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2014: Drei tote Zwergwale, illegal auf dem Deck der NISSHIN MARU abgeschlachtet. Die australische Regierung besitzt ähnliches Bildmaterial, doch weigert sie sich, es der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Foto: Tim Watters.Dienstag, 3. Mai 2016: Am 7. Dezember 2015 beauftragte Sea Shepherd Australien
das gemeinnützige neuseeländische Umweltschutzbüro (EDO NSW) damit, bei der australischen
Einwanderungs- und Grenzschutzbehörde einen Antrag nach dem Informationsfreiheitsgesetz
(FOI) zu stellen, um so Foto- und Filmmaterial über den japanischen Walfang einsehen zu können,
der 2008 im Südpolarmeer stattfand.

Im Jahr 2008 dokumentierten sowohl das australische Zollschiff, die OCEANIC VIKING, als auch Überwachungsflüge einer A319 das Erlegen von Walen im Antarktischen Walschutzgebiet. Zunächst war begrenztes, von den australischen Behörden zur Verfügung gestelltes Film- und Fotomaterial des illegalen Abschlachtens von Zwergwalen für die Medien zugänglich, doch wurden nachfolgende Versuche, das gesamte Beweismaterial zu veröffentlichen, abgelehnt.

Schon 2012, 2013 sowie 2014 stellte die EDO NSW Anträge nach dem FOI, welcher unter folgenden Gründen abgelehnt wurde:

Eine Veröffentlichung des Materials könne

1. sich negativ auf das Gerichtsverfahren Australien gegen Japan auswirken, das zu dieser Zeit vor dem Internationalen Gerichtshof (IGH) abgehalten wurde und

2. internationale Beziehungen mit Japan beeinträchtigen.

Nach dem Gerichtsverfahren beim IGH, welcher Japans Walfangprogramm als illegal verurteilte, stellten Sea Shepherd und die EDO NSW einen neuen Antrag nach dem FOI, da die früheren Gründe für die Ablehnung – nämlich die Anführung des Gerichtsverfahrens – nicht länger relevant waren.

Die gesetzliche Frist für eine Entscheidung über einen Antrag gemäß dem FOI beträgt 30 Tage. Doch kann eine Behörde diese Zeit verlängern. Am 24. April 2016 kehrte die japanische Walfangflotte mit 333 im Antarktischen Walschutzgebiet sowie im Australischen Walschutzgebiet erlegten Zwergwalen nach Tokio zurück. Damit verstießen sie nicht nur gegen internationales Recht, sondern auch gegen einen Beschluss des Australischen Bundesgerichts. Interessanterweise erhielten Sea Shepherd Australien und EDO NSW am 29. April 2016 - mehr als viereinhalb Monate nach Antragseinreichung - die Mitteilung, dem Antrag auf Veröffentlichung des Materials werde nicht stattgegeben. Man bezog sich auf den „Schaden“, den solche Bilder hinsichtlich internationaler Beziehungen Australiens anrichten könnten.

„Die Turnbull-Regierung versagt nicht nur in ihrem Wahlversprechen, ein australisches Zollschiff in das Südpolarmeer zu schicken, um den illegalen japanischen Walfang zu dokumentieren. Sie weigert sich zudem, die Dokumentation des Walschlachtens, das schon acht Jahre zurückliegt, publik zu machen. Es ist schockierend, dass die Regierung sich weiterhin Japan anbiedert, obwohl Japan das Urteil des Internationalen Gerichtshofs schamlos missachtet“, so Jeff Hansen, Geschäftsführer von Sea Shepherd Australien.

„2009 filmte Sea Shepherd vom Hubschrauber aus, wie die japanischen Walfänger einen weiblichen Zwergwal harpunierten. Vom Moment des Schusses bis zum Zeitpunkt, als der Wal schließlich im eigenen Blut ertrank, vergingen 23 Minuten und 40 Sekunden. Wir können nur spekulieren, welche Schrecklichkeiten noch alles in den Dokumentenkellern in Canberra unter Verschluss gehalten werden. Die australische Öffentlichkeit muss immer wieder darauf hingewiesen werden, dass sich Grausamkeit und Kriminalität weiterhin vor Australiens Haustür ungehindert fortsetzen, obwohl das Gerichtsverfahren vor dem Internationalen Gerichtshof gewonnen wurde“, sagte Captain Peter Hammarstedt, Vorsitzender von Sea Shepherd Australien.

Sea Shepherd Australien und EDO NSW suchen nun nach neuen Möglichkeiten, eine weitere Prüfung zu einzufordern.

Die Antwort auf den Antrag nach dem FOI findest du unter dem folgenden Link:
https://www.dropbox.com/s/zlbelh4jiuru3ap/20160429%20-%20Decision.pdf?dl=0

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