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23. Dezember 2012

21. Dezember 2012 –

Sea Shepherd geht durch die Europäische Kommission gegen Dänemark vor, um das größte Massaker an Meeressäugern in Europa ein für allemal zu stoppen.

Seit Jahrhunderten werden Grindwale abgeschlachtet, wenn sie sich den Küsten der Färöer-Inseln [1] nähern. Die Treibjagd und das Töten von ganzen Walfamilien nennt sich Grindadràp.

Sea Shepherd geht seit 1984 gegen dieses Massaker vor und hat bereits mehrere Male ein Schiff an den Ort des Geschehens geschickt.

Sicherte dieses Töten einst das Überleben der Färinger, so genießt die Bevölkerung heute jedoch einen der höchsten Lebensstandards in Europa und erhält außerdem durch Dänemark wichtige Fördermittel aus Europa.

Da das Fleisch der Grindwale mittlerweile stark durch Quecksilber und andere Schadstoffe belastet ist, wies sogar die färöische Ärztegesellschaft darauf hin, dass das Fleisch nicht länger für den menschlichen Verzehr geeignet ist. Tatsächlich kann der Grad der Quecksilberbelastung sogar zehnfach höher sein als die gesetzliche Beschränkung in Europa.

Und doch geht das Grindadràp weiter. Es ist das größte Massaker an Meeressäugern in ganz Europa.

Als Konsequenz daraus bringt Sea Shepherd den Fall vor die Europäische Kommission, um Dänemark dazu zu zwingen, seine vertraglichen Verpflichtungen zu respektieren und sich aktiv an wichtigen Grundsatzerklärungen zu beteiligen.

Grindwale sind außerdem modernen Bedrohungen durch die Menschheit ausgesetzt (Überfischung, Nahrungskonkurrenz, Verschmutzung der Ozeane, Beifang, militärische Sonarübungen, seismische Messungen...). Diese Spezies sollte nicht auch noch diesem sinnlosen Massaker ausgesetzt sein, das als Tradition getarnt wird. In Wirklichkeit kommt modernste Technik zum Einsatz: Motorboote, Jetskis, Mobiltelefone, Radar (und sogar ein Helikopter!) haben längst die Ruderboote und Rauchzeichen zur Kommunikation abgelöst, die in den letzten Jahrhunderten verwendet wurden.

Während im restlichen Europa alles getan wird, um die Grindwale zu schützen und um den Beifang und versehentliche Störungen zu reduzieren, werden auf den Färöer-Inseln immer noch ganze Walschulen an die Strände getrieben und unter entsetzlichen Bedingungen abgeschlachtet. Aufgrund ihrer komplexen Intelligenz, ihrer hochgradigen Selbstwahrnehmung und ihrer starken Solidarität füreinander erleiden diese Tiere gewaltigen Stress und unvorstellbare Qualen vor ihrem eigentlichen Tod, der ihnen dann wie das befreiende Ende dieser schrecklichen Folter vorkommen muss.

Auszug aus dem Buch „Pilot Whaling in the Faroe Islands“ von Joan Paul Joensen – Faroe University Press (3):

„Mit langen Lanzen und Messern kämpften die Männer, sie verwendeten Leinen mit Haken daran, um die Boote in die Nähe der Wale zu bringen; und als das Blut in Strömen aus den verwundeten Walen floss, wichen ihre Kameraden nicht von ihrer Seite. Selbst wenn sie klares Wasser erreichten, kehrten wieder in das mit Blut gefüllte Wasser zurück. Die größeren Wale schienen die kleineren zu beschützen. Einige der Wale, wie von Sinnen durch die Wunden der Lanzen, hetzten vorwärts und strandeten im seichten Wasser, wo die Männer von Sorvagur und Bour schon auf sie warteten. Sie standen bis zur Brust in Blut und Wasser und stießen immer wieder und wieder mit ihren Grindmessern zu, um das Rückenmark zu durchtrennen. […] Endlich war es vorbei. Nicht ein Wal konnte entkommen. Ein heißer, schwerer Geruch erfüllte die Luft; Zweihundertsechsundachtzig Wale lagen tot oder sterbend am Strand von Midvagur. […] Ihre breiten dicken Lippen, geformt zu einem grotesken Lächeln, enthüllten die kleinen weißen Zähne, fest aufeinandergebissen. Dort lag der Anführer der Schule, und dort – oh, welch Schande! – lagen arme kleine Walbabys neben ihren Müttern, geboren in der Qual von Panik und Tod.“

Das Grind ist das Erbe eines blutigen Zeitalters. Seine Zeiten sind vorbei.

Wenn wir nicht einmal in der Lage sind, solche brutalen und sinnlosen Massaker wie diese zu beenden, wie können wir dann ernsthaft darauf hoffen, ein weitaus größeres Problem in den Griff zu bekommen, nämlich die verheerenden Auswirkungen unseres Konsumverhaltens auf diesen Planeten?

Die Menschheit muss heute heranreifen oder sie wird sterben.

Der Anfang einer neuen Ära – in der die heutige Generation anfängt, für unsere Welt zu sorgen, die wir nur von den zukünftigen Generationen geliehen haben – beginnt hiermit: das Grind muss dahin befördert werden, wo es hingehört: auf den Müllhaufen der Geschichte. Das größte Massaker an Meeressäugern in Europa muss beendet werden.

Indem es die Augen vor diesem Massaker verschließt und es manchmal sogar vertuscht, verstößt Dänemark gegen drei Abkommen, die es unterzeichnet hat und durch die es verpflichtet ist, alles in seiner Macht stehende zu tun, um die Grindwale zu schützen.

Als Konsequenz daraus bringt Sea Shepherd den Fall vor die Europäische Kommission, um Dänemark dazu zu zwingen, seine vertraglichen Verpflichtungen zu respektieren und sich aktiv an wichtigen Grundsatzerklärungen zu beteiligen.

Sea Shepherd bedankt sich herzlich bei Herrn Sylvain Leroy, unserem ehrenamtlichen Anwalt aus Bordeaux, Frankreich für seine Arbeit und wunderbare Hilfe in diesem Fall.

Lamya Essemlali – Präsidentin Sea Shepherd Frankreich

NB: Die gesamte Beschwerde, die der Europäischen Kommission vorgelegt wird, wird bald veröffentlicht.

[1] Dänisches Protektorat

[2] http://de.seashepherd.org/ferocious-isles

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