seallogoSea Shepherd UK hat eine Crew zum Schutz der Robben nach Gamrie Bay (Banffshire) für die erste Phase unserer Kampagne 2015 entsendet. Sie soll verhindern, dass Schottlands berühmte Robben illegal durch Netzfischerei an der Küste, durch Fischfarmbetreiber oder irgendjemand anderen getötet werden.

2014 hatten Beschäftigte des Lachsfangbetriebes USAN Fisheries Ltd. (auch bekannt als Scottish Wild Salmon Company) Netze an beiden Seiten der Gamrie Bay angebracht und eine Robbe erschossen, bevor wir dort eintrafen und verhinderten, dass im weiteren Verlauf des Jahres Robben getötet wurden. Deshalb findet der diesjährige Einsatz einer Crew zum Schutz der Robben und eines schnellen Schlauchbootes im Hafen von Gardenstown zeitgleich mit dem Beginn der Fangsaison für Wildlachse statt.

Der Einsatz einer Land- und Bootscrew durch Sea Shepherd UK stellt lediglich den Beginn einer viel größeren und umfangreicheren Kampagne im Jahr 2015 dar, die sich an unseren Erfolg im letzten Jahr anschließt.

2014 nahmen zu Beginn der Kampagne in Gardenstown Mitglieder der Hunt Saboteurs Association (HSA) an unserer Kampagne teil, die in diesem Gebiet zunächst ein kleines Team zur Überwachung und Informationsbeschaffung hatten. Sie schickten dann ein viel größeres Team zur Unterstützung und reagierten so auf die immer stärker werdenden Einschüchterungsversuche der Fischer und ihrer „Verbündeten“.

sealEgal wo Sea Shepherd im Einsatz ist, wir versuchen immer, Freiwillige vor Ort und Helfer zu rekrutieren. Durch das Anwerben von örtlichen Freiwilligen aus Aberdeenshire waren wir 2014 in der Lage, unsere Kampagne zum Schutz der Robben zunächst auf Montrose/Lunan Bay und dann bis zum Gebiet der Dunnet Bay im hohen Norden bei Thurso auszudehnen. Während der Wildlachs-Fangsaison 2014 konnten wir uns dort mit unseren Ressourcen auf Küsten-Patrouillen an Land und mit dem Boot konzentrieren. Der Einsatz von Sea Shepherd UK an der Nordküste und den Orkney Inseln war teils dadurch möglich, dass die HSA in einer eigenen erfolgreichen Kampagne zum Schutz der Robben ihre Teams einsetzten, indem sie intensive Überwachungen an Land durchführten, die auf die Aktivitäten der Lachsfischer entlang der Küste von Montrose abzielten.

2014 verhinderten unsere Patrouillen an Land und auf See jedweden illegalen Abschuss und jegliches Töten von Robben, wo unsere Teams und Kameras die Lage im Visier hatten.

Die diesjährige Robbenschutzkampagne von Sea Shepherd wird genauso wie 2014 die Aktivitäten von Fischfarmen, als auch die der Fischereibetriebe für Lachs oder andere Fische überwachen. Diese verfügen über Genehmigungen zum Abschuss von Robben der Behörde „Marine Scotland“, um ihren Fang und damit ihren Profit zu schützen. Diese Lizenzen, in denen Angaben über die Zahl der Robben, die Orte und die Bedingungen gemacht werden, unter denen Robben erschossen werden dürfen (wobei der Abschuss von Robben erst als letzte Möglichkeit genannt wird, falls alle anderen ergriffenen Maßnahmen erfolglos waren), werden von einigen Fischfarm- und Fischereibetrieben missbraucht, da eine Kontrolle durch die Regierung völlig fehlt. Durch jahrelange, erfolgreiche Forschung und durchgeführte Versuche mit akustischen Apparaten (oft auch Pinger genannt), die die Robben von der Küste und den Flüssen fernhalten, und dem effektiven Einsatz von zusätzlichen „EcoNets“ (Anm.: stabiles Netz, das bei Fischfarmen verwendet wird) um die Wassergehege der Fischfarmen ist bewiesen, dass effektive und bewährte Methoden existieren, die die Robben von den gefangenen Fischen fernhalten. Deshalb ist es gemäß den Bedingungen der Abschussgenehmigungen von Marine Scotland unnötig, Robben zu töten – aber einige Betriebe investieren ihr ganzes Geld weiterhin in Geräte für die Abschreckungs- und Vorbeugungsmaßnahmen und bevorzugen die billige Variante, Munition zu kaufen.

