Bei diesem Foto aus dem Jahr 2009 sieht man, wie die Crew der Yushin Maru No.3 mit einem Gewehr auf einen Zwergwal schießt, um diesen zu töten.11. April 2014
Aus Gerichtsdokumenten, die heute vom japanischen Walforschungsinstitut (ICR) eingereicht wurden, geht hervor, dass sie in der Saison 2015-2016 beabsichtigen, wieder in die Antarktis zurückzukehren, um Wale zu jagen. Zusätzlich will das ICR weiteren Sea Shepherd-Regionalgruppen gerichtlich untersagen, ICR-Walfang-Operationen zu behindern.

Mit einer unverhohlenen Demonstration der Missachtung für das jüngste grundlegende Urteil des Internationalen Gerichtshof (IGH) in Den Haag hat das japanische Walfanginstitut (ICR) Gerichtsdokumente eingereicht, aus denen hervorgeht, dass sie beabsichtigen, mit einem neu aufgelegten “Forschungsprogramm” in der Saison 2015-2016 wieder in das Südpolarmeer zurückzukehren, um Wale zu jagen. Gleichzeitig versuchen sie - unabhängig von der Tatsache, dass Sea Shepherd USA gar nicht mehr im Südpolarmeer operiert - eine dauerhafte Verfügung gegen Sea Shepherd USA zu erreichen. Zusätzlich soll gegen weitere Sea Shepherd-Regionalgruppen gerichtlich vorgegangen werden.

Der Fall Australien gegen Japan wurde im Juli letzten Jahres vom Internationalen Gerichtshof angehört, um zu entscheiden, ob Japan mit seinem „Forschungsprogramm“ JARPA II im Südpolarmeer gegen internationales Recht verstößt. Im Rahmen dieser Anhörung wurde gefordert, dass Japan die Durchführung von JARPA II einstellt und die damit zusammenhängenden Genehmigungen widerruft, bis Japan beweisen kann, dass dessen Aktivitäten mit internationalem Recht vereinbar sind.

In der Abstimmung, deren Ergebnis am 31. März veröffentlicht wurde, entschied der IGH mit 12 zu 4 Stimmen, dass Japans laufendes Walfangprogramm JARPA II nicht mit dem Zweck wissenschaftlicher Forschung im Sinne der Bestimmungen der Internationalen Walfangkommission (IWC) vereinbar ist. Der IGH ordnete außerdem an, dass Japan sämtliche Genehmigungen, die für JARPA II erteilt wurden, aufheben muss und keine weiteren Genehmigungen für dieses Programm erteilen darf. Heute jedoch reichte das ICR gerichtliche Unterlagen beim US-amerikanischen Bezirksgericht in Seattle ein, in denen ganz klar ihre Absicht dargelegt wird, dass sie unter Missachtung dieses Urteils die Jagd auf Wale fortführen wollen.

Als Antwort auf das Einreichen dieser Dokumente sagte Paul Watson, Gründer der Sea Shepherd Conservation Society, Folgendes: „Als das Urteil des IGH bekannt gegeben wurde, wusste ich zwar, dass dies ein großartiger Sieg war, der unsere Ablehnung gegen den illegalen Walfang im Südpolarmeer bestätigte, aber ich sah auch die Möglichkeiten für das ICR, mit einem abgeänderten Programm zurückzukehren. Ich ging davon aus, dass sie zur Saison 2015-2016 zurückkehren würden und es sieht danach aus, als ob genau das ihre Absicht ist“, sagte er und fügte hinzu: „ Ich bin der Meinung, dass Japan in der Erklärung, dass sie sich dem Urteil des IGH beugen würden, unaufrichtig war. Wenn es um das Thema Walfang geht, hat Japan auch in der Vergangenheit ein falsches Spiel gespielt. Ich gehe fest davon aus, dass Sea Shepherd Global darauf vorbereitet sein wird, im Dezember 2015 ins Südpolarmeer zurückzukehren, um einmal mehr die Unversehrtheit des Antarktischen Walschutzgebiets sicherzustellen”.

Nachdem Scott West, Leiter der Nachrichten- und Ermittlungsabteilung bei Sea Shepherd USA, von den Plänen des ICR erfuhr, sagte er: „Die Japaner beabsichtigen ganz klar, den Sinn - wenn nicht sogar das Urteil des höchsten Gerichts der Welt als Ganzes - zu missachten. Sie machen den Internationalen Gerichtshof zum Gespött und treten mit viel Schmutz an ihren Händen vor die amerikanischen Gerichte. Sie sind die Ersten, die sich lautstark beschweren, wenn jemand es wagt, gerichtlich gegen ihre eigenen Lügen vorzugehen - aber sie erwarten vom Rest der Welt, dass die Urteile, die ihnen in den Kram passen, eingehalten werden. Sie sind Wilderer und arbeiten ohne jegliche Rechtschaffenheit.”

Offensichtlich ist das ICR nicht nur aufgrund des grundlegenden Urteils des IGH beunruhigt, sondern auch wegen der jüngsten Empfehlung des beauftragten Gutachters, Peter Shaw, an das Neunte Bezirksgericht der USA. In dessen Empfehlung hieß es, dass Sea Shepherd USA nicht wegen Missachtung der ihm auferlegten einstweiligen Verfügung angeklagt werden sollte. In seinem Gerichtsdokument droht das ICR nun: “Wenn das Neunte Bezirksgericht der USA zu dem Urteil kommen sollte, dass die Beklagten die einstweilige Verfügung nicht missachtet haben, so werden die Kläger ihre Klage auf diejenigen Parteien ausweiten müssen, die diese Missachtung begangen haben.” Zusätzlich führen sie aus: „Die Kläger gehen davon aus, dass die zusätzlichen Parteien, die zu dieser Klage hinzufügt werden könnten, auch ausländische Parteien umfassen werden.” Wie das ICR sich jedoch vorstellt, ausländische Institutionen vor einem US-Gericht verklagen können, muss sich erst noch zeigen.

Eine Vorverhandlung findet am Mittwoch, dem 16. April um 10:00 Uhr im US-Bezirksgericht, Western District von Washington, 700 Stewart Street, Seattle, Washington 98101 statt. Dort soll ein Gerichtstermin für eine dauerhafte Verfügung gegen Sea Shepherd USA festgelegt werden. Diese Verfügung soll Sea Shepherd USA verbieten, illegale Walfangoperationen im Südpolarmeer zu behindern. Der Termin für die Vorverhandlung ist öffentlich.

Dieses Foto aus dem Jahr 2009 zeigt, wie auf der Gleitbahn des Fabrikschiffs Nisshin Maru ein Zwergwal nach oben gezogen wird.


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