Viking1Der illegalen Fischerei im Südpolarmeer wurde ein weiterer harter Schlag versetzt: Das unter nigerianischer Flagge fahrende Wildererschiff "Viking" wurde in Malaysia festgesetzt.

Wegen Verstößen gegen malaysisches Seerecht festgehalten, haben malaysische Behörden angekündigt, dass gegen die "Viking" auch wegen vermuteter illegaler, unregulierter und undokumentierter Fischerei
(IUU-Fischerei) ermittelt wird.



Das Schiff wurde mit 18 Mann Besatzung festgesetzt. Dabei handelt es sich um einen Chilenen, zwei Peruaner und 15 indonesische Staatsbürger. Der Kapitän des Schiffes, dessen Nationalität unbekannt ist, wurde verhaftet.

Die "Viking" ist eines der verbliebenen sechs IUU-Schiffe, die von Sea Shepherd als die "Bandit 6" bezeichnet werden. Sie sind dafür bekannt, die gefährdeten Antarktisdorsche in den Gewässern um die Antarktis zu fangen. Die "Viking" ist schon das zweite der sechs Schiffe, das in diesem Monat von Behörden festgesetzt wurde.

Das Sea Shepherd-Schiff "Bob Barker" verfolgt derzeit in einer rekordbrechenden Jagd die "Thunder" – das berüchtigtste Schiff der "Bandit 6". Auch sie fuhr unter nigerianischer Flagge, bevor ihr letzte Woche die Registrierung entzogen wurde.

Genau wie ihre fünf Schwesterschiffe blickt die "Viking" auf eine lange Geschichte der illegalen Fischerei zurück. Im Jahr 2013 wurde das damals noch "Snake" genannte Schiff als erstes von Interpol mit einer Lila-Notiz wegen Verstößen gegen das Fischereirecht, die von norwegischen Behörden beanstandet wurden, belegt. Die Besitzer und Betreiber des Schiffes werden sowohl verdächtigt, gegen nationale Gesetze und Regularien, als auch internationale Konventionen durch Betrug und Straftaten in Bezug auf Fischerei zu verstoßen.

Viking2Obwohl Sea Shepherd die Festsetzung der "Viking" begrüßt, ruft die Organisation die verantwortlichen Behörden auf, dafür Sorge zu tragen, dass die Besitzer und Offiziere des Schiffs strafrechtlich belangt werden und das Schiff verschrottet sowie der Fang konfisziert wird.

Captain Peter Hammarstedt von der "Bob Barker" sagte: „Im Mai 2014 wurde die Thunder in Malaysia festgehalten, und obwohl sie wegen illegaler Fischerei schuldig gesprochen wurde, konnte das Schiff gegen eine kleine Geldbuße mit seinen illegalen Aktivitäten fortfahren. Sieben Monate später haben meine Crew und ich die Thunder dann an der Banzare Bank abgefangen, während sie wieder illegale Fischerei betrieb. Es handelt sich um erfahrende Wiederholungstäter, die sich nicht von einem leichten Schlag auf die Finger von ihrem Vorhaben abbringen lassen. Der einzige Weg, um sicherzugehen, dass die Viking nicht wieder zurückkehrt, um das Südpolarmeer zu plündern, ist es, sie zu beschlagnahmen und die Betreiber und Offiziere für ihre Verbrechen festzunehmen.“

Zusätzlich zu den Fischerei-Verbrechen ruft Sea Shepherd die malaysischen Behörden auf, mögliche Menschenrechtsverletzungen an Bord der "Viking" zu untersuchen.

Captain Sid Chakravarty des Sea Shepherd-Schiffes "Sam Simon" sagte: „Letzte Woche berichtete Sea Shepherd von dem Selbstmordversuch eines der indonesischen Besatzungsmitglieder der Thunder. Wir haben Menschenrechtsexperten um Rat gebeten, die uns darauf hingewiesen haben, dass der Selbstmordversuch aller Wahrscheinlichkeit nach auf die schlechten und ausbeuterischen Arbeitsbedingungen an Bord des Wilderer-Schiffs zurückzuführen ist. Angesichts dessen und der großen Menge an Informationen, die alle darauf hindeuten, dass der weit verbreitete Sklavenhandel die Grundlage für die IUU-Fischerei ist, bitten wir die malaysischen Behörden inständig, mit den 15 indonesischen Besatzungsmitgliedern der Viking zu sprechen. Die große Wahrscheinlichkeit von Menschenrechtsverletzungen sollte genauestens untersucht werden.“

Viking3Außerdem haben die thailändischen Behörden bestätigt, dass der Kapitän des Wilderer-Schiffs "Kunlun", das im Februar aus seinen Jagdgründen innerhalb der australischen Gewässer von der "Sam Simon" verjagt worden war, wegen der Falschdeklarierung von 182 Tonnen illegal gefangener Antarktisdorsche als Zackenbarsch, angeklagt worden ist. Der Kapitän des Wilderer-Schiffes, Jose Alberto Zavaleta Sales, muss sich außerdem für die Falschangabe der Beflaggung und der Schiffsregistrierung verantworten.

Außerdem wurde der Abnehmer des Fischs, die South Services Co Ltd., wegen ihrer Rolle bei dem Import des illegalen Fischs nach Thailand angeklagt.

Captain Chakravarty lobte die internationale Polizeibehörde Interpol für ihre Bemühungen bei der Anführung der Ermittlungen gegen die "Viking", "Thunder" und "Kunlun".

Er sagte: „Alle drei Schiffe, gegen die ermittelt wird, sind von Interpol mit einer Lila-Notiz belegt worden. Dadurch konnte das ʹProject Scaleʹ der Environmental Crime Unit (Einheit gegen Umweltverbrechen) alles in Bewegung setzen, um die internationale Zusammenarbeit zu stärken und gegen die Wilderei im Südpolarmeer vorzugehen. Mit Hilfe ihres Fachwissens haben nationale Ermittler nun die Chance gegen Fischereiverbrechen zu ermitteln und die Wilderer erfolgreich anzuklagen. Von den Gewässern Westafrikas bis zu den Küsten von Mauritius und nun auch in den thailändischen und malaysischen Häfen führt Interpol führt die Bestrebungen an, diese Wilderer aufzuhalten.“

Die Wilderer-Schiffe sind das Ziel von Operation Icefish, Sea Shepherds 11. Kampagne zum Schutz des Südpolarmeers.

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