Die Crew befestigt ein Forschungsnetz Foto: Jean Paul GeoffroyWährend Japans Walfangflotte wieder einmal in das Walschutzgebiet der Antarktis unterwegs ist,
haben Wissenschaftler an Bord des Sea Shepherd-Forschungsschiffes, der MARTIN SHEEN,
gerade eine einmonatige Kampagne zur Walforschung in Mexiko abgeschlossen. Diese beiden
Unternehmen laufen unter dem Begriff Forschung, aber nur die Wissenschaftler der MARTIN SHEEN
nutzen nicht-tödliche Methoden, um den Walen Proben zu entnehmen.

Die Crew der MARTIN SHEEN arbeitete Hand in Hand mit Meeresbiologen der Universität Autónoma de Baja California Sur in Mexiko, um die Gesundheit der Umwelt des Golfs von Kalifornien zu überwachen. Die Forschung der Wissenschaftler fokussiert sich auf die Wirkung von Mikroplastik auf die Finnwale im Golf von Kalifornien. Mikroplastik sind kleinste Plastikteile (kleiner als 5 mm), die sich immer mehr im Lebensraum der Meerestiere ausbreiten. Das ist zum großen Teil die Folge des Abbaus von Plastik, wie zum Beispiel Plastikflaschen oder Mikroperlen, die man in Kosmetika findet. Einige Alternativen zu Verringerung des Abbaus von Plastik sind wiederverwendbare Flaschen oder Kosmetika mit natürlichen Peelingstoffen. Diese Plastikpartikel findet man oft in Hülle und Fülle an der Meeresoberfläche, wo auch sehr viele Meerestiere leben und fressen. Außerdem kann Mikroplastik Phthalate, Polypropylen und Polyethylen enthalten, sowie auch persistent organische Schadstoffe (POPs), die sich in der Fettschicht der Tiere sammeln und endokrine Disruptoren (Substanzen mit hormonähnlichen Schadwirkungen) sein können.

Die Crew zeichnete Forschungsdaten auf. Foto: Jean Paul GeoffroyFinnwale sind die größten Filtrierer der Erde und nehmen während des Fressens Mikroplastik auf. Obwohl die Auswirkung von Mikroplastik auf Bartenwale und die Überlebensfähigkeit ihrer Population weitestgehend unbekannt ist, haben andere Forschungen wachsende toxikologische Veränderungen bei Walen nachgewiesen. Es ist wichtig, diese Forschungen fortzuführen, um die Wirkung von Mikroplastik auf die Bartenwale in Mexiko besser zu verstehen.

Obwohl es für die Forschung wichtig ist, den Walen Proben zu entnehmen, um ihre Genetik zu studieren, aber auch um zu ihrer Erhaltung beizutragen, herrscht in der Wissenschaftsgemeinschaft ein genereller Konsens darüber, dass es nicht notwendig ist, im Namen der Forschung Wale zu jagen und zu töten. Die Wissenschaftler der MARTIN SHEEN führten bei den Walen eine Hautbiopsie durch, indem sie einen speziellen Schaumstoffpfeil auf den Wal schossen. Sobald der Pfeil mit dem Wal in Kontakt kam, wurde ein kleines Stück Haut und Unterhautfett entnommen und der Pfeil sprang zurück ins Wasser. Wir benutzten ein Netz, um den Pfeil wieder zu bekommen und die Wissenschaftler haben die Probe zur Aufbewahrung in einem medizinischen Behälter, gefüllt mit flüssigem Stickstoff, vorbereitet. Zusätzlich zu der Biopsie wurden Fotos des Wales zur Identifizierung benutzt, damit die Wissenschaftler den Wal später wieder erkennen können. In verschiedenen Teilen des Golfs von Kalifornien hatte die MARTIN SHEEN ein kleines Fanggerät (Manta Trawl) vertäut, das kleine Schmutzpartikel wie Mikroplastik aus dem Wasser sammelte. All diese Techniken, um Daten zu sammeln, waren sehr effektiv und haben die Wale weder gestört noch verletzt.

Während dieser Forschungsmission hat unser Team einige verschiedene Meerestiere wie zum Beispiel Finnwale, Grindwale, Schwertwale, Pottwale, einen Buckelwal, einen Brydewal, Große Tümmler, Gemeine Delfine, Hammerhaie, springende Rochen, Seelöwen und Grüne Meeresschildkröten, beobachtet. Der Golf von Kalifornien ist definitiv ein zu Hause für viele unterschiedliche Tiere und es ist wichtig, dass wir weiterhin Maßnahmen ergreifen, um sie vor dem gefährlichen Einfluss von Mikroplastik und illegaler Fischerei zu schützen. All dies kann getan werden, indem man nicht-tödliche Forschungsmethoden anwendet.

Die MARTIN SHEEN wird mit der Operation Milagro II fortfahren und die Tierwelt im Golf von Kalifornien zu schützen, indem sie das Schutzgebiet des Golftümmlers vor tödlichen Stellnetzen sichert.

Nicole D’Entremont, Meereswissenschaftler


Fischen nach Plastik Foto: Jean Paul Geoffroy   Die MARTIN SHEEN und ein Wal im Golf von Kalifornien Foto: Mike Rigney


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  • 08.12. - Sea Shepherd Vortrag by Atlantis Hamburg
  • 08. - 09.12. - XMAS Convention Bodensee
  • 15.12. - Sea Shepherd Open Office, Adventsshopping
  • 15. - 16.12. - Wunder Wandel Weihnachtsmarkt, Hannover

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