fn5Nachlese zum International Beach Cleanup Day 2014

Sea Shepherd BCU@ Bodensee/Friedrichshafen
Von Rainer Lenthe, Webmaster SSCS Europa

Es sollte ein guter Tag werden für die Ozeane und für den Bodensee.
So war es geplant.
Da wir ja bereits vor längerer Zeit unser Versprechen gegeben hatten, Justin, unserem Umwelthelden, bei seinem unermüdlichen Tun am Bodensee zu helfen, haben wir die Gelegenheit zum International Beach Cleanup Day 2014 am 20.9. genutzt. Vorab wurde die Erlaubnis eingeholt, alle von uns ausgewählten Flächen betreten zu dürfen. Bereits am Vortag hatten wir eine kleine Erkundungstour unternommen, wobei Justin uns die Problemzonen gezeigt hatte. Sofort wurde uns klar: Unsere ursprüngliche Planung muss umgestellt werden. An der Mole zum Hafen lagen derart viel Abfall, Flaschen und vor allem Scherben, dass wir mit mindestens zwei Teams dort vorgehen wollten. Wir fanden unzählige Flaschenhälse, die verkehrt herum in den Uferbereich gesteckt waren – vermutlich um die Schwäne und Enten dort zu verletzen und zu vertreiben.
Auch für Spaziergänger und besonders Kinder ein enormes Verletzungsrisiko.

Ausgerüstet mit Eimern und Säcken waren etwa 45 der 60 Leute dort am steinigen Ufer zugange. Alle anderen gingen unter der Leitung von Justin zum Naturschutzgebiet an der Östlichen Uferstraße. Überraschenderweise kamen die ersten Teams bereits nach etwa 15 Minuten zurück: sieben Eimer voll mit Scherben und Flaschen. Auch das Team Justin kam vorzeitig an unseren Treffpunkt zurück. Ein Zelt, ohne Stangen, aber mit Kleidung und einem Schlüsselbund wurde gefunden – offenbar schon seit längerem verlassen. Auch vom anderen Team kamen immer mehr Sachen zum Treffpunkt: wieder Scherben und Glas sowie ein Fahrrad.

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Man muss wissen, dass diese Hafenanlage mit der Mauer ungefähr 10 Meter vom Ufer des Bodensees entfernt liegt. Spaziergänger können oben entlang gehen, es gibt kleine Ruhebänke in extra dafür angelegten Balkonen. Leider haben die Planer aber nicht an die Abfallentsorgung gedacht. Es gibt auf der ganzen Länge dieser Anlage und den Balkonen nur einen einzigen Abfallkorb. Allgemein sahen wir sehr wenige Müllbehälter.

fn4Nach einer Stunde waren alle zur Pause wieder am Treffpunkt.
Uns wurde bewusst: So bekommen wir den Müll nicht weg, es war viel zu viel.
Ich, als Verantwortlicher in dieser Situation, wollte all das einfach liegen lassen, da uns seitens der Stadt leider nur der Abtransport von Säcken zugesagt worden war, der aber erst am Montag stattfinden sollte. Ein Container oder eine Unterstützung der Stadtreinigung gab es für diese Aktion nicht. Man konnte aber weder die Scherben, noch die anderen Großteile in solche Säcke packen.
Unsere Unterstützer und Freunde wollten jedoch nicht, dass ich nun deswegen Ärger bekomme. Alle machten sich also an die Arbeit, sammelten alle Scherben wieder ein und fuhren diese mit dem Handwagen von Justin gut 1,5 Kilometer weit in einen öffentlichen Glascontainer – insgesamt vier Mal!

fn1Den Rest, den alle in Säcke sortierten, schleppten wir zu dem vereinbarten Ablageplatz.
Uns ist nun klar, wie die Situation für Justin dort sein muss: ein Kampf gegen Windmühlen.
Mit dem frei herumliegenden Müll scheint man in Friedrichshafen getreu dem Motto „Aus den Augen, aus dem Sinn“ umzugehen. Es langt nicht, sehr wenige Müllkörbe regelmäßig zu leeren, aber all den Dreck rundherum einfach liegen zu lassen. Besonders nicht an und in einem Naturschutzgebiet. Dass man den Menschen, die dort reinigen, nicht mit ein wenig Unterstützung entgegen gekommen ist, spricht wohl für sich.
Wir danken der Messe Friedrichshafen, die uns ganz unkompliziert geholfen hat. Wir danken auch allen, die gekommen waren, um Justin Respekt zu zollen. Danke für die viele, wirklich harte Arbeit am steinigen Ufer – für das Schleppen der Eimer voller Scherben und dass ihr alle bis zuletzt mitgemacht habt! Erreicht haben wir unser Ziel hier nicht! Das bedeutet: Wir kommen wieder!
For the oceans!

Auch in Düsseldorf, Kassel, Frankfurt und Bremen wurden an diesem Wochenende Reinigungsaktionen durchgeführt.
Alleine in Düsseldorf kamen gut 10 Kubikmeter Müll zusammen. Illegal entsorgter Müll wie Reifen oder Isolationsmaterial,
Eisen und natürlich unmengen an Plastikplanen und Flaschen.
In Bremen fanden sich Massen an Zigarettenkippen. Plastik natürlich überall.

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