Die Crew der „Sam Simon“ holt über 72 Kilometer illegales Stellnetz ein, welches von der „ Thunder“ in den Gewässern der Antarktis zurückgelassen wurde. Foto: Giacomo Giorgi10. April 2015
Heute lief das Sea Shepherd-Schiff „Bob Barker“ in Tema, Ghana, ein
und beendete Sea Shepherds 11. Südpolarmeer-Kampagne Operation Icefish.

Die Kampagne zog weltweite Aufmerksamkeit auf das Thema der Wilderei von Riesen-Antarktisdorschen
und Schwarzen Seehechten auf sich und führte zu einem beispiellosen Maß an internationaler Zusammenarbeit
im Kampf gegen die illegale Fischerei auf den Weltmeeren.

Anfang Dezember 2014 brachen die Sea Shepherd-Schiffe „Bob Barker“, geführt von Peter Hammarstedt aus Schweden, und die „Sam Simon“, geführt von Sid Chakravarty aus Indien, von Australien und Neuseeland aus auf, um die rechtsfreien Gebiete des Südpolarmeeres zu patrouillieren. Die Schiffe befanden sich auf der Suche nach den sechs verbliebenen Antarktisdorsch-Wilderer-Schiffen – von Sea Shepherd „Bandit 6“ genannt – die für ihre illegalen Aktivitäten in den Gewässern der Antarktis bekannt sind.

Am 17. Dezember 2014 fing die „Bob Barker“ das berüchtigtste der Wilderer-Schiffe, die von Interpol gesuchte „Thunder“, bei der Banzare Bank in der Antarktis ab. Während der viereinhalb Monate andauernden und weltrekordbrechenden Verfolgung des Wilderer-Schiffes wurden etwa 11.533 Seemeilen vom Südpolarmeer zum Indischen und schlussendlich zum Atlantischen Ozean zurückgelegt.

Am 25. Dezember 2014 begann die „Sam Simon“ eine vierwöchige Aktion, bei der sie die illegale Fischereiausrüstung, die von der „Thunder“ auf der Flucht vor der „Bob Barker“ zurückgelassen wurde, aus dem Meer entfernte. Über 72 km illegales Stellnetz wurde eingeholt. Die sichergestellte Ausrüstung wurde später den lokalen Behörden auf Mauritius übergeben und löste so die allererste Untersuchung eines Fischereischiffes aus, das von Interpol mit einer Lila Notiz belegt worden war.

Am 2. Februar fing die „Sam Simon“ zwei weitere Schiffe der „Bandit 6“, die „Kunlun“ und die „Yongding“, in australischen Gewässern westlich des Rossmeeres ab. Anschließend verfolgte sie die „Kunlun“ und vertrieb sie aus ihren Jagdgründen im Südpolarmeer.

Im März wurde die „Kunlun“ und ein weiteres Schiff der „Bandit 6“, die „Viking“, die beide mit einer Lila Notiz von Interpol belegt sind, von Behörden in Südostasien festgesetzt. Die Untersuchungen ihrer Verbrechen dauern noch an.

Sea Shepherd übergibt die gerettete Crew der „Thunder“ an die Küstenwache von São Tomé. Foto: Jeff WirthNach 110 Tagen Verfolgung durch die „Bob Barker“ wurde die „Thunder“ am Montag überraschenderweise in den Gewässern von São Tomé und Príncipe, vor der Westküste Afrikas, versenkt. Sea Shepherd glaubt, dass die Versenkung ein vorsätzlicher Sabotageakt war, bei dem der Kapitän und die Offiziere der „Thunder“ versuchten, Beweise für ihre illegalen Fischereiaktivitäten zu vernichten.

Die Schiffe von Sea Shepherd konnten die gesamte 40-köpfige Crew, inklusive Kapitän, Offiziere und Deckcrew retten, die alle in Rettungsinseln geflüchtet waren, bevor die „Thunder“ sank.

Die Crew der „Thunder“ wurde von der „Sam Simon“ in Empfang genommen, welche die geretteten Männer später am Abend der Küstenwache von São Tomé und Príncipe übergab. Die Crew der „Thunder“ wird in São Tomé festgehalten, während die Untersuchungen zum Untergang des Schiffes andauern.

Der Kapitän der „Bob Barker“, Peter Hammarstedt sagte: „Wie immer messen wir unseren Erfolg an der Anzahl der von uns geretteten Leben. Im Verlauf der Operation Icefish hat Sea Shepherd nicht nur das Leben unzähliger Antarktisdorsche, sondern auch das Leben unzähliger anderer Meeresbewohner gerettet, die sonst dem wahllosen Töten der Wilderer zum Opfer gefallen wären. Wir haben den Wilderern einen Schaden in Millionenhöhe zugefügt und eine eindeutige Nachricht an die verbliebenen Wilderer geschickt – Wilderei wird in den Gewässern der Antarktis nicht geduldet.“

Captain Hammarstedt wird weiterhin mit Interpol zusammenarbeiten, um die letzten Beweismittel, die auf der „Thunder“ gesammelt wurden, zu übergeben.

Der Kapitän der „Sam Simon“, Sid Chakravarty sagte: „Die international koordinierten Anstrengungen, die durch Operation Icefish ausgelöst wurden, weisen den Weg zu einer neuen Herangehensweise, um gegen internationale Fischereiverbrechen zu kämpfen. Angeführt durch die Anstrengungen von Sea Shepherd und koordiniert durch die spezialisierte Einheit gegen Umweltverbrechen von Interpol (Environmental Crime Unit), sind die Regierungen der Welt in Aktion getreten. Es war eine wirklich inspirierende Erfahrung und eine große Ehre, unsere engagierten Crews in dieser Kampagne anzuführen.“

Captain Chakravarty wird weiterhin wegen der Crew der „Thunder“ mit den Behörden von São Tomé und Príncipe in Verbindung bleiben. Sea Shepherd ist außerdem bereit zu helfen, falls die „Yongding“ in den nächsten Wochen versuchen sollte, einen Hafen anzulaufen.

Operation Icefish war Sea Shepherds erste Kampagne mit dem Ziel, gegen illegale, unregulierte und undokumentierte (IUU) Fischerei von Antarktisdorschen in den Gewässern der Antarktis vorzugehen. Sie war die bislang längste ununterbrochene Kampagne von Sea Shepherd auf See.


Die „Bob Barker“ und die „Sam Simon“ bei der Verfolgung der „Thunder“. Foto: Simon AgerDas berüchtigtste Wilderer-Schiff, die „Thunder“, geht unter, nachdem sie von ihrem eigenen Kapitän und Offizieren versenkt wurde. Foto: Simon Ager


Weitere Informationen findest du auf unserer Kampagnenseite:
Operation Icefish

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