Albino-Delfinbaby „Shoujo“ dicht an der Seite seiner Mutter in der Killerbucht16. Januar 2015
Die Sea Shepherd Cove Guardians dokumentierten die brutale Gefangennahme von „Shoujo“
und das schreckliche Abschlachten ihrer Familie und lösten mit ihren Aufnahmen einen Sturm
der Entrüstung in den internationalen Medien aus.

Der Jahrestag der beispiellosen Gefangennahme von mehr als 250 Großen Tümmlern und einem seltenen Albino-Delfinkalb in Taiji nähert sich, und so blickt die Sea Shepherd Conservation Society auf das schreckliche Ereignis zurück, welches das jährliche Fangen und Abschlachten von Delfinen und Kleinwalen in der Killerbucht in den Fokus der Medien, der Politik und der Öffentlichkeit gerückt hat.

Am 17. Januar 2014 gewann die Habgier der Delfinjäger von Taiji die Oberhand und entfachte einen weltweiten Sturm der Entrüstung, als die Delfinjäger fünf einzelne Schulen von Großen Tümmlern vereinten und zusammen in die Bucht trieben. Sie bildeten die größte Schule, die die Cove Guardians in Taiji seit Beginn der Kampagne Operation Infinite Patience im Jahr 2010 je gesehen hatten. Die Mörder erkannten sofort einen lukrativen Fund, da sich unter der „Riesenschule“ – an sich schon wertvoll, da Große Tümmler im Lebendhandel zu den hochprofitablen Arten zählen – ein seltenes Albino-Kalb befand, dessen Wert für die Delfinarien-Industrie auf 500.000 US-Dollar geschätzt wird. Das Kalb wurde als Erstes seiner Familie entrissen und für die Gefangenschaft vom Rest der Schule getrennt. „Shoujo“, die ihren Namen vom Sea Shepherd-Gründer Paul Watson bekam, eroberte sofort die Herzen der Welt, weil die Cove Guardians genau dokumentieren konnten, wie die Delfinmörder und -trainer das Jungtier gewaltsam von der Seite seiner Mutter trennten.

Das Grauen nahm damit noch kein Ende für die verängstigten Delfine, die nach der Treibjagd in die Killerbucht bereits völlig erschöpft waren. Die Auswahl für die Gefangenschaft dauerte mehrere Tage, in denen die gestressten und verängstigten Delfine vier Nächte lang ohne Nahrung oder Schutz in der Bucht festgehalten wurden. Die Cove Guardians übertrugen die Geschehnisse jeden Tag per Live-Stream und enthüllten der ganzen Welt, wie gewaltsam und schockierend das Auswahlverfahren in Taiji ist – die Delfinmörder und Trainer trennen die Delfine gewaltsam von ihren Familien, um die hübschesten Tiere für die Gefangenschaft auszuwählen, die ohne sichtbare Narben oder andere „Makel“. Man konnte sehen, wie einige Delfine während der Auswahl bluteten und verletzt wurden, und es hat sich erwiesen, dass dieser Prozess genauso brutal ist, wie das Massaker selbst.

Die Mörder überfahren während des gewaltsamen Auswahlverfahrens für die Gefangenschaft rücksichtslos Delfine mit einem KleinbootAm 21. Januar, ein paar Tage nach der Auswahl für die Gefangenschaft, fand das Abschlachten der übrig gebliebenen Delfinfamilie statt. Als sich die Gewässer der Bucht endlich wieder beruhigt hatten, hatte man 52 Delfine gefangen genommen (von denen einer starb), ungefähr 41 geschlachtet und 130-140 erschöpfte und traumatisierte Delfine wieder aufs Meer hinausgetrieben.

So verachtenswert und tragisch diese Ereignisse auch waren – sie haben einen Sturm in den internationalen Medien entfacht, und die Kritik an der Treibjagd in Taiji ist so stark wie niemals zuvor. Sea Shepherd zog die Aufmerksamkeit der Welt auf Taiji: durch strategischen Medieneinsatz, einer koordinierten Kampagne sozialer Medien, die Sea Shepherd-Netzwerke auf der ganzen Welt aktivierte und täglichen Pressemeldungen, die auf den Berichten der Cove Guardians basierten – die rund um die Uhr vor Ort in Taiji daran arbeiteten, um die Welt mit den aktuellsten Nachrichten über die Delfinschule zu versorgen. Die beispiellose Größe der gefangenen Delfinschule, die Entdeckung des seltenen Albino-Kalbs, die Brutalität und Dauer des Auswahlverfahrens sowie das schreckliche Abschlachten vieler Tiere entfachten weltweite Entrüstung, eine beispiellose wochenlange Medienresonanz und starken politischen Druck auf Japan. Ein ausdrucksstarkes Foto der Cove Guardians, das zeigt, wie die Delfinmörder rücksichtslos mit ihren Kleinbooten über die Delfine fahren, wurde von der Associated Press vertrieben und weltweit in den Medien veröffentlicht.

