editorial 150807 1 1 The Price of Saving Pilot Whales 600w08.08.2015: Gestern wurde die in den Niederlanden ansässige gemeinnützige Meeresschutzorganisation
Sea Shepherd Global und fünf Freiwillige von Sea Shepherd von einem dänischen Gericht für schuldig
befunden,das färöische Grindwalfang-Gesetz verletzt zu haben. Allen Angeklagten droht infolge dessen
gleichfalls eine Verurteilung wegen Störung der öffentlichen Ordnung.
 
Die Freiwilligen standen unter der Anklage zu dem "Verbrechen" der Störung einer Abschlachtung von über 250 Grindwalen an den Tötungsstränden von Bøur und Tórshavn auf den Färöer-Inseln am 23. Juli 2015. Im Verlauf der Verhandlung, die in dieser Woche stattfand, bezog die Staatsanwaltschaft ebenso Sea Shepherd Global in diese "Straftat" mit ein.

Die Leiterin des Sea Shepherd Land-Teams, Rosie Kunneke aus Südafrika, und ein weiterer Freiwilliger, Christophe Bondue aus Belgien, waren am Strand von Bøur verhaftet worden, wo 111 Grindwale abgeschlachtet wurden. Kunneke wurde zu einer Geldstrafe von 35.000 Kronen (etwa 4.690 EUR) oder 14 Tagen Haft verurteilt; Bondue zu einer Geldstrafe von 25.000 Kronen (etwa 3.350 EUR) oder ebenfalls 14 Tagen Haft.

Xavier Figarella aus Korsika (Frankreich) und Marianna Baldo aus Italien waren dabei verhaftet worden, wie sie versuchten, die Abschlachtung in Bøur von ihrem Beiboot aus zu dokumentieren. Beide wurden zu einer Geldstrafe von 30.000 Kronen (etwa 4.020 EUR) oder 14 Tagen Haft verurteilt.

Kevin Schiltz aus Luxemburg war am gleichen Tag bei einer zweiten Abschlachtung in Tórshavn verhaftet worden, wo 142 Grindwale abgeschlachtet wurden. Schiltz wurde zu einer Geldstrafe von 5.000 Kronen (etwa 670 EUR) oder 8 Tagen Haft verurteilt.

Sea Shepherd Global wurde wegen vermeintlicher Inszenierung der Vorfälle, die zur Verhaftung der Sea Shepherd Crewmitglieder führten, zu einer Geldstrafe von 75.000 Kronen (etwa 10.050 EUR) verurteilt, obwohl Sea Shepherd jegliches Fehlverhalten von sich wies. Die Behörden der Färöer-Inseln werden ebenso das Boot, mit dem Figarella und Baldo am 23. Juli auf See waren, weiterhin in Verwahrung behalten.

Kunneke verweigerte in der Verhandlung, sich schuldig zu bekennen, und erklärte stattdessen: "Ich bekenne mich nicht für schuldig, weil ich das färöische Grindwalfang-Gesetz nicht als legitimes Gesetz anerkenne. Dänemark ist ein Unterzeichnerstaat der Berner Konvention. Dänemarks Unterstützung für das Grindadráp läuft seinen Verpflichtungen gemäß dieser Konvention zuwider - genauso, wie unsere Verhaftung - die von Polizeibeamten, die offizieller Teil von Dänemarks Polizeikräften sind, vorgenommen wurde - und im Übrigen genauso, wie dieses Verfahren vor diesem Gericht, das ein offizieller Teil des dänischen Rechtssystems ist."

Die Abschlachtung von Walen ist in der Europäischen Union - einschließlich Dänemark - gemäß Anhang II des Übereinkommens zur Erhaltung der europäischen wildlebenden Pflanzen und Tiere und ihrer natürlichen Lebensräume (Berner Konvention) verboten.

Dennoch wird auf den Färöer-Inseln die Abschlachtung von Grindwalen und anderen Kleinwalen fortgesetzt - mit Unterstützung dänischer Polizeikräfte und der Marine sowie mit dem Wohlwollen der dänischen Regierung.

23. Juli 2015: 111 Grindwale werden am Tötungsstrand von Bøur abgeschlachtet. Foto: Mayk Wendt  BearbeitenDer geschäftsführende Direktor von Sea Shepherd Global, Alex Cornelissen, erklärte: "Sea Shepherd hat das Mandat, internationale Umwelt- und Naturschutzgesetze aufrechtzuerhalten - wie in der Weltcharta für die Natur der UN festgelegt. Wir haben nicht die Absicht, diese absurde und hohe Geldstrafe zu bezahlen, die denselben Gesetzen, die unsere Organisation aufrechterhalten will, zuwider läuft. Wir fechten die Rechtmäßigkeit Dänemarks an, Sea Shepherd zu einer Geldstrafe wegen Störung der Abschlachtung von Grindwalen zu verurteilen - als einen Akt, der selbst in Dänemark illegal ist."

Der stellvertretende Generalstaatsanwalt versucht nun, die fünf Sea Shepherd Freiwilligen auszuweisen. Zu allen Anklagepunkten wird zurzeit Berufung eingereicht.

Insgesamt sieben Sea Shepherd Crewmitglieder aus sieben Ländern wurden seit dem 20. Juli auf den Färöern inhaftiert. Allen drohen Anklagen wegen Verletzung des Grindwalfang-Gesetzes.

Susan Larsen aus den USA und Tom Strerath aus Deutschland wurden am 20 Juli bei einem versuchten Grindadráp nahe Klaksvík, im Nordosten der Inselgruppe, verhaftet. Larsen wurde es nach einer ersten Anhörung erlaubt, in die USA zurückzukehren. Strerath bleibt auf den Färöern, sein Pass wurde von den lokalen Behörden konfisziert. Ein weiterer Gerichtstermin für die beiden muss noch festgelegt werden.

Sea Shepherd stellt sich seit den frühen 1980er Jahren in einer führenden Rolle gegen das Grindadráp, und ist zurzeit auf den Färöern im Rahmen von "Operation Sleppid Grindini", seiner sechsten Kampagne zum Schutz der Grindwale, vor Ort.

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