4 Februar 2014Die Yushin Maru kreuzt vor dem Bug der Bob Barker in gefährlicher Nähe.
Letzte Nacht, am Sonntag, 2. März gegen 17:15 Uhr Ortszeit (AEDT), wurde das Sea Shepherd-Schiff Bob Barker im Antarktischen Walschutzgebiet von zwei Harpunenschiffen der japanischen Walfangflotte unprovoziert aus dem Hinterhalt bei 72° 56' S und 178° 10' O angegriffen.


Während des Vorfalles kreuzten die Harpunenschiffe den Bug der Bob Barker insgesamt elf Mal und versuchten, mit einem Stahlseil die Schiffsschraube und das Ruder des Sea Shepherd-Schiffes lahmzulegen. Es war der dritte derartige Angriff auf die Bob Barker in diesem Jahr.

Die Besatzung der Bob Barker ließ zwei Schlauchboote zu Wasser, deren Crew versuchte, die Stahlseile während des Angriffs zu durchtrennen, um die Bob Barker zu verteidigen. Dabei wurden die Antennen der Schlauchboote beschädigt. Die Besatzung des angreifenden Harpunenschiffes warf auch einen Bambusspeer auf die Crew eines Schlauchbootes, aber niemand von Sea Shepherd wurde verletzt.

Mit den zwei vorherigen nächtlichen Angriffen sollte Sea Shepherd davon abgehalten werden, die Gleitbahn der Nisshin Maru, das Fabrikschiff der japanischen Walfangflotte, zu überwachen. Aber beim letzten Angriff war die Nisshin Maru 40 Seemeilen von der Bob Barker entfernt und noch nicht einmal auf dem Radar sichtbar.

Eine Boje markiert das Stahlseil, das vor der Bob Barker hergezogen wird, um die Schiffsschraube und das Ruder lahmzulegen. Fotos: Simon Ager Zu früherer Stunde hatte die Flotte Sea Shepherds an diesem Sonntag die Walfänger zum vierten Male in diesem Jahr geortet. Das Fabrikschiff wurde mit einem toten, geschützten Zwergwal an Bord gesichtet, während Blut an der Seite des Schiffes hinunter rann. Es wurden auch Teile von Walfleisch und ein abgetrennter Kopf eines kürzlich geschlachteten Wales auf Film festgehalten.

Der australische Umweltminister Greg Hunt und der neuseeländische Such- und Rettungsdienst wurden beide über den stattfindenden Angriff informiert.

Vor fünf Tagen hat Peter Hammarstedt, Kapitän der Bob Barker, einen offenen Brief an Minister Hunt geschrieben, in dem er seine Enttäuschung über den mangelnden Einsatz der australischen Regierung in Bezug auf die aktuellen Angriffe auf sein Schiff und seine Mannschaft zum Ausdruck brachte. Zur Mannschaft gehören auch neun australische Bürger.

Captain Hammarstedt sagte: “Auf meinen Appell an Greg Hunt gab es keine Reaktion. Nun kann ich ohne Zweifel behaupten, dass die australische Regierung darin versagt hat, ihrer Verpflichtung nachzukommen, etwas gegen die Wilderer der japanischen Walfangflotte zu unternehmen. Man wusste, dass der Angriff unmittelbar bevorstand, und doch hat man nichts unternommen. An den zerteilten Körpern der Wale, die heute getötet wurden, kann man deutlich sehen, dass Hunt das Versprechen gebrochen hat, den Walfang zu überwachen. Die australische Regierung hat nicht nur die Wale in der Antarktis aufgegeben, sondern auch die tapferen australischen Bürger, die sich für ihren Schutz einsetzen. Sea Shepherd wird auch weiterhin das Antarktische Walschutzgebiet verteidigen und internationale Naturschutzgesetze durchsetzen, wenn die Regierungen nichts unternehmen.“

Sea Shepherd ist immer noch die einzige Organisation, die die Unantastbarkeit des Antarktischen Walschutzgebietes aufrechterhält und direkt gegen die illegalen Aktivitäten der japanischen Walfangflotte vorgeht.

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