sscs logo jolly roger kleinAn der Frontlinie des Meeresschutzes durch direkte Aktionen

DIE GESCHICHTE VON SEA SHEPHERD

Die Sea Shepherd Conservation Society wurde 1977 von Captain Paul Watson, einem weltbekannten Vorkämpfer in Umweltfragen und Mitbegründer von Greenpeace, gegründet. Ziel der Organisation ist es, Direkte Aktionen gegen illegal operierende Personen durchzuführen, welche die Artenvielfalt der Weltmeere zerstören.

In ihren frühen Jahren schlug die relativ kleine Organisation große Wellen durch das Herausfordern sowjetischer Walfänger im Pazifik, den Widerstand gegen das Schlachten von Robben in Kanada und das Vertreiben von illegalen, fremden Fischerbooten von der Neufundlandbank. Sea Shepherd war außerdem die einzige Organisation, die den Flotten der Treibnetzfischerei entgegentrat, die ungesehen und ohne Bewusstsein der Öffentlichkeit auf hoher See im Pazifik operierten.

Im Jahr 2005 startete Sea Shepherd die erste Anti-Walfang-Kampagne im Südpolarmeer, um direkt gegen die illegale Jagd der japanischen Walfangflotte vorzugehen. Seit 1987 hatten die japanischen Wilderer im Südpolarmeer illegal Wale geschlachtet und gaben dies als "wissenschaftliche Forschung" aus.

Das Ziel von Sea Shepherd war einfach: die Walfangflotte ökonomisch zu versenken. Mit jedem Jahr wurde Sea Shepherd stärker, die Anzahl der getöteten Wale wurde reduziert, und die Profite der Walwilderer erlebten einen rapiden Absturz.

Im Jahr 2014 kam es zu einer Entscheidung des Internationalen Gerichtshofs (des höchsten Gerichts der UN), die das japanische Walfangprogramm für immer verändern sollte. Mit einer Mehrheit von 12 zu 4 entschied das Gericht, dass JARPA II (japanisches Walfangprogramm in der Antarktis) tatsächlich eine illegale, kommerzielle Operation darstellt und ordnete daher die sofortige Beendigung des Programms an.

Dank Sea Shepherds Direkter Aktionen, welche das Problem des illegalen japanischen Walfangs in den Mittelpunkt internationaler Aufmerksamkeit rückten, war der antarktische Sommer 2014/15 der erste seit 1986, in dem die Wale der Antarktis frei im Meer schwammen und nicht durch die Harpunen der japanischen Walfangflotte bedroht wurden.

Zusätzlich zu den Walschutzkampagnen, haben Mannschaften von Sea Shepherd gemeinsam mit Rangern des Nationalparks auf den Galapagosinseln gearbeitet, Aufmerksamkeit auf das jährliche Delfinmassaker in Taiji in Japan gelenkt, gegen Haitötungen in Australien gekämpft, die Haifischflossenindustrie in Asien offengelegt, Schildkrötenpopulationen in Costa Rica beschützt und sich der massiven Abschlachtung von Meeressäugern in Europa, den berüchtigten Treibjagden auf Grindwale und andere Kleinwale auf den Färöern, entgegengestellt.

Heute ist Sea Shepherd zu einer globalen Bewegung herangewachsen und operiert mit acht Schiffen rund um den Globus.



1980

1980 whales SSCS history sierra5 damage2Februar:
Die Sierra Trading Company wendet über eine Million US-Dollar dafür auf, die Sierra zu reparieren. Ihr Eigner, Andrew Behr, schmiedet Pläne, das Walfanggeschäft ab Mitte Februar wieder auf zu nehmen. Seine Pläne werden durchkreuzt als zwei Männer und eine Frau in der Stille der Nacht des sechsten Februars in die schwarzen Wasser des Lissabonner Hafenbeckens tauchen. Die Sierra wird versenkt, ohne die Besatzung dabei zu verletzen. Die Karriere des ruchlosesten Walfängers der Welt ist damit ein für alle Mal beendet.

März:
1980 whales SSCS history 1980 Ibsa II sunkUm die Sea Shepherd Crew davon abzuhalten, zur Robbenjagd 1980 wiederzukommen, wird Kapitän Watson am ersten Tag der Jagdsaison zu einer 1980 whales SSCS history 1980 Ibsa II sunkGefängnisstrafe von 10 Tagen verurteilt, da er sich 1979 ohne amtliche Erlaubnis der Robbenjagd genähert hatte. Außerdem wird er für eine Dauer von drei Jahren von den Eisfeldern und den Robbenfanggebieten verbannt.

April:
Am 28. April werden die Walfänger Ibsa I und Ibsa II in Vigo, Spanien, versenkt. Durch das Versenken werden die Verletzungen der Fangquoten durch die spanische Walfangflotte geahndet. Im selben Monat hängt der Sea Shepherd Vertreter Jet Johnson überall im Hafenviertel von Las Palmas auf den Kanaren Fahndungsplakate auf. Sea Shepherd bietet eine Belohnung von 25.000 US-Dollar für den illegalen Walfänger Astrid. Die Eigner der Astrid können daraufhin ihrer eigenen Besatzung nicht mehr trauen und geben das Schiff auf.

1980 number7September:
Als Reaktion auf die weltweite Berichterstattung über das Versenken der illegalen Walfänger in Spanien und Portugal, versenkt die Marine Süd Afrikas die Susan und die Theresa, nachdem sie diese von den Eignern der Sierra beschlagnahmt hatte. Sämtliche illegalen Walfangaktivitäten im Atlantik hören damit auf.

Oktober:
Kapitän Watson bietet Warner Brothers die Filmrechte der Geschichte von Sea Shepherd und der Sierra an und sammelt genug Geld, um einen neuen Yorkshire Schleppnetzfischer in Britannien zu kaufen. Der Schleppnetzfischer St. Giles wird in Sea Shepherd II umbenannt. Das Schiff wird für Reparaturen und Ausbesserungen von Hull nach Greenock, Schottland, verlegt.

1981

März:
Kapitän Watson verstößt gegen seine Bewährungsauflagen, indem er eine Gruppe von drei Seekajaks in den Sankt-Lorenz-Golf führt. Hunderte von Robben werden mit unschädlicher blauer Farbe besprüht. Watson widersetzt sich dem Versuch Kanadas, ihn zu verhaften. Seine Verurteilung von 1980 wird später nach Berufung wieder aufgehoben.

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6. April 1981: Die Sea Shepherd Conservation Society wird im Staat Oregon als gemeinnützige Organisation registriert.


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Mai:
Die Sea Shepherd II bricht zu ihrer ersten Reise auf, einer Atlantiküberquerung nach Alexandria, Virginia, um im Folgenden eine Kampagne zum Schutz von Grauwalen in Sowjet-Sibirien vorzubereiten

Juni:
Auf dem Weg nach Los Angeles und Vancouver, wo die illegale Jagd auf Grauwale publik gemacht werden soll, durchfährt die Sea Shepherd II das erste Mal den Panamakanal.

Juli - August:
Vor der Küste Sibiriens dokumentiert die Sea Shepherd II illegale sowjetische Walfangaktivitäten und wird daraufhin von der sowjetischen Marine verfolgt. Kapitän Watson kehrt mit Beweisen für die sowjetischen Verstöße in die USA zurück. Diese Beweise legt er dem Kongress vor.

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September - Dezember:
Die Sea Shepherd II ankert an Pier 70 in Seattle, um für die eigene Sache zu werben und Spendengelder aufzubringen. Im Dezember fährt das Schiff weiter