Eine durchweg zahlreiches, weltweites Publikum sah sich Sea Shepherds Live-Stream an – wobei die niedrigste Zahl der Zuschauer während der fünf Tage und vier Nächte, in denen die Delfinschule festgehalten wurde, 100.000 betrug. Die sozialen Medien spielten eine wichtige Rolle dabei, Sea Shepherds Live-Stream und seine Berichte einem großen Publikum bekannt zu machen. Weltweit folgten besorgte Menschen den Updates auf den Sea Shepherd-Seiten in den sozialen Netzwerken – es gab eine Höchstanzahl an „Gefällt mir“-Angaben und gipfelte in 2,5 Millionen Aufrufen der Cove Guardian Facebook-Seite sowie fast einer Million Aufrufe der Facebook-Seite von Sea Shepherd USA.

"Die internationale Gemeinschaft konnte die schreckliche Gefangennahme von hunderten von Großen Tümmlern mit ansehen und hat mit einem Aufschrei des Mitleids reagiert. Das ist den unermüdlichen Berichten der freiwilligen Cove Guardians von Sea Shepherd zu verdanken, den hingebungsvollen, besorgten Menschen auf der ganzen Welt, die diese Berichte teilten und den internationalen Medien, die sie veröffentlichten“, so Melissa Sehgal, langjährige Leiterin der Cove Guardian-Kampagne. „Sea Shepherd ist die einzige Gruppe, die jedes Jahr während der sechsmonatigen Treibjagdsaison in Taiji vor Ort ist und dafür sorgt, dass jede Gefangennahme, jedes Abschlachten live übertragen und von aller Welt gesehen wird. Wir sind nun im fünften Jahr unserer Kampagne Operation Infinite Patience und werden weiterhin weltweit Druck auf Japan ausüben, damit das Blutvergießen beendet wird.“

Unmittelbar, nachdem die Delfinschule eingekesselt war, twitterten Sea Shepherd und seine Unterstützer sofort an die US-Botschafterin in Japan, Caroline Kennedy, und baten sie, sich den Live-Stream von Taiji anzusehen. Es ist sehr wahrscheinlich, dass Botschafterin Kennedy die schrecklichen Geschehnisse in der Killerbucht mit eigenen Augen gesehen hat, denn sie sprach sich sehr schnell öffentlich gegen die Treibjagd aus. Sie twitterte, dass sie „durch die Unmenschlichkeit der Delfintreibjagd tief betroffen sei“ und dass die US-Regierung „sich gegen die Treibjagd-Fischerei ausspräche“.

Der persönliche Tweet von Botschafterin Kennedy füllte die Schlagzeilen der Medien und ermutigte andere politische Vertreter, sich ihrer Kritik anzuschließen und sich öffentlich gegen Japans brutale Gefangennahmen und das Abschlachten von Delfinen auszusprechen – einschließlich des italienischen Botschafters in Japan, Domenico Giorgi, des britischen Botschafters in Japan, Tim Hitchens und des australischen Umweltministers, Greg Hunt.

Sea Shepherd hegt die Hoffnung, dass Botschafterin Kennedy, die letztes Jahr um diese Zeit den Fokus der internationalen Weltöffentlichkeit auf die Bucht lenkte, den Delfinen abermals zu Hilfe kommt, die immer noch im blutgetränkten Wasser sterben und Japan dazu auffordern wird, die Massaker ein für alle Mal zu beenden. Für die Großen Tümmler, die letztes Jahr gefangen wurden, ist der Albtraum zu Ende. Mit Ausnahme derer, die aktuell in Gefangenschaft leiden. Die Treibjagd entlang Taijis tödlichen Küsten geht allerdings nach wie vor weiter.

In sechs Monaten eines jeden Jahres – von September bis März – werden ganze Familienverbände oder Schulen von Delfinen und Kleinwalen jeweils in die tödliche Bucht von Taiji getrieben. Schlagstangen werden gegen die Bootswände geschlagen, um eine “Wand aus Lärm“ zu erzeugen, die die geräuschempfindlichen Meeressäuger verwirrt und es ihnen fast unmöglich macht, der Treibjagd zu entkommen. Einmal in der Bucht gefangen ist ihr Schicksal besiegelt. Die Delfine und Kleinwale werden brutal abgeschlachtet oder lebenslang gefangen gehalten. In einer Treibjagd, die genauso anstrengend ist wie die in Richtung Bucht, werden die übrig gebliebenen Tiere, meistens Jungtiere oder Babys, wieder zurück aufs Meer hinausgetrieben, wo für sie wenig Hoffnung besteht, auf sich allein gestellt zu überleben.

Die Mörder und Trainer umzingelten einen verängstigten Delfin Die Schauspielerin Shannen Doherty überträgt per Live-Stream Bilder von „Shoujos“ Becken im Walmuseum von Taiji

Die archivierten Livestreams findest du unter:
http://www.seashepherd.org/cove-guardians/livestream.html

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