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pwsworld4. April 2016: Kommentar von Captain Paul Watson,
Gründer und Präsident der Sea Shepherd Conservation Society

Die Humane Society of the United States (HSUS) kann ihre 30 Silberlinge über die nächsten fünf Jahre getrost einsammeln.Der Dokumentarfilm „Blackfish“ stahl SeaWorld buchstäblich die Butter vom Brot. Und bei fallendem Marktwert  musste SeaWorld einen neuen Weg finden, die Profite wieder hochzutreiben. Joel Manby, Geschäftsführer von SeaWorld, brauchte ein neues Zugpferd. Letzte Woche verkündete er, seinen Judas gefunden zu haben.

Wayne Pacelle, Präsident der HSUS, trat auf den Plan und kehrte unseren beinahe errungenen Sieg in eine Niederlage um: Im Alleingang bremste Pacelle somit die durch „Blackfish“ inspirierte Bewegung (gegen den Missbrauch der Orcas).

Jahrelang verurteilte die HSUS SeaWorld und betrieb Kampagnen gegen die elenden und erschreckenden Bedingungen, denen die Orcas ausgesetzt sind (und das allein, um Menschen zur Unterhaltung zu dienen). Diese Verurteilung ist nun zu Beifall mutiert. SeaWorld wird inzwischen von der HSUS als „tiergerecht“ angepriesen. Doch ist diese Partnerschaft nicht wirklich überraschend, bedenkt man, dass die HSUS sich vor kurzem hinter Michael Vick (American Football Spieler) stellte, welcher des Veranstaltens von illegalen Hundekämpfen überführt worden war, und ihm dadurch half, sein öffentliches Ansehen wiederherzustellen.

In Waynes „tiergerechter“ neuer Welt bedeutet das Wort tiergerecht einfach immer das, was er möchte. Sowohl Joel Manby als auch Wayne Pacelle haben die Wahrheit radikal verdreht und neu erfunden, um das zu erreichen, was sie wollen.

Ihr erster Dreh bestand in der unverhohlenen Behauptung, kein Orca sei je erfolgreich ins Meer ausgewildert worden. Sie wussten, dass dies nicht der Wahrheit entsprach. Die Freilassung von Keiko 1997 war ein großer Erfolg. Die Reaktionen zu dieser Aussage vorwegnehmend, behauptete Manby (ohne von Pacelle darin korrigiert zu werden), dass die Freilassung von Keiko ein Fehlschlag gewesen sei. Keiko starb fünf Jahre nach seiner Freilassung. Er verbrachte diese fünf Jahre in Freiheit, jagte Fische und schwamm zwischen Norwegen und Island. Er starb an einer Lungenentzündung, die, wie Manby implizierte, durch seine Freilassung bedingt worden sei.

Natürlich versäumte Manby zu erwähnen, dass neun Orcas in SeaWorld an Lungenentzündung gestorben waren. Tatsächlich starben in den letzten 24 Jahren sogar 20 Orcas und 133 Delfine während ihrer Gefangenschaft bei SeaWorld. SeaWorld kann uns nicht für dumm verkaufen, indem behauptet wird, das Leben in Betonbecken sei besser als im Meer. Das ist es definitiv nicht.

Zum Zeitpunkt von Keikos Freilassung prahlte die HSUS mit diesem Erfolg und heimste sicherlich auch einen Großteil des Lobes dafür ein. Heute nun haben sie ihre Einstellung geändert. Als es sich lohnte, den Erfolg von Keikos Freilassung zu begrüßen, klatschten sie eifrig Beifall. Nun jedoch scheint es lukrativer, mit SeaWorld im Einklang zu sein und zu behaupten, die Freilassung sei ein Fehlschlag gewesen.

Jahrelang warb die HSUS für Wassergehege, große eingeschlossene Gebiete in einem Fjord oder einer Bucht, in welcher die Orcas freigelassen werden könnten. Dort hätten sie die Möglichkeit, kilometerweit zu schwimmen und zu lernen, Fische zu jagen. Das alles ist nun vergessen, während Pacelle Seite an Seite mit Manby letzte Woche der Welt bekanntgab, dass Wassergehege ungeeignet seien und er sich darüber freue, dass die Orcas nun ihr restliches Leben ohne Zuchtprogramm in SeaWorld verbringen dürften. Dies bedeutet nur, die männlichen Tiere nicht mehr zu masturbieren, um die weiblichen Tiere künstlich zu befruchten. Doch was die Wale untereinander so anstellen, steht auf einem anderen Blatt. Hierzu wird SeaWorld anführen, dass es schließlich schwierig sei, ein im Liebesspiel involviertes Paar von Orcas zu trennen oder Abtreibungen bei Walen durchzuführen.

