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Festgebundene, tote Wale inklusive Jungtiere warten in Sandavágur darauf, geschlachtet zu werden. Foto: Sea Shepherd / Cris Cely17. August 2015
Kommentar des Sea Shepherd-Gründers Captain Paul Watson

Viele der Färinger und sogar einige Dänen verbreiten Texte, die mit „Sea Shepherd lügt“ betitelt sind.

Sie behaupten, dass Sea Shepherd über das Abschlachten der Wale Lügen verbreitet. Sie sagen, dass es „human“ ist; wir sagen, dass das nicht stimmt. Sie sagen, dass die Wale sofort sterben; wir haben dokumentiert, dass das nicht der Fall ist. Sie sagen, dass keine Kinder am Grind teilnehmen; wir können belegen, dass sie es doch tun. Sie sagen, dass Sea Shepherd über den Quecksilbergehalt des Fleisches Lügen verbreitet; wir verweisen auf färöische Ärzte als Nachweis, dass wir die Wahrheit sagen. Die färöischen Walfänger scheinen zu denken, dass alles, was nicht mit ihrer Weltsicht übereinstimmt, eine Lüge sein muss.

Sehen wir uns die färöischen Behauptungen an, dass die Wale wegen des Fleisches getötet werden, dass sie auf das Fleisch angewiesen sind und dass davon auch nichts vergeudet wird.

Von der Tatsache mal abgesehen, dass wir dokumentiert haben, dass ganze Kadaver auf dem Boden des Meeres liegen, so können wir diese falsche Behauptung auch mithilfe von einfacher Mathematik widerlegen.

Wenn Wale getötet werden, werden sie in von den Walfängern in sogenannte „Skinns“ aufgeteilt.

1 Skinn = ca. 50 kg Fleisch und ca. 25 kg Walspeck

Mit einem Jahresdurchschnitt von 880 getöteten Walen macht das ungefähr 335.720 kg Walfleisch und 167.870 kg Walspeck.

Die färöische Regierung hat empfohlen, das Fleisch und den Speck nur 1-2 Mal pro Monat zu konsumieren und eine Studie hat gezeigt, dass lediglich 17% der Inselbewohner mehr als einmal im Monat davon essen. 47% haben angegeben, dass sie seltener oder nie Grindwalfleisch essen.

(diebucht.ch/tl_files/pdf/Pal Weihe.pdf)

Zum Zwecke dieser Statistik können wir den Durchschnittswert der Menschen, die Grindwal zweimal im Monat essen, auf 40 % erhöhen.

Die Population der Färöer beträgt 49.469 Einwohner (Stand 2013). 40 % davon sind 19.787 Menschen.

Eine Mahlzeit aus Walfleisch enthält ungefähr 250 g Fleisch und 50 g Speck.

Zwei Mahlzeiten pro Monat bedeuten 24 Mahlzeiten im Jahr - das wären 6 kg Walfleisch und 1,2 kg Walspeck.

Das bedeutet, dass die Färinger jedes Jahr 118.722 kg Walfleisch und 23.744,4 kg Walspeck konsumieren.

Der durchschnittliche Fangwert eines Jahres liegt bei ungefähr 335.720 kg Walfleisch und 167.860 kg Walspeck.

Jedes Jahr verschwinden 216.998 kg Walfleisch und 144.115,6 kg Walspeck. Nur wohin?

Scheinbar verschwindet doppelt soviel Fleisch, wie überhaupt gegessen wird.

Es gibt einige Spekulationen, dass das Walfleisch an Zuchtlachse verfüttert wird. Ich habe die färöischen Lachsfarmen kontaktiert und sie verneinten dies. Es gibt die weitere Möglichkeit, dass es an Pelzfarmen in Russland verkauft wird. Die Färinger haben sich das europäische Handelsverbot mit Russland zu Nutze gemacht, um die Menge ihrer Lachsexporte nach Russland zu erhöhen. Das ist an sich schon interessant, denn Dänemark hat ein Handelsverbot mit Russland und Norwegen verzeichnete einen Rückgang in den Lachsexporten nach Russland, was wiederum zu einem Anstieg der Zuchtlachsexporte nach Russland führt. Wieder haben wir keinen Beweis für den Export des Walfleischs. Aber was wir wissen, ist, dass es ja irgendwohin gehen muss - die Frage ist nur, wohin. Sollten da nicht die dänischen Behörden recherchieren?

