Babyschildkröten krabbeln zum MeerDie Kampagne zum Schutz von Schildkröten auf der kapverdischen Insel Santa Luzia
ist für dieses Jahr beendet.
Insgesamt wurden in diesem Jahr 341 Nester markiert, sodass aus 25 Kontrollnestern ungefähr 2.500 Babyschildkröten das Meer an den Stränden von Francisca und Achados sicher erreichen konnten.

Die Daten, die seit Beginn des 10-Jahre-Projektes erhoben wurden, sind sehr interessant:
Im Jahr 2011 zählte man 289 Nester, 2012 1.817 Nester, 2013 563 Nester und 2014 341 Nester. Die Anzahl der weiblichen Jungschildkröten, die an den Stränden von Santa Lucia geschlüpft sind, ist etwas höher als die der sehr zahlreichen männlichen Tiere.

Zusammen mit Biosfera 1 konnten wir auf unseren Patrouillen ausgewachsene Weibchen beschützen, die in der tiefsten Nacht zu den Stränden kamen, um dort abseits von Wilderern zu nisten. Wir haben hunderte von Babys gerettet, die wir gefangen und orientierungslos entdeckt haben. Sie wären sonst in der Hitze der Sonne ausgetrocknet oder von Geisterkrabben gefressen worden.

Zum Glück haben wir in diesem Jahr im Gegensatz zu den Vorjahren keine in der Wüste umherirrenden Weibchen gefunden. Ein ausgewachsenes Weibchen hatte sich allerdings in Fischernetzen verfangen; wir haben es befreit und zurück in den Ozean gebracht.

Wir sind hier, um Babyschildkröten zu retten. Wir bringen sie in unsere sicheren Basislager und lassen sie bei Sonnenuntergang frei.

Die Körbe mit den Jungtieren sind abgedeckt. In der Dunkelheit ruhen sie. Oberhalb der sandigen Dünen senkt sich der Sand, golden wie die Sonne, in den Ozean. Als wir die Abdeckung entfernen, erwachen hunderte, scheinbar leblose kleine Körper zum Leben.

Biologin Rosi Lima lässt eine Babyschildkröte freiIhr Instinkt erwacht, wenn sie die Meeresluft riechen. Bei ihrem Wettrennen zum Meer klettern sie wie wild übereinander hinweg. Tausende winzige Flossen kämpfen sich sandige Wege entlang; die mitreißende Brandung holt die ersten Ankömmlinge ab und nimmt sie mit sich, wohin auch immer das Schicksal sie führt. Einige werden wieder an den Strand gespuckt. Eine helfende Hand hilft ihnen durch die Brandung, und eine neue, unberechenbare Lebensphase kann für sie beginnen.

Leider werden einige nicht so viel Glück haben. Sie riechen und schmecken das Meer und krabbeln ihm entgegen. Nur werden sie nie das Gefühl kennenlernen, wenn es sie umhüllt. Denn sie werden am Strand von Achados verschlungen, während sie sich durch die Müllberge kämpfen, die sich dort auftürmen, wo eigentlich ein unberührter Strand das Wasser säumen sollte, das auf ihre Ankunft wartet.

Jetzt ist das Basislager abgebaut und das Gebiet wieder in seinen ursprünglichen Zustand versetzt. In den kommenden Tagen werden wir zum Nordstrand von Achados zurückzukehren. Mit Unterstützung der Marine wollen wir sieben Tage lang die drei Kilometer langen Strände vom gröbsten Müll befreien.

Wegen der Sturmtaucherküken bleiben wir noch auf Insel Raso, um die Wilderer durch unsere Präsenz abzuschrecken. Innerhalb den nächsten zwei Wochen werden die Vögel die Insel verlassen.

Die diesjährige Zusammenarbeit zwischen Sea Shepherd und Biosfera 1 ist ein fantastisches Beispiel für eine gelungene Kooperation zum gemeinsamen Schutz der wichtigen Tierarten auf den kapverdischen Inseln Santa Luzia und Raso.

Babyschildkröten krabbeln vom Korb zum Meer Babyschildkröten warten darauf, freigelassen zu werden


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