logo mare nostFreitag, 17.07.2015: Das Mittelmeer, welches als Tochter des Atlantik bezeichnet wird,
wurde vor 5 Millionen Jahren geboren, als das Wasser die Straße von Gibraltar durchbrach und dabei
die größte natürliche Flut unseres Planeten verursachte. Der Atlantik verwandelte das, was vorher eine
gigantische Salzwüste war, in ein Gewässer. Dieses beherbergt viele Meereslebewesen, ist aber durch
seine isolierte Lage auch sehr empfindlich gegenüber menschlichen Aktivitäten.
Tatsächlich bedeutet „mediterranean“ sogar „Meer umgeben von Land“.

„Mare Nostrum“ (Unser Meer) ist der Geburtsort unserer Zivilisation, doch es ist zu einem der am meisten verschmutzten und gefährdeten Meere geworden. Es ist ein sterbendes Meer, in welches 69 Flüsse münden, darunter der Nil und die Rhone. Diese transportieren den privaten, industriellen und landwirtschaftlichen Abfall aus den am dichtesten besiedelten Gegenden unseres Planeten, und zwar großen Teilen Europas, Afrikas und dem Mittleren Osten, direkt ins Meer. Extreme Verschmutzung, Überfischung, Wilderei und der wachsende Schiffsverkehr haben dafür gesorgt, dass das Mittelmeer zum gefährlichsten Meer für Meeressäuger geworden ist. 25% des gesamten internationalen Schiffsverkehrs und 30% der gesamten Öltransporte über Wasser finden auf dem Mittelmeer statt, und das obwohl es nur 1% der Gesamtwasseroberfläche der Erde ausmacht.

Und trotzdem hält das Mittelmeer am Leben fest. Es ist immer noch ein globaler Hotspot für die Artenvielfalt des Meeres. Fast ein Viertel aller bekannten Walarten können hier gefunden werden. Es beheimatet etwa 250.000 Streifendelfine und 2000 bis 3000 Buckelwale.

Sea Shepherd hat sich entschlossen, das Mittelmeer bei seinem Überlebenskampf zu unterstützen.

Der Plastikmüll in unseren Meeren und Ozeanen ist direkt verantwortlich für den Tod von Millionen Vögeln, Fischen und zehntausenden Meeressäugern weltweit. Foto: Sea ShepherdPräsidentin Lamya Essemlali entsendet dazu die Kleinbootflotte von Sea Shepherd Frankreich ins Mittelmeer. Diese hat im letzten Jahr schon viele Grindwale auf den Färöern gerettet, wo jedes Jahr das größte Massaker an Meeressäugern stattfindet.

Dieses Mal ist der Feind jedoch gerissener, heimtückischer und sogar zerstörerischer als die Walfänger der Färöer. Der Plastikmüll in unseren Ozeanen ist direkt verantwortlich für den Tod von Millionen von Vögeln, Fischen und zehntausenden Meeressäugern weltweit.

Dieser Plastikmüll im Meer ist weit verteilt und kommt von einer Vielzahl von Quellen, darunter Unternehmen, Einzelpersonen und Gemeinden. Wir sind alle verantwortlich. Und deshalb müssen wir auch alle etwas dagegen unternehmen.

Zusätzlich zum Einsammeln dieses Plastikmülls zielt „Operation Mare Nostrum“ darauf ab, das Meer von herrenloser Fischereiausrüstung zu befreien: Haken, Geisternetze und Fallen, welche vergessen wurden oder im Meer verloren gingen, jedoch seit Jahrzehnten weiterhin wahllos töten, ohne von jemandem aus dem Meer entfernt zu werden.

Die Flotte wird aus „Thor“ und „Loki“, zwei Hochgeschwindigkeitsbooten aus Aluminium, und der „Columbus“, dem Botschafterschiff von Sea Shepherd, bestehen. Die „Columbus“ wird vom Seemann Jean-Yves Terlain gechartert. Bei diesem einzigartigen, mobilen Projekt wird in den anvisierten Regionen ein Team von rund 20 Leuten mit den verschiedensten Hintergründen und Fähigkeiten den ganzen Sommer in Schichten arbeiten, mit der gelegentlichen Hilfe von erfahrenen Tauchern.

Die Säuberungsaktion wird in Marseille beginnen und dann an der italienischen und spanischen Küste sowie Korsika fortgesetzt. Der gesamte geborgene Plastikmüll wird in Sea Shepherds „Vortexprojekt“ wiederverwendet.

Das Sea Shepherd-Botschafterschiff „Columbus“ wird an „Operation Mare Nostrum“ teilnehmen. Foto: Sea ShepherdWährend der Durchführung dieser Aufräumaktionen werden an Bord der „Columbus“ See-Exkursionen für Kinder angeboten, besonders für die aus den benachteiligten nördlichen Teilen Marseilles. Ziel ist es, ihnen mehr über das Meer beizubringen, sowohl die Schönheit (Meereslebewesen) sowie die weniger glanzvolle Seite (die Auswirkungen der menschlichen Verschmutzung auf das wertvolle und empfindliche Leben).

Mann muss nicht ans Ende der Welt reisen, um Wale und Delfine zu sehen. Sie sind genau hier, in Unserem Meer. Aber sie könnten verschwinden, bevor wir die Chance haben, sie wirklich kennenzulernen. Wir haben noch Zeit, etwas zu unternehmen, aber wir können es uns nicht leisten, noch länger zu warten.

„Die Kampagne wird Anfang Oktober mit der Rückkehr nach Marseille enden“, erklärte Lamya Essemlali, Präsidentin von Sea Shepherd Frankreich. „Mit seiner Geschichte, Größe und seinem Einfluss auf das Mittelmeer ist Marseille eine Schlüsselstadt, die eine entscheidende Rolle spielt. Wenn sich Marseille ändert, kann sich auch das Schicksal des Mittelmeers ändern.“

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