Captain Siddharth Chakravarty mit den illegalen Treibnetzen, die von Sea Shepherd während „Operation Driftnet“ konfisziert wurden. Foto: Eliza MuirheadWas letztendlich aus den illegalen Treibnetz-Schiffen wird,
liegt in den Händen der chinesischen Behörden.

Die sechs illegalen Fischereifahrzeuge der FU YUAN YU-Flotte befinden sich jetzt in China und die
endgültige Untersuchung ihrer Fischerei-Verbrechen liegt nun in den Händen der chinesischen Behörden.
In den letzten drei Monaten hat Sea Shepherd den Behörden unbestreitbare Beweise über die illegale
Fischerei dieser Flotte geliefert, bei denen elf verschiedene internationale Gesetze und chinesisches
Recht gebrochen wurden.

Sea Shepherd hat angeboten, die Beweise für diesen Fall an die chinesischen Behörden zu übergeben. Neben Augenzeugenberichten, Fotos sowie Logbuch-Einträgen besteht das Beweismaterial aus vier Kilometer Treibnetz, Markierungsbojen sowie Sichtungsmeldungen. Allerdings wurde das Angebot abgelehnt und die Behörden haben stattdessen entschieden, eine eigene Untersuchung einzuleiten.

Kampagnenleiter Siddharth Chakravarty sagte: “Die Beweise an Bord der STEVE IRWIN bilden den wichtigsten Teil der anstehenden Untersuchung. In Anbetracht der Tatsache, dass die chinesischen Behörden ohne dieses Beweismaterial fortfahren wollen, kann ich nur hoffen, dass ihnen die Einreichungen, die auf dem elektronischen Weg bei den Behörden in den letzten drei Monaten erfolgt sind, genügend Beweise geliefert haben, um die Untersuchung erfolgreich durchzuführen und die Täter dieser Fischerei-Verbrechen für schuldig zu befinden.“

Die Flotte tauchte erstmals in einem Blogeintrag von SkyTruth auf, einer Organisation die Fischerei-Aktivitäten dokumentiert, indem sie das automatische Identifikationssystem (AIS) nutzt. Der Blogeintrag erwähnte eine Flotte von Schiffen, die ungewöhnliches Verhalten im Südindischen Ozean zeigte. Die STEVE IRWIN folgte dieser Information, als sie am 18. Januar 2016 von Fremantle, Westaustralien, ablegte.

Eine Woche später, als die STEVE IRWIN auf die Schiffe stieß, stellte sich heraus, dass es sich um eine Flotte von sechs Schiffen handelte, die im Südindischen Ozean fischten.
Die „Rogue 6“-Schiffe, registriert in China, waren entschlossen, große pelagische Treibnetze zu nutzen, eine Art von Fischereiausrüstung, die 1992 in einem Moratorium der Vereinten Nationen verboten wurde. Die Crew der STEVE IRWIN dokumentierte die Aktivitäten der Schiffe und beschlagnahmte einen vier Kilometer langen Abschnitt ihrer Ausrüstung, in dem die Kadaver von 321 Tieren erfasst wurden. Der Fang beinhaltete hauptsächlich Blauhai, aber auch zahlreiche Nichtzielarten von kleineren pelagischen Fischen, vom Aussterben bedrohten Blauflossen-Thunfisch, Delfinen und Robben.

FU YUAN YU 071 mit illegaler Treibnetz-Fischereiausrüstung an Bord. Foto: Eliza MuirheadNach der anfänglichen Interaktion mit der Flotte begann Sea Shepherd, Informationen über die Aktivitäten der Flotte zu erfassen. Es wurde festgestellt, dass die Flotte von Schiffen bereits seit September 2015 im Südindischen Ozean tätig war. Mitte Januar 2016 traf die Flotte der FU YUAN YU-Schiffe dann auf das umladende Fischereischiff LIAO CHANG YU YUN 088, welches den illegalen Fang der Schiffe aufnahm, bevor es wieder in Richtung Hafen von Fuzhou, China, fuhr.

Nach der ersten Überwachung und Beweisvorlage durch Sea Shepherd verschwanden am 19. Februar 2016 die AIS-Signale. Allerdings sendete noch immer ein einziges Signal von der FU YUAN YU 076, welches zeigte, dass sich die Flotte nach Norden bewegte, bevor sie sich am westlichen Rand des Neunzig-Grad-Ost-Rückens im Nordindischen Ozean niederließ.

Am 13. März 2016 traf die STEVE IRWIN erneut auf die Flotte, als sie die FU YUAN YU 076 entdeckte. Über die nächsten 19 Tage wurde das illegale Fischereischiff vom Nordindischen Ozean, durch die Straße von Malakka und in das Südchinesische Meer gejagt, bis sie schließlich in einen Hafen der chinesischen Provinz Fujian einlief. Während dieser Verfolgung dokumentierte die STEVE IRWIN die Vernichtung von Beweismitteln vom Fischereifahrzeug, mit der ultimativen Absicht, jegliche Beweise ihrer aktiven Beteiligung an der Verwendung illegaler Treibnetze zu zerstören.

Die Crew der STEVE IRWIN hielt für drei Tage Wache außerhalb des Hafens von Zhuhai, in dem die FU YUAN YU 076 laut Sichtung am 30. März 2016 einlief. Das Schiff wurde den chinesischen Behörden gemeldet, die für weitere rechtliche Schritte zuständig ist.

„Operation Driftnet“ gelang es, einer Aktion ein Ende zu bereiten, die alle Anforderungen eines klassischen Falls von Fischerei-Verbrechen erfüllt. Mit dem Abschluss dieser Kampagne hat Sea Shepherd ein weiteres Mal eine Lücke der Gesetzesüberwachung auf hoher See geschlossen, indem eine Flotte von sechs Schiffen stillgelegt wurde, die wissentlich internationale Schlupflöcher ausnutzten.

Captain Siddharth Chakravarty sagte: “Das primäre Ziel der ‚Operation Driftnet‘ war es, die Gesetzwidrigkeit der Rogue 6-Schiffe in Angriff zu nehmen. Dieses Ziel wurde durch die Auflösung der Flotte neben der Dokumentation ihrer illegalen Aktivitäten, Beschlagnahmung ihrer Ausrüstung und die Jagd des Schiffes zurück nach China, erreicht. Die Kampagne unterstreicht die große Kluft zwischen der Ausübung eines Fischerei-Verbrechens und wie dieses vor Gericht verhandelt wird. Proaktive Durchsetzung auf den Ozeanen ist der Schlüssel um diese Kluft zu überbrücken und um die zukünftige Gesundheit unserer Ozeane zu sichern.“

Die Crew der STEVE IRWIN zieht das illegale Treibnetz während der Kampagne als Beweis ein. Foto: Eliza MuirheadDie Crew der STEVE IRWIN zieht das illegale Treibnetz während der Kampagne als Beweis ein. Foto: Eliza Muirhead
Ein Gemeiner Delfin, der tot in einem der illegalen Treibnetze gefunden wurde. Foto: Tim Watters Ein Gemeiner Delfin, der tot in einem der illegalen Treibnetze gefunden wurde. Foto: Tim Watters


Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Ok Ablehnen