TaucherKommentar von Sea Shepherd Gründer Captain Paul Watson

Am 17. Juni 2010 unterbrach Sea Shepherds Operation Blue Rage eine illegale Fischereiaktion vor der Küste Libyens, die den Blauflossenthunfisch im Visier hatte - zwei Tage nach Ende der Fangsaison.

Wir untersuchten den Fang und fanden hunderte von Blauflossenthunfischen mit zu geringer Größe. Als wir nach den Papieren fragten, wiegelten die Fischer uns ab. Als wir baten, mit dem offiziellen Beobachter an Bord zu sprechen, wurde uns gesagt, es gebe dort keinen. Ein paar Minuten später teilte man uns mit, es gebe einen Beobachter und ein Mann kam ans Funkgerät und identifizierte sich selbst als „offizieller Beobachter“. Wir fragten nach seinem Namen und seiner Autorisierung, er verweigerte aber die Auskunft.

Wir bezweifelten nicht, dass es sich klar um eine kriminelle Aktion handelte:

· Der Fisch wurde nach dem offiziellen Enddatum der Fangsaison gefischt.
· Viele der Fische im Wassergehege waren Jungtiere.
· Das Fischereischiff hatten keinen Inspektor an Bord.
· Der Kapitän weigerte sich, uns die notwendigen Unterlagen, wie Fanggenehmigungen etc., zu zeigen.
· Die Fischer sagten nicht die Wahrheit darüber, wo sie den Fisch gefangen hatten.

Wir stellten somit fest, dass der Fisch im Netz illegal gefangen worden war, und schickten Taucher ins Wasser, um das Netz zu zerschneiden und ungefähr 800 Blauflossenthunfische frei zu lassen.

Taucher2Im Juli 2011, ein gutes Jahr später, als das Sea Shepherd Schiff „Steve Irwin“ in Schottland war, um sich auf die Abfahrt Richtung Färöer-Inseln vorzubereiten, verhängte das Schottische Gericht für mein Schiff eine Kaution in Höhe von 530.00 Pfund - als Sicherheit, bis der Ausgang einer laufenden Klage durch das maltesische Fischerei-Unternehmen „Fish and Fish“ feststand.

Am 25. Juni 2012 gewann Sea Shepherd den Prozess, denn das Gericht sprach sich gegen „Fish and Fish“ aus. Unsere Kaution sollten wir zurück erhalten, unsere Gerichtskosten sollte „Fish and Fish“ tragen.

John Refalo, Anwalt von „Fish and Fish“, äußerte sich gegenüber den Medien, dass die Niederlage vor Gericht zwar ein Rückschlag sei, aber dass die Angelegenheit damit noch nicht beendet sei.

„Es war ein vorläufiges Urteil, und zurzeit beantragen wir die Erlaubnis, Berufung einzulegen, was im britischen Rechtssystem nicht automatisch gewährt wird“, erzählte er Malta Today.

Refalo sagte, die Klage wurde nur wegen einer Formsache abgewiesen: ein vorheriger Versuch, Paul Watson (einen kanadischen Bürger) in den USA anzuklagen wäre in ähnlicher Weise gescheitert, aus dem Grund, dass die „Steve Irwin“ in Großbritannien registriert sei.

„So oder so werden wir ihn kriegen“, so Refalo - und fügte hinzu: „ Es wird uns nur mehr Geld kosten….“

Und so steckten sie mehr Geld in die Klage, und am 8. Dezember 2014 revidierte das Berufungsgericht die Entscheidung der ersten Instanz.

Ich machte damals auch ein Interview mit Malta Today:

„In einer Stellungnahme gegenüber Malta Today bekräftigt Paul Watson Refalos Ansicht, dass der Prozess gegen Sea Shepherd „Fish and Fish“ mehr Geld kosten würde – aber er ergänzte, dass das Ergebnis nicht das sein werde, das die Thunfischfänger erwarteten.

„Fish and Fish schätzte uns falsch ein“, sagte er, als wir ihn diese Woche kontaktierten. „Sie ließen unser Schiff beschlagnahmen, indem sie das schottische Rechtssystem nutzten. Sie waren ziemlich überrascht, als wir die Kaution in Höhe von 532.000 Pfund (677.000 Euro) innerhalb von zehn Tagen aufbrachten. Darüber hinaus überraschte es sie, dass wir uns die Vertretung durch die beste Seerechts-Kanzlei in London sicherten. Und sie waren ziemlich überrascht, dass sie verloren.“

Watson betont, dass die Sea Shepherd Conservation Society immer darauf vorbereitet ist, für ihre Sache zu kämpfen; nicht nur auf See, sondern auch vor Gericht.

„Wenn sie Berufung einlegen, werden wir gegen ihre Berufung ankämpfen, und ein Wiederaufrollen des Prozesses hat zur Folge, dass jeder Versuch einer Berufung sie einfach nur mehr Geld kosten wird - sie aber werden das Urteil nicht kippen können.“

„Fish and Fish“ legte Berufung ein, und im Mai 2013 gab ihnen das britische Berufungsgericht Recht.

Im November 2014 kam der Fall vor den Obersten Gerichtshof des Vereinigten Königreiches.

SteveHeute ist der Fall nun entschieden. Der Oberste Gerichtshof hat sein Urteil gesprochen. Die Sea Shepherd Conservation Society hat gewonnen, „Fish and Fish“ verloren, und muss nun Sea Shepherds Gerichts- und Anwaltskosten tragen, die sich auf etwa 250.000 US-Dollar belaufen. Darüber hinaus erhält Sea Shepherd die Kaution in Höhe von ungefähr 800.000 US-Dollar zurück.

Das ist ein endgültiges rechtskräftiges Urteil. Es sind keine weiteren Rechtsmittel möglich.

Es war ein langer und mühsamer Prozess, aber wir haben gewonnen. Dies ist ein großer Sieg für den Blauflossenthunfisch und gegen die Wilderer, die den Bestand ihrer Populationen dezimieren.

Sea Shepherd wird seine Kampagnen zum Schutz des Blauflossenthunfisches vor Wilderern wie „Fish and Fish“ fortsetzen.

Sieh dir das Video vom Urteil des Obersten Gerichtshofes des Vereinigten Königreiches hier an.

Sea Shepherd UK v Fish & Fish Limited








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