Man hat mir Berichte geschickt, dass viele Färinger das Fleisch einfrieren. Wenn es dann frisches Fleisch gibt, wird das alte Fleisch ausgetauscht und weggeworfen. Letztes Jahr hat Sea Shepherd Fotos und Filmaufnahmen von Einheimischen gemacht, die Walfleisch von den Klippen ins Meer werfen.

Ein Teil des Walfleischs wird in färöischen Restaurants an Touristen angeboten, obwohl die Färinger behaupten, dass es nie verkauft wird. Aber selbst damit erklärt sich nicht, wo die grob 217 Tonnen Walfleisch und 114 Tonnen Walspeck am Ende bleiben. Die färöischen und dänischen Behörden sollten dazu verpflichtet sein, dieses Mysterium zu erklären.

Die Frage ist: Besteht bei den Färingern Fleischmangel?

Es gibt ungefähr 70.000 Schafe auf den Färöern, ungefähr 20.000 Schafe mehr als Menschen. Tatsächlich bedeutet der Name „Färöer“ wörtlich "Schafsinseln“. Jedes Jahr schlachten die Färinger ungefähr 30.000 Schafe, hauptsächlich siebenjährige Tiere und Lämmer.

Die färöischen Lachsfarmen produzieren ungefähr 70 Tonnen Lachs jedes Jahr. Die Färinger haben eine effiziente und industrielle Hochseefischereiflotte. Diese zwei Industriezweige sorgen auf den Färöern für das höchste Pro-Kopf-Einkommen in ganz Europa.

Die Färinger beschweren sich, dass sie Gemüse, Schweinefleisch, Rindfleisch, Hühner und Obst importieren müssen. In Wirklichkeit aber würden sie auch ohne das Töten der Wale genau dieselben Lebensmittel importieren. Sie importieren auch Computer, Autos und alle Luxusgüter der westlichen Zivilisation. Sie zahlen für diese Dinge mit der Ausbeutung von Fischen im Großformat und mit den Profiten ihrer Lachsfarmen. Zusätzlich erhalten sie Subventionen der Europäischen Union, ohne sich an die europäischen Rechtsvorschriften zu halten.

Die Färöer sind einer der wohlhabendsten Plätze auf diesem Planeten. Es gibt einfach keinen wirtschaftlichen oder existenziellen Grund, um Grindwale und Delfine zu töten.

Die Bestimmungen des färöischen Parlamentsgesetzes sagen aus, dass es den Färingern erlaubt ist, die folgenden Wale zu jagen und zu töten:

1. Langflossen-Grindwal (Globicephala melas)
2. Nördlicher Entenwal (Hyperoodon ampullatus)
3. Atlantischer Weißseitendelfin (Lagenorhynchus acutus)
4. Weißschnauzendelfin (Lagenorhynchus albirostris)
5. Großer Tümmler (Tursiops truncatus)
6. Gewöhnlicher Schweinswal (Phocoena phocoena)

Sea Shepherd hat das Abschlachten der Wale auf den Färöern viele Jahre beobachtet. Was wir gesehen haben, ist eine Gruppe von Menschen (nicht alle Färinger), die vom Töten besessen sind. Wir sehen es in ihrer Aufregung, sich ins Meer zu stürzen, um Wale abzuschlachten, wir hören es in ihrem Jubeln und ihrem Lachen, wir sehen es in ihrer Freude, die sie zeigen, wenn sie ihre Messer ins Fleisch dieser sanften Lebewesen stechen. Wir sehen es in ihren Kindern, die die Leichen der Wale verstümmeln und mit den Walföten spielen oder ihnen die Augen ausstechen.

Die Wale sterben nicht um des Fleisches Willen. Die Zahlen der getöteten Tiere allein beweisen schon, dass das nicht der Fall ist. Die färöischen Walfänger töten Wale, weil sie glauben, dass das Töten von Walen ein Teil ihrer Tradition ist. Dabei hatten ihre Vorfahren keine Helikopter, mit denen Ausschau nach Walen gehalten wird, sie besaßen keine Motorboote, mit denen die Tiere getrieben werden und sie hatten auch keine Hydraulikkräne und Lastwagen für den Transport der Tiere. Genauso wenig hatten sie eine Marine, um das Grind zu schützen. Aber ihre Vorfahren hatten etwas, das die Färinger heutzutage nicht mehr haben: die Notwendigkeit des Grinds zur Existenzsicherung.

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