

platz3Wenn die Menschen Sea Shepherds direktes Eingreifen zur Rettung der Wale in Frage stellen und stattdessen vorschlagen, dass wir mit Japan einen Dialog über das Töten der Wale in der Antarktis führen sollten, dann vergessen sie, dass es das ist, wogegen wir ankommen müssten: eine komplett andere Sichtweise auf die Welt. Eine, die alle Tiere als „Ressourcen“ betrachtet, die für Nahrung und Profit ausgebeutet werden können gegen die Sichtweise, dass alle Meeresbewohner das Recht haben sollten, ein freies und friedliches Leben zu führen.

Ich habe derzeit das Glück, mehrgleisige Anstrengungen zur Rettung der Wale im Südpolarmeer in Angriff nehmen zu können. Dialoge, öffentliches Bewusstsein und politischer Druck sind alles wichtige Teile unserer Bemühungen, die Wale zu retten, aber ohne direktes Eingreifen, ohne die Sea Shepherd-Schiffe, die hier unten sind, um Leben zu retten, werden die Bemühungen auf den anderen Gebieten erst Früchte tragen, wenn es bereits zu spät ist. Die Sea Shepherd-Kampagnen decken auch andere Teile dieses Prozesses ab. So haben wir Millionen Menschen ins Bewusstsein gebracht, dass der Walfang nicht in den 1980ern endete, und diese Menschen kommunizieren nun persönlich oder über soziale Netzwerke mit anderen, um zu helfen, den Walfang heute zu beenden. Wir üben weiterhin Druck auf die Regierungen von Australien und Neuseeland aus, damit diese sich gegen den Walfang im Südpolarmeer erheben.

Als Japan vom Australischen Bundesgerichtshof für das Töten von Walen im Antarktischen Walschutzgebiet zu einer Strafe von umgerechnet 695.000 € verurteilt wurde, haben sie das Gerichtsurteil einfach ignoriert. Als der Internationale Gerichtshof das Urteil verkündete, dass der Walfang nicht der Forschung dient, entschied Japan, dass das Gerichtsurteil nicht auf sie zutrifft. Es gibt einfach keine andere Möglichkeit, die Wale zu schützen als durch direktes Eingreifen.

platz4


Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Ok Ablehnen