Nach offiziellen Angaben werden jedes Jahr 300 Robben erschossen, doch diese Angaben stammen ausschließlich von den Betrieben und Menschen, die den Abzug der Gewehre betätigen. Sea Shepherd UK ist sich sicher, dass die tatsächliche Zahl der erschossenen Robben diese offizielle Zahl weit übertrifft. Einige Umweltschutzgruppen haben schon behauptet, dass in Wirklichkeit jedes Jahr bis zu 2000 Kegelrobben und Seehunde in Schottland abgeschossen würden.

Sea Shepherd UK fordert Marine Scotland auf, seine derzeitige Politik hinsichtlich der Robben zu überdenken, weil es andere, erprobte Methoden zur Abschreckung der Tiere gibt, und alle ausgestellten Lizenzen für ungültig zu erklären. Es sind weder Beamte der Regierung, noch andere, vertraglich gebundene, unabhängige Teams dafür abgestellt, die Aktivitäten dieser Fischereibetriebe zu überwachen. Deshalb werden die Crews der Robbenschutzkampagne weiterhin diese Aufgabe übernehmen und unbedingt notwendige Patrouillen durchführen, deren Ergebnisse der schottischen Polizei und den Wasser- und Flussschutzbeamten dazu dienen können, Ermittlungen wegen Wilderei oder anderer illegaler Aktivitäten einzuleiten. Wenn nötig, wird unsere Crew eingreifen, um das illegale Töten oder absichtliches Verfolgen der berühmten schottischen Robben, die nach aktuellem Recht in Großbritannien und der EU zu den geschützten Tierarten gehören, zu unterbinden.

sealcrewBei Sea Shepherds diesjähriger Robbenschutzkampagne in Schottland engagieren sich bereits über 60 Freiwillige, die alle ihre Kosten selbst tragen. Sie kommen aus Schottland, England, Wales, Nordirland, Italien, Spanien, Deutschland, Frankreich, USA und Chile, um zum Schutz der schottischen Seehunde beizutragen. Während der nächsten fünf Monate werden unsere Crews in vielen Küstenregionen des Festlandes und der Inseln im Einsatz sein, und Gebiete überwachen, in denen Robben derzeit illegal oder angeblich legal mit der Erlaubnis von Marine Scotland abgeschossen werden. Unsere internationale Crew wird an Land entlang der Küste patrouillieren und schnelle Schlauchboote einsetzen. Darüber hinaus kommen zwei Boote von Privatbesitzern und -betreibern zum Einsatz.

Sea Shepherd UK setzt eine Belohnung von 5000 Pfund für Informationen und fotografisches oder filmisches Beweismaterial aus, welches direkt dazu führt, dass Ermittlungen gegen Einzeltäter oder Betriebe (einschließlich deren Angestellte, Vertreter oder Vertragspartner) wegen bewusstem und illegalen Töten von Meeressäugetieren – Robben eingeschlossen – oder von gefährdeten Meerestieren an der Küste von Großbritannien oder in dessen Territorial-Gewässern eingeleitet werden können. Zur sicheren und vertraulichen Übermittlung von Informationen schicke bitte eine E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! und mache detaillierte Angaben, wie Ort, Datum und Zeit der Straftat – wenn möglich mit deutlichen Fotos und/oder Filmmaterial in hoher Qualität.

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Ok Ablehnen