Die Brigitte Bardot vor der Küste von Syrakus während Operation Siracusa 2014. Foto: Tommaso De Lorenzi26. Mai 2015
Illegale Fischerei-Aktivitäten durch Wilderer in der "A-Zone" verhindert

Nach der unglaublich erfolgreichen Kampagne im Jahr 2014 gibt Sea Shepherd Global die diesjährige "Operation Siracusa 2015" bekannt. Geleitet wird die Kampagne von Sea Shepherd Italien und hat das Ziel, das sensible Ökosystem des Plemmirio Meeresschutzgebiets an der Ostküste von Syrakus in Sizilien vor illegaler Fischerei zu schützen.

Schon jetzt kann man die Wirkung der diesjährigen Kampagne spüren. Am Freitag, den 22. Mai, dem ersten Patrouillentag 2015, trafen die Freiwilligen von Sea Shepherd auf ein Schiff, das sie der illegalen Fischerei verdächtigten. Das Schiff wurde in der Nacht entdeckt, mit zwei Tauchern in direkter Nähe im Wasser, am Rande der "A-Zone" – dem am strengsten geschützten Gebiet im Reservat.

Sea Shepherd benachrichtigte umgehend die lokalen Behörden über die verdächtige Aktivität. Als die Umweltpolizei zu den Ermittlungen eintraf, konnten sie einen Van ausmachen, der für die Flucht der Wilderer bereitstand.

Wenig später traf Verstärkung durch die Finanz- und Zollpolizei und die Küstenwache ein. Die Wilderer versuchten durch Tauchen zu entkommen, ließen ihr Gefährt und die Ausrüstung zurück, konnten jedoch nach einer nächtlichen Suchaktion gefasst werden. Die Ermittlungen sind aufgenommen worden.

Das Plemmirio Meeresschutzgebiet wurde im Jahr 2004 eingerichtet und erstreckt sich über einen 14 km langen Küstenstreifen an der Ostküste von Penisola della Maddalena (Siracusa). Das Reservat umfasst 2429 Hektar und ist als "Area Specialmente Protetta di Interesse Mediterraneo (ASPIM)" klassifiziert; ein Name, der ausdrücken soll, dass dieses Gebiet besonders wichtig für den Erhalt der Artenvielfalt im Mittelmeer ist. Das Gebiet ist ebenfalls als "Area Marina di Reperimento" gelistet, was bedeutet, dass sein Erhalt Priorität hat.

Der Braune Zackenbarsch ist das Ziel von Wilderern in Siracusa. Foto: Antonio DrosiDas Reservat ist ein Paradies für Meereslebewesen, darunter Thunfische, Große Bernsteinmakrelen und Haie, sowie kurzzeitig dort lebende Meeressäuger, wie der Pottwal. Arten, die quasi direkt durch die Wilderei in der Region betroffen sind, sind Seeigel und der Braune Zackenbarsche. Letztgenannter steht auf der Roten Liste der gefährdeten Arten der Weltnaturschutzunion IUCN.

Während Operation Siracusa 2015 werden Freiwillige von Sea Shepherd im Territorium entlang der Küsten des Reservats patrouillieren und jegliche Wilderei-Aktivitäten aufdecken, dokumentieren und melden. An Tagen mit schlechtem Wetter, wenn derartige Patrouillen nicht möglich sind, werden sich die Freiwilligen zu Strandsäuberungsaktionen treffen und Plastik sowie anderen Müll aus dem Gebiet entfernen.

Sea Shepherd wird seine erfolgreiche Zusammenarbeit mit den Behörden von AMP Plemmirio (dem Naturschutzreservat) fortführen, die während der vergangenen Kampagne entstanden ist und zur Rettung von 1250 Seeigeln, der Beschlagnahmung von illegalen Fischernetzen und Fischereiausrüstung und Bußgeldern für kriminellen Taten der ertappten Wilderer führte.

Auch im Jahr 2015 erhält Sea Shepherd die großartige Unterstützung von Enzo und Patrizia Maiorca für Operation Siracusa. Sie sind Mitglieder von Sea Shepherds Beirat und Weltmeister im Freitauchen. Enzo und seine Tochter Patrizia haben die Kampagne initiiert. Sie interessieren sich leidenschaftlich für die Meere und ihre wundervollen Bewohner und sind besonders um das Schicksal dieses bedrohten, sensiblen Ökosystems besorgt.

Enzo Maiorca hält eine Rede während einer Pressekonferenz zu Operation Siracusa. Foto: Giacomo GiorgiGeschäftsführer von Sea Shepherd Global, Alex Cornelissen, stellte fest: "Im zweiten Jahr wird Sea Shepherd Italien mit den lokalen Behörden auf Sizilien zusammenarbeiten, um die derzeitigen Wilderei-Aktivitäten im Plemmirio Meeresschutzreservat zu beenden. Nach dem unglaublichen Erfolg der vergangenen Operation starten die Freiwilligen von Sea Shepherd mit der gleichen Intention und haben es bereits geschafft, die ersten Festnahmen der Saison zu veranlassen. Es gibt keinen Zweifel daran, dass unter den wachsamen Augen von Sea Shepherd Italien die Wilderer mit der Plünderung dieses wichtigen Naturschutzreservats nicht weiter ungestört durchkommen werden. Jeder in der Sea Shepherd Bewegung erwartet nun weitere Nachrichten aus Sizilien. Kein Zweifel, es werden weitere Festnahmen von Wilderern folgen und die Ausbeutung wird ein weiteres Mal zum Stillstand kommen."

Der Gründer von Sea Shepherd, Captain Paul Watson, pries die Freiwilligen, die an der Operation Siracusa im Jahr 2014 teilnahmen, als "passionierte, mutige Verteidiger der Meeresbewohner – Menschen, die tun, was sie tun, nicht weil sie Ruhm suchen, oder auf Geld aus sind, sondern weil sie ihren Planeten lieben, weil sie unsere Ozeane lieben und weil sie das Leben lieben, das darin schwimmt und über ihnen fliegt."

Hintergrund:
Das Plemmirio ist als "Area Specialmente Protetta di Interesse Mediterraneo (ASPIM)" klassifiziert, ein Name, der ausdrücken soll, dass dieses Gebiet wichtig für die Erhaltung der Artenvielfalt im Mittelmeerraum ist, ebenso wie es als "Area Marina di Reperimento" bezeichnet wird, was bedeutet, dass die Erhaltung des Gebiets absolute Priorität hat.

Das Plemmirio Meeresschutzgebiet ist in drei Schutzzonen unterschiedlicher Qualität unterteilt: in die A-Zone, wo die Vorschriften zum Schutz am stärksten sind, in die B-Zone, dem zweithöchsten Level und die C-Zone, in der die Vorschriften am geringsten sind.

Die A-Zone genießt absoluten Schutz. Kein Schiff darf sie befahren oder dort ankern. Fischerei, das Einsammeln von Lebewesen oder Tauchen ist verboten. Speerfischen, ob mit Tauchgerät oder freitauchend, ist in allen drei Zonen untersagt.


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