Die Crew der Sam Simon holt getötete Antarktisdorsche ein, die sich in dem Stellnetz verfangen haben.26. Dezember 2014
Gestern, am 25. Dezember, um 13:26 Uhr Ortszeit, hat das Sea Shepherd-Schiff Sam Simon
ein hinterlassenes Stellnetz gefunden. Position: 62° 16' Süd, 081° 14' Ost.
Es befindet sich somit innerhalb des Managementgebiets der CCAMLR
(Kommission für die Erhaltung der lebenden Meeresschätze der Antarktis).

Mit den Koordinaten und anhand von Bildmaterial, welches vom Sea Shepherd-Schiff Bob Barker zur Verfügung gestellt wurde, konnte der Kapitän der Sam Simon, Sid Chakravarty, das Stellnetz – ein Fanggerät, dessen Verwendung bereits
seit 2004 durch die CCAMLR verboten ist – als Eigentum des von Interpol mit einer Lila-Notiz belegten Schiffes Thunder identifizieren.

Das Stellnetz wurde von der unter nigerianischer Flagge registrierten Thunder aufgegeben, nachdem das Wilderer-Schiff am 17. Dezember von der Bob Barker innerhalb des von der CCAMLR verwalteten Gebiets ohne Lizenz zum Fischen aufgefunden wurde und die Flucht ergriff.

Die Crew der Sam Simon hat nun damit begonnen, das illegale Stellnetz aus den antarktischen Gewässern zu bergen. Sie dokumentiert dabei alle Meereslebewesen, die durch das Netz getötet wurden und wird dies den Behörden im Rahmen der laufenden Bemühungen, die Thunder strafrechtlich zu verfolgen, als Beweis vorlegen.

Die Crew der Sam Simon konfisziert Leinen des illegalen Stellnetzes. Alle Fotos: Jeff Wirth"Für bekannte, kriminelle Fischerei-Betreiber wie die Thunder ist kein Platz in der Antarktis, oder irgendwo anders auf unseren Ozeanen. Durch das Entfernen ihrer illegalen Stellnetze reißen wir ein großes Loch in den Gewinn von 50 Millionen Euro, die ihre Besitzer und Betreiber im Laufe der Jahre illegalerweise erzielt haben. Wir wollen sicherstellen, dass dieses Schiff komplett aus dem Verkehr gezogen wird – logistisch, finanziell und rechtlich – und dass seine Schreckensherrschaft zu einem definitivem Ende gebracht wird", sagte Captain Chakravarty.

Er fügte noch hinzu: "Es ist Sea Shepherds Aufgabe, diese Netze einzuholen, da verlassene Stellnetze letztendlich Geisternetze werden. Wenn diese herrenlos im Südpolarmeer treiben, richten sie verheerenden Schaden an, da sie wahllos und auf unbestimmte Zeit töten, und zwar nicht nur gefährdete Antarktisdorsche, sondern auch geschützte Seevögel, Wale, Robben und andere in der Tiefe lebende Meeresbewohner. Solch zerstörerischen Fangmethoden, die sämtliche Schutzmaßnahmen untergraben, haben keinen Platz in diesem zerbrechlichen Ökosystem."

Sobald das Einholen des Netzes abgeschlossen ist, wird Captain Chakravarty die Details über den illegalen Fang der Thunder sowohl an Interpol, die CCAMLR, die australische Fischereibehörde und die australische Bundespolizei weitergeben. Die Sam Simon wird dann die Bob Barker dabei unterstützen, die Thunder in den nächsten Hafen zurückzubegleiten, um dort zu verlangen, dass die zuständigen Behörden gegen das Wilderei-Schiff Ermittlungen anstellen.

Die Sam Simon wurde speziell ausgerüstet, um illegales Fischerei-Equipment einzuholen.  Alle Fotos: Jeff WirthObwohl der Einsatz von Stellnetzen durch die CCAMLR verboten wurde, hat die Kommission Bedenken über die Auswirkungen dieser Fangmethode zum Ausdruck gebracht, die weiterhin durch illegale, unregulierte und undokumentierte Fischerei-Schiffe (IUU-Schiffe) betrieben wird.

Sea Shepherd hofft, dass die Informationen, welche der CCAMLR zur Verfügung gestellt werden, dazu beitragen, den aktuellen Mangel an Daten über die Fangmengen von IUU-Schiffen zu verringern.

Die Bob Barker verfolgt die Thunder bereits seit zehn Tagen, und verhindert dabei, dass weiterer illegaler Fischfang durch das Wilderei-Schiff betrieben werden kann.

Operation Icefish ist Sea Shepherds 11. Kampagne zum Schutz des Südpolarmeers und die erste, die das Ziel hat, die Antarktisdorsch-Wilderei und die IUU-Fischerei in den Gewässern der Antarktis zu bekämpfen.


Weitere Informationen findest du auf unserer Kampagnenseite
Operation Icefish

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