Am 31. März veröffentlichte die HSUS eine Anzeige in der New York Times, in der sie SeaWorld empfahl. In dieser Werbung behaupten sie, SeaWorld vollbringe wundervolle Dinge wie die Rettung von Tieren in Not. Doch vor wenigen Jahren *sagte Dr. Naomi Rose über SeaWorld folgendes: „Die Arbeit, die sie leisten, ist nicht so toll, wie sie behaupten. Sie macht zwar einen guten Eindruck, doch letztendlich können sie ihren Erfolg nicht beweisen, denn sie überwachen die Tiere, die freigelassen werden, nicht weiter.“ Nun jedoch nennt die HSUS das Unternehmen SeaWorld in ihrer Werbeanzeige „inspirierend“ und beschreibt deren Programme „Schwimmen mit Delfinen“ (welche sie vor kurzem noch verurteilten) als eine „persönliche, interaktive und lehrreiche Erfahrung“. Am Ende der Anzeige behauptet die HSUS äußerst kühn: „Jeder Fisch, der in SeaWorld Parks serviert wird, werde aus nachhaltiger Fischerei stammen“. Die HSUS weiß ganz genau, dass es so etwas wie „nachhaltige Fischerei“ nicht gibt. Die Meere sind extrem überfischt. Die HSUS fügte hinzu, dass „der Speiseplan mit Achtsamkeit auf den Tierschutz gestaltet werde. So würden künftig beispielsweise nur Schweinefleisch aus Zucht ohne Kastenstände und Eier aus Freilandhaltung zum Verzehr angeboten“.

Es scheint, als habe die HSUS vollständig vergessen, wie sie früher das Schreddern lebendiger männlicher Küken und die grauenvollen Bedingungen in Schlachthäusern verurteilte. Tiergerechtes Schlachten ist ein Mythos.

Der legendäre Judas erhielt nur 30 Silberlinge. Ich denke, die HSUS wird mit ihrem Betrug an den Orcas und den Delfinen von SeaWorld um einiges besser fahren.

SeaWorld verkündete, dass man aktiv mit der HSUS kooperieren wolle, um sich gegen Robbenjagd, Walfang und Hai-Finning zu stellen. Ich habe mich vier Jahrzehnte lang an vorderster Front gegen Walfang, Robbenjagd und Hai-Finning eingesetzt und konnte niemals beobachten, dass SeaWorld irgendetwas getan hätte, das Kontroversen herausfordert. Ich nehme an, diese Partnerschaft wird beinhalten, dass SeaWorld die HSUS bewerben wird und die HSUS im Gegenzug SeaWorld gegenüber der Öffentlichkeit bewerben wird. Das ist zwar sehr vorteilhaft für beide Unternehmen, doch den 28 Orcas, welche SeaWorld weiterhin gefangenhält, in keiner Weise dienlich.

Manby sagte, er wolle auf politischer Ebene arbeiten, um Japan davon abzubringen, Wale zu töten. Japan hörte nicht einmal auf die US-Botschafterin in Japan, Caroline Kennedy, warum sollten sie also auf ihn hören?

Was hat sich nun geändert? Nicht viel. Die Orcas werden in ihren Becken bleiben. Es wird höchstwahrscheinlich natürlichen Nachwuchs geben, und der ganze Zirkus wird sich bis 2019 fortsetzen. Auf diese Weise hat SeaWorld genug Zeit, ein alternatives Unterhaltungsprogramm zu entwickeln. Die HSUS wird innerhalb SeaWorlds beworben, was das Potenzial in sich birgt, einen großen Zuwachs an Unterstützung zu gewinnen, und SeaWorld wird scheinbar von seinen Sünden freigesprochen.

Für die Gefangenen ändert sich nicht wirklich etwas. SeaWorld beabsichtigt weiterhin, sie in ihren kleinen Becken zu halten, und die HSUS betrachtet dies als eine gute Sache.

Judas muss sehr stolz auf sich sein.

*Zitat von Dr. Naomi Rose aus „Death at Sea World“ von Dave Kirby

BU

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