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dolphin ribs14. Mai 2015
Kommentar von Sea Shepherd Gründer Captain Paul Watson

Der 21. Mai könnte den Anfang vom Ende für das Delfinabschlachten in Taiji einläuten.

Der japanische Verband der Zoos und Aquarien (JAZA) muss sich innerhalb einer Woche entscheiden, ob er weiterhin ein Mitglied der World Association of Zoos and Aquariums (WAZA), des internationalen Dachverbandes aller größeren Zoos und Aquarien weltweit, bleiben möchte - oder ob er seine Geschäftsbeziehungen zu den barbarischen Delfinschlächtern von Taiji fortsetzen will.

Die Frist für diese Entscheidung läuft am 21. Mai ab.

Sollten die 152 japanischen Mitglieder von JAZA dafür stimmen, ihre Geschäfte mit Taiji aufrecht zu erhalten, wird JAZA faktisch von der internationalen Gemeinschaft der Zoos und Aquarien ausgeschlossen und somit isoliert.

Von diesen 152 JAZA Mitgliedern werden 250 Delfine in 30 Aquarien gehalten und zur Schau gestellt. Die japanischen Aquarien erwerben im Durchschnitt jedes Jahr um die 20 Delfine zu Preisen von 150.000 bis zu 250.000 US-Dollar, also umgerechnet 130.000 bis 220.000 Euro.

Sollte JAZA dafür stimmen, Mitglied des Weltverbandes WAZA zu bleiben, so werden sie gezwungen sein, weitere Käufe von Delfinen aus Taiji zu streichen. Das könnte tatsächlich das Ende des alljährlichen grausamen Massakers an Delfinen bedeuten.

Ein Sprecher von JAZA sagte, die japanische Organisation sei geschockt und fassungslos über den Entzug der Mitgliedschaft.

Der JAZA-Generalsekretär Naonori Okada sagte: „Der Fang von Delfinen für den Verzehr und für Aquarien wurde getrennt. Wir haben die Fischer gebeten, einen Zeitraum einzuhalten, in der Delfine nur für Aquarien gefangen werden. Wir haben die Fischer außerdem dazu angehalten, keine großen Gruppen zu jagen, um Panik zu vermeiden – und wir haben sie ebenso darum gebeten, die Delfine nicht zu hartnäckig zu verfolgen und zu jagen.“

Okada mag den Fischern in Taiji all das tatsächlich erzählt haben, aber es ist ziemlich offensichtlich, dass Taijis Fischer dies niemals besonders ernst nahmen.

Als Grund für die Aufhebung der japanischen Mitgliedschaft hat der Weltverband WAZA angegeben, dass JAZA die WAZA-Richtlinien des Ethik- und des Tierschutzes verletzt habe. Delfine in seinen Aquarien zu halten, von Männern gefangen, die auf brutale Art Delfine abschlachten, ist eine Verletzung des Tierschutzes, ganz egal, ob sie die Delfine nun weniger hartnäckig jagen oder auch die Jagd für die Aquarien strickt von der Jagd zum Töten für den Verzehr von Delfinfleisch trennen.

Was JAZA nicht zu verstehen scheint, ist, dass es ohne den lukrativen Verkauf von Delfinen für Aquarien keinen wirklichen finanziellen Anreiz gäbe, Delfine nur wegen ihres Fleisches zu töten. Das Töten für Fleisch ist nichts weiter als ein Zusatzgewinn, der für sich genommen jedoch nicht hoch genug ist, um die gelebte Praxis weiterhin aufrechtzuerhalten.

JAZA ist für das Abschlachten verantwortlich, indem er die Gefangennahme von Delfinen mit seinen Zukäufen unterstützt.

Der Gouverneur des Verwaltungsbezirks Wakayama kritisierte am Mittwoch die Entscheidung des Weltverbandes WAZA zur Aufhebung der Mitgliedschaft seines Landes scharf als “ungerechtfertigte ausländische Nötigung.”

Gouverneur Yoshinobu Nisaka sagte, die jüngste Entscheidung des in der Schweiz ansässigen Weltverbandes der Zoos und Aquarien WAZA, die japanische Mitgliedschaft aufzuheben, wäre eine „Schikane gegenüber Japan aus allen Teilen der Welt.”

Mit anderen Worten: Der Gouverneur sieht jegliche Kritik an der Abschlachtung und Versklavung von Delfinen als “Schikane” von allen Seiten gegen das arme kleine Japan an. So als hätte man ein Volk ausgeschlossen und diskriminiert, nur weil sie Japaner sind.

Diese Ansicht ist nicht ganz unähnlich zu der bereits früher geäußerten Kritik am Missbrauch koreanischer Trostfrauen und dem Abschlachten von Millionen Chinesen während des 2. Weltkrieges, die gleichfalls als “Schikane” und taktloses Verhalten gegenüber der japanischen Kultur bezeichnet wurde.

Während einer Pressekonferenz in Japan sagte der Gouverneur, dass die meisten der in Aquarien zur Schau gestellten Tiere in freier Wildbahn gefangen wurden, und dass es einen starken Rückgang geben würde, wenn man nur noch in der Gefangenschaft gezüchtete Tiere zeigen dürfe.

Meiner Meinung nach wäre das eine sehr positive Konsequenz.

Laut Okada hat der Weltverband WAZA in den vergangenen Jahren niemals Anstoß an der Nutzung von Delfinen aus Taiji genommen, obwohl der Verband Methoden vorschlug, um die Delfine auf eine humanere Art und Weise zu fangen. Aber in letzter Zeit hat WAZA seinen Standpunkt verfestigt. Seit 2014 hat man JAZA dazu aufgefordert, keine Tiere mehr aus Taiji anzunehmen.

Seit Jahren steht WAZA unter dem Druck von Sea Shepherd, Dolphin Project, Earth Island und vielen andere Gruppen, endlich zu handeln. WAZA saß immer zwischen den Stühlen von Befürwortern der Tötung von Delfinen wie JAZA und deren Gegnern aus der gesamten übrigen Welt. Dank der Standhaftigkeit all jener, die die seit Jahren andauernden Kampagnen gegen die Killer von Taiji führen, hat sich WAZA endlich entschieden, bei JAZA durchzugreifen.

Zoos und Aquarien überall auf der Welt sind aufgrund der Gefangennahme und dem blutigen Abschlachten wildlebender Tiere in der Defensive. Die verachtenswerte Grausamkeit der Delfintreibjagden in Taiji hat die Öffentlichkeit auf der ganzen Welt dazu bewegt, der Delfinarien-Industrie kritisch gegenüber zu stehen. Sea World zum Beispiel hat genug Probleme mit den Konsequenzen des Films “Blackfisch” - mit Sicherheit gibt es für sie weder die Notwendigkeit noch den Wunsch, auch noch mit Taiji in Verbindung gebracht werden. Bis zu einer endgültigen Entscheidung verkörpert der Weltverband WAZA jedoch genau diese unerwünschte Verbindung.

In einer Woche werden wir wissen, ob Japan sich dafür entscheidet, zu schmollen und in die Selbstisolation zu gehen, weil sie weiterhin die Schlächter von Taiji unterstützen wollen, oder ob sie mit ihren Kollegen in der internationalen Gemeinschaft verbunden bleiben möchten.

Link: japantimes.co.jp/news/2015/05/…phins-taiji/#.VVNRStF_nIW

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