Die Crew der "Bob Barker" winkt der auslaufenden "Sam Simon" zum Abschied. Foto: Michael Artemis22. Juni 2015: Das Sea Shepherd-Schiff "Sam Simon" hat Bremen verlassen
und schließt sich damit „Operation Sleppid Grindini“ an – der sechsten Kampagne der Organisation
zum Schutz der Grindwale auf den Färöern. Das Schiff wird voraussichtlich am Freitag bei der
Inselgruppe eintreffen. Unterwegs wird es Mitte der Woche einen kurzen Zwischenstopp bei den
Shetland-Inseln einlegen. Angeführt von Captain Lockhart "Locky" MacLean, einem Sea Shepherd-Veteranen aus Kanada, wird sich die Crew der in den Niederlanden registrierten "Sam Simon" ihren Kameraden an Bord der "Brigitte Bardot" anschließen. Die "Brigitte Bardot" ist Sea Shepherds schneller Trimaran und erreichte die rauen Gewässer der Färöer schon letzten Mittwoch.

Seit Hunderten von Jahren treiben die Bewohner der dänischen Färöer wandernde Grind- und andere Kleinwale ins flache Wasser, um sie dort in dem sogenannten „Grindadráp“ oder „Grind“ abzuschlachten.

„Dänemark erlaubt den Färöern, ihr barbarisches Grindadráp-Ritual fortzuführen – trotz der Tatsache, dass Dänemark die Berner Konvention unterschrieben hat, die das Abschlachten von Walen verbietet. Wie andere Praktiken, die nicht ins 21. Jahrhundert gehören, weil sie gegen Menschenrechte oder den Tierschutz verstoßen, macht der Begriff der Tradition eine Praktik nicht akzeptabel oder human“, sagte Captain MacLean.

Crewmitglieder verabschieden sich, während die "Sam Simon" zur "Operation Sleppid Grindini" aufbricht. Foto: Michael Artemis„Dieses Jahr folgt Sea Shepherd auch einer Tradition, die wir 1985 ins Leben gerufen haben, um die abgelegenen Färöer anzusteuern und die Aufmerksamkeit der restlichen Welt auf diesen grausamen und unmenschlichen Brauch zu lenken“, fügte er hinzu.

Die Population der Gemeinen Grindwale ist einer Anzahl von Bedrohungen ausgesetzt. Dazu zählen militärische Sonargeräte und das Verwickeln in Angelgeräte. Man schätzt, dass die Population dieser Spezies in drei Generationen weltweit um 30% sinken könnte.

Die Tötungssaison 2015 wurde am Samstag, den 6. Juni in abscheulicher Manier eingeläutet, als 154 Grindwale am Miðvágur-Strand auf der Insel Vágar im Nordwesten der Färöer geschlachtet wurden. Das Grind fand vor der Ankunft von Sea Shepherd statt und war das größte Delfin-Massaker der Inseln seit 2013.

Captain MacLean führt eine internationale Crew von Freiwilligen an, die bereit sind, in der Verteidigung der Grindwale an vorderster Front zu stehen.

„Unser Schiff, die Sam Simon, hat 24 leidenschaftliche Freiwillige an Bord, die aus 11 Nationen stammen. Unsere Hoffnung ist, dass sich Mitgefühl gegen Grausamkeit durchsetzen wird, damit die schönen Buchten und Strände der Färöer nicht mehr mit dem Rot des Blutes von hochintelligenten, empfindsamen und sozialen Säugetieren gefärbt sein wird“, sagte Captain MacLean.

Das Sea Shepherd Schiff "Bob Barker", ebenfalls in den Niederlanden registriert, wird in Kürze zu den anderen Crews auf den Färöern stoßen und damit Sea Shepherds stärkste Präsenz auf See bilden, die die Organisation bislang dort gezeigt hat.

Die Schiffe werden von einem internationalen Landteam unterstützt, welches von Rosie Kunneke aus Südafrika geleitet wird. Dieses Team ist bereit, alles zu tun, was innerhalb des gesetzlichen Rahmens möglich ist, um die Grindwale und andere Delfinarten zu schützen.

Unterstützer versammeln sich, um die "Sam Simon" zu verabschieden. Foto: Guiga Pirá

Unterstützer versammeln sich, um die "Sam Simon" zu verabschieden. Foto: Guiga Pirá

Die Sam Simon passiert die "Bob Barker" beim Verlassen des Bremer Hafens. Foto: Guiga Pirá

Die Sam Simon passiert die "Bob Barker" beim Verlassen des Bremer Hafens. Foto: Guiga Pirá

Die "Sam Simon" ist nun auf dem Weg zu den Färöern. Foto: Guiga Pirá

Die "Sam Simon" ist nun auf dem Weg zu den Färöern. Foto: Guiga Pirá


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