news-140917-1-20140915 BV OP STOP-largeFreiwillige und Schlauchboot wieder frei - Freiwilligen droht die Ausweisung durch die dänische Regierung

Drei freiwillige Mitglieder von Sea Shepherds Grindwalschutzkampagne Operation GrindStop 2014 wurden am 17.9.14 vor der färöischen Hauptstadt Thorshaven festgenommen. Ihnen wird vorgeworfen, eine große Schule von mehreren hundert Atlantischen Weißseitendelfinen beschützt und davor bewahrt zu haben, sich der gefährlichen Küste der Färöer zu nähern.

Die dänische Marine jagte, enterte und beschlagnahmte das in Großbritannien gemeldete Sea Shepherd-Boot Spitfire und verhaftete die drei Crewmitglieder Jessie Treverton aus Großbritannien und Celine Le Diouron und Marion Selighini aus Frankreich.

Es verstößt gegen das färöische Gesetz, das Massenschlachten von Walen – bekannt als Grindadráp oder Grind – zu behindern. Zu dem Zeitpunkt, an dem Sea Shepherd die Delfine davor bewahrte, die Küste zu erreichen, war allerdings gar kein Grindadráp ausgerufen. Obendrein gehören die Atlantischen Weißseitendelfine zu den geschützten Arten und dürfen nicht getötet werden. Die dänische Polizei jedoch bezichtigt Sea Shepherd, das Sichten der Delfine nicht dem Grindvorsteher und der Polizei gemeldet zu haben. Ironischerweise werden wir beschuldigt, die Delfine „belästigt“ zu haben.

Paul Watson, Gründer von Sea Shepherd, reagierte bereits: „Offensichtlich ist es absolut legal, geschützte Arten zu töten, aber illegal, sie zurück ins offene Meer zu treiben, um sie außer Gefahr zu bringen – das wird als ‚Belästigung‘ erachtet. Diese drei Frauen, die der Crew von Sea Shepherd angehören, können stolz behaupten, dass sie die Delfine erfolgreich „belästigt“ und damit vor dem sicheren Tod bewahrt haben.“

„Die gute Neuigkeit ist, dass hunderte Atlantische Weißseitendelfine erfolgreich vor den grausamen Messern der Walfänger gerettet wurden. Letztes Jahr, im August 2013, wurden 450 Atlantische Weißseitendelfine von den brutalen Walfängern abgeschlachtet. Die hunderte von Tieren umfassende Schule, die diesmal gesichtet wurde, verbleibt sicher im offenen Meer“, fügte Captain Paul Watson hinzu.

Sea Shepherd hat gegenwärtig einen Anwalt eingeschaltet. Die Crew und die Spitfire sind mittlerweile wieder frei. Die Freiwilligen mussten am 18.9.14 um 14 Uhr färöischer Zeit vor Gericht erscheinen. Wahrscheinlich werden sie durch die dänische Regierung ausgewiesen. Falls das wirklich der Fall sein wird, dürfen sie für mindestens ein Jahr nicht auf die Färöer zurückkehren.

Obwohl Dänemark zu den Anti-Walfang-Staaten der Europäischen Union gehört und Gesetzen unterliegt, die das Töten von Walen verbieten, unterstützt die dänische Regierung die Färöer nach wie vor und arbeitet sogar mit ihnen zusammen, um Kleinwale zu töten.

Die dänische Marine jagt das britische Sea Shepherd-Boot Spitfire Foto: Sea ShepherdDie Spitfire ist das vierte Boot, das von der dänischen Marine während der Operation GrindStop 2014 vor den Färöern beschlagnahmt wurde. Die Kleinboote Loki, Mike Galesi und B.S. Sheen (gesponsert von Schauspieler Charlie Sheen) wurden am 30. August konfisziert. Sie werden bis zum Prozess gegen die acht Sea Shepherd-Crewmitglieder dieser Boote als Beweis unter Verschluss gehalten. Zusammen mit der Boot-Crew wurden am 30. August auch sechs Freiwillige vom Team an Land festgenommen – für den Versuch, das brutale Abschlachten einer Schule von 33 Grindwalen zu verhindern.

„Obwohl drei Freiwillige festgenommen wurden und die dänische Marine den brutalen Grindwalfang ein weiteres Mal verteidigt hat, verbucht Sea Shepherd dies als einen Sieg. Dank unserer mutigen Freiwilligen schwimmen hunderte Delfine noch immer in Sicherheit als eine Familie. Und Sea Shepherd wird seine Mandanten auch weiterhin verteidigen“, sagte Lamya Essemlali, Präsidentin von Sea Shepherd Frankreich und Leiterin der Landcrew auf den Färöern.

Es verbleiben noch zwei Sea Shepherd-Boote, die in den Gewässern der Färöer agieren können: die Spitfire und die Clementine aus Frankreich. Die Thor musste heute früh aus dem Wasser genommen werden, weil sich ausländische Boote nur maximal drei Monate in färöischen Gewässern aufhalten dürfen.

Sea Shepherd ist seit den 1980ern federführend im Widerstand gegen das Massenschlachten der Wale auf den Färöern. Operation GrindStop 2014 ist Sea Shepherds bislang größte Kampagne auf den Färöern; seit Mitte Juni patrouilliert ein Team aus aller Herren Länder sowohl an Land als auch auf See. Sea Shepherd wird noch bis Anfang Oktober auf den Färöern bleiben. Die Kampagne umfasst die blutigsten Monate der Grindadráp-Saison, um so viele Leben wie möglich zu retten.

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