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Peter Hammarstedt, Kapitän der Bob Barker. Foto: Simon Ager 6. März 2014
Da Operation Relentless nun schon bis in die zweite Märzwoche andauert, sind die Tage der japanischen Walfangflotte gezählt. Die antarktischen Sommertage, an denen es keine Nacht gibt, liegen in ferner Erinnerung, und die Dunkelheit breitet sich in der gleichen Geschwindigkeit aus, wie das Rossmeer beginnt, wieder zuzufrieren. Man sieht immer weniger Wale, weil die Überlebenden des Gemetzels der letzten Saison wieder zurück an die Küste von Australien ziehen, um den Rest des Jahres dort zu verbringen. Während die Herbstwanderung der Wale beginnt, gibt es viele Überlebende, dank der einzigen Flotte, die zu ihrer Verteidigung mobilisiert wurde – der Flotte Sea Shepherds.

Nach einigen Überlegungen wird klar, dass sich die japanische Walfangflotte auf einen Einsatz im Ross-Nebengebiet beschränkt hat, um einen diplomatischen Zwischenfall mit Australien am Vorabend einer Gerichtsentscheidung vom Internationalen Gerichtshof in Den Haag zu vermeiden.

Operation Relentless ist und war immer der Kampf um das Rossmeer.

Zwei Mal hat die japanische Walfangflotte versucht, in das Rossmeer vorzustoßen, und beide Male wurde sie am gleichen Tag, als sie ihre illegalen Walfangaktivitäten wieder aufnehmen wollte, geortet – davon ist Sea Shepherd aufgrund der Wetterlage und des Fundortes des Fabrikschiffes überzeugt.

Operation Relentless war nie als Kampagne gedacht, bei der die Sea Shepherd-Flotte während der gesamten Walfangsaison an der Gleitbahn des Fabrikschiffes bleiben konnte. Frühere Kampagnen haben den Wilderern gezeigt, dass Sea Shepherd die Übergabe von toten Walen und die illegale Betankung auf See unmöglich macht. Daher wussten wir, dass man uns wahrscheinlich immer wieder angreifen würde, da die japanischen Walfänger immer verzweifelter wurden.

Einen Tag nachdem der Berufungsbeauftragte beim Berufungsgericht des Neunten Bezirks in Seattle seine Rechtsauffassung bekannt gab, dass Sea Shepherd USA und Captain Paul Watson die einstweilige Verfügung, die im vergangenen Jahr gegen sie erlassen wurde, nicht missachtet hatten, und neun Tage nachdem die Sea Shepherd-Flotte begann, die Gleitbahn der Nisshin Maru zu blockieren, begannen die Walfänger mit ihren unprovozierten und aggressiven Angriffen auf die Steve Irwin und die Bob Barker. Diese Angriffe waren verzweifelte Aktionen einer sterbenden Industrie.

Die japanische Walfangindustrie hat deutlich mehr physische und finanzielle Ressourcen als Sea Shepherd. Die japanischen Harpunenschiffe sind schneller und wendiger als die Schiffe von Sea Shepherd. Die Regierung von Japan duldet und rechtfertigt Gewalttaten gegen die Sea Shepherd Crew, und weil sich die Sea Shepherd zu gewaltlosen Direkten Aktionen verpflichtet hat, können und werden wir nicht in der gleichen Form zurückschlagen.

Captain Peter Hammarstedt beim Ausschauhalten in der Schlacht um das Rossmeer. Foto: Simon Ager Captain Peter Hammarstedt beim Ausschauhalten in der Schlacht um das Rossmeer. Foto: Simon Ager Doch wenn wir unsere Gegner nicht mit physischer Stärke schlagen können, werden wir sie mit Mut und Strategie besiegen. Wir werden die Walwilderer immer überlisten, weil unsere Kapitäne und unsere Besatzung eine Leidenschaft, Kreativität und einen Scharfsinn haben, die der veralteten Walfangindustrie fehlen.

Die Sea Shepherd-Flotte hat das japanische Fabrikschiff Nisshin Maru vier Mal in dieser Saison ausfindig gemacht. Es ist eine Leistung, die unsere bisherigen neun antarktischen Walschutzkampagnen übertrifft. Drei Mal wurde die Nisshin Maru von dem Hubschrauber der Steve Irwin an dem Tag geortet, an dem sie ihre illegalen Walfangoperationen begann.

Drei Mal haben die Harpunenschiffe unprovozierte Angriffe gegen die Flotte Sea Shepherds gestartet, aber jeder Angriff wurde entschlossen und standhaft abgewehrt. Und während dieser drei Angriffe in Folge verlor die Sea Shepherd-Flotte die Nisshin Maru auf dem Radar, was Sea Shepherd jedoch nicht daran hinderte, die Walfangflotte weiterhin zu jagen. Und jedes Mal, wenn die Walfänger mit der Steve Irwin, Bob Barker und der Sam Simon zusammentrafen, waren sie nicht in der Lage, auch nur einen Wal zu töten. Trotz dieser Widrigkeiten hat die Sea Shepherd-Flotte die Nisshin Maru unerbittlich weiter verfolgt und sie massiv daran gehindert, ihren illegalen Walfang fortzusetzen.

Erfolg wird nicht dadurch definiert, wie oft man zurückgedrängt wird, sondern wie oft man den Kampf wieder aufnimmt.

Der Rumpf der Bob Barker trägt noch die Spuren der Kollision mit der Yushin Maru Nr. 3, als sie ihre Entfernung unterschätzt hatte, während sie mit einem Stahlseil, das an ihrem Heck befestigt war, unseren Bug kreuzte.

Als die japanischen Harpunenschiffe die Bob Barker mitten in der Nacht angriffen, verbrachten die Teams in den Schlauchbooten, trotz der Lebensgefahr, in der sie schwebten, zehn Stunden in völliger Dunkelheit, um den Angriff abzuwehren.

Als die Yushin Maru und Yushin Maru Nr. 3 die Bob Barker angriffen, während die Schiffe Sea Shepherds immer noch 40 Seemeilen von der Nisshin Maru entfernt waren, wurde eines der Schlauchboote der Bob Barker bei dem Versuch beschädigt, das Stahlseil zu durchtrennen, welches das Harpunenschiff hinter sich her zog, um das Ruder und die Schiffsschraube der Bob Barker lahmzulegen.

Die Angriffe der Harpunenschiffe werden für die japanische Regierung ihren Preis haben, denn die japanischen Walfänger haben der Welt gezeigt, dass sie tatsächlich die Verbrecher und Kriminellen sind, als die sie Sea Shepherd jahrelang bezeichnet hat.

Eine Kriegsstrategie ist es, den Gegner zu isolieren. Das Eindringen der Yushin Maru Nr. 3 in das Australische Walschutzgebiet während der Verfolgung der Bob Barker zur Macquarie-Insel und das Eindringen der Shonan Maru Nr. 2 in neuseeländische Gewässer, während sie die Steve Irwin verfolgte, wird nach Aussage des neuseeländischen Außenministers Folgen für die Beziehung beider Länder haben.

Sea Shepherd geht von einer verheerenden Saison für die Walfänger und einem großartigen Jahr für die Wale aus. Foto: Marianna BaldoSea Shepherd geht von einer verheerenden Saison für die Walfänger und einem großartigen Jahr für die Wale aus. Foto: Marianna BaldoWir besiegen die japanischen Walfänger in der Medienschlacht, wir gewinnen gegen sie in jedem Rechtsstreit, und auf diplomatischem Gebiet hat die japanische Regierung keine Verbündeten.

Aber am wichtigsten ist es, dass wir hier vor Ort gewinnen, indem wir alles tun, was wir können, mit allen Ressourcen, die wir zur Verfügung haben, nie Kompromisse schließen und unnachgiebig bleiben.

Die Sam Simon kehrt nun aufgrund von Treibstoffmangel nach Australien zurück. Die Steve Irwin wird von der Yushin Maru Nr. 2 verfolgt und die Bob Barker von der Yushin Maru Nr. 3. Das bedeutet, dass bis zum bevorstehenden Ende der Walfangsaison zwei Drittel der Harpunenschiffe außer Gefecht sind. In der Zwischenzeit werden die Steve Irwin und die Bob Barker weiterhin das Rossmeer in den wenigen Bereichen patrouillieren, wo so spät in dieser Saison gutes Wetter herrscht. Die Nisshin Maru hat daher nur zwei Möglichkeiten: Entweder sie muss zu uns kommen oder sich in einem Wettergebiet aufhalten, das für das Wildern von Walen zu schlecht ist.

Alles, was am Ende der Kampagne zählt, ist, wie viele Wale durch den Einsatz von Sea Shepherd gerettet wurden. Ich bin zuversichtlich, dass wir – wenn sich die Gischt gelegt und sich der Wellengang beruhigt hat – den Walfängern wieder einmal eine extrem schlechte Fangsaison beschert haben; eine, deren Erfolg wir daran werden messen können, wie viele Walkälber in den warmen Gewässern Australiens geboren werden, weil das warme Blut ihrer Mütter nicht im eisigen Wasser der Antarktis vergossen wurde.




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