gwelan rescue8. Juni 2015: „Operation Gwelan Rescue 2015“

Zum zweiten Mal beteiligt sich Sea Shepherd im Zentrum zum Schutz der Waldfauna „Volée de Piafs“ an der Mobilisierung eines Teams von Freiwilligen, um sowohl den Möwenküken als auch den verwundeten erwachsenen Tieren in ihrer Nistphase von Juni bis September zu helfen.

Die Städte stellen eine unerschöpfliche Nahrungsquelle für diese Meeresvögel dar, für die es immer schwieriger wird, Nahrung im Meer zu finden. Die erwachsenen Tiere nisten daher meistens in solchen Gebäuden, als im Fischerei- und Handelshafen von Lorient. Hunderte von Jungtieren schlüpfen an diesen betonierten, feindlichen und gefährlichen Orten und ein großer Teil von ihnen wird niemals das Erwachsenenalter erreichen.

Die Möwe, ein zu Unrecht verurteilter Vogel
Als Opfer eines ungerechtfertigten Rufs als „Schädling“, werden die Möwen besonders während der Hochsommerphase schlecht behandelt und sind zahlreichen Gefahren ausgesetzt. Bei der breiten Öffentlichkeit sind sie unbeliebt, werden oft als „Ratten der Lüfte“ bezeichnet, und man ärgert sich über die Lärmbelästigung oder die Sachbeschädigung durch ihren Kot.

Jedoch können die Möwen dabei helfen, die Städte sauber zu halten. Sie sind tatsächlich „Putzkräfte“, die sich von Hausmüll ernähren, von Ratten und Insekten, wodurch sie auch einen Beitrag beim Aufräumen der städtischen Umwelt leisten.

kükenAber sie sind weit davon entfernt, sich an die Städte anzupassen; letztere sind extrem feindselig und gefährlich für diese Nestflüchter, deren Population an den Küsten stark zurückgegangen ist. (Population der Brutvögel: 53050 - 55875 Paare, Zahl sinkend; Auswertung durch die Vogelrichtlinie 2013)

Verlorene Möwen im Stadtdschungel
Nur zwei oder drei Tage nach dem Schlüpfen beginnen die Jungtiere, die Umgebung um das Nest herum zu erkunden. Ihre Ausflüge haben oft zur Folge, dass die frisch geschlüpften Vögel auf den Boden fallen. Und obwohl die Mehrheit ohne Zwischenfall landet, beginnt für sie ein mühseliger Weg, den nur wenige überleben werden. Wenn auch die natürliche Umgebung nicht ohne Gefahren für die Küken ist, so ist es die städtische Umgebung in viel größerem Maße. Die Möwen sind kaum daran angepasst und sie lässt ihnen nur sehr geringe Überlebenschancen.

Verwirrt und ungeliebt, ohne Schutz vor dem Straßenverkehr und ein leichtes Opfer für unsere Haustiere, aber auch für die sadistischen Triebe mancher Menschen, die sie als Schädlinge ansehen, die aus dem Weg geräumt werden müssen – die Kadaver von Möwenküken findet man in großer Anzahl auf den Gehwegen. Auf dem Papier ist diese Tierart durch die Bonner Konvention geschützt.

Den Möwen eine Chance geben
Das Pflegezentrum „Volée de Piafs“ arbeitet seit vielen Jahren daran, Möwen in Not zu helfen. Es gibt dort so viel Arbeit, dass zusätzliche Hilfe von außerhalb dringend benötigt wird. Sea Shepherd mobilisiert deshalb zum zweiten Mal sein Netzwerk von Freiwilligen, um „Volée de Piafs“ in ihrer Mission zu unterstützen.

Vom Beton zum Meer
Von Juni bis September werden die Mitglieder von Sea Shepherd auf den Straßen von Lorient patrouillieren, um die hilflosen und/oder verletzten Küken, Jungtiere und erwachsenen Tiere wieder aufzusammeln und sie so den Misshandlungen zu entziehen, denen diese Vögel oft zum Opfer fallen, wenn sie verletzlich und schwach sind.

FliegSie werden danach in die Zentrale von „Volée de Piafs“ oder gebracht. Sea Shepherd hat 2013 bei dem Bau zwei neuer Volieren mitgeholfen. Die Tiere, denen dort geholfen wird, werden – je nach Fall – von zwei Monaten bis zu einem Jahr mit Nahrung und Wasser versorgt. Wenn sie sich erholt haben, werden die Vögel in ihrer natürlichen Umgebung freigelassen, weit weg von den Gefahren der Stadt, wie es bei den 307 gefundenen Küken während der „Operation Gwelan Rescue 2013“ der Fall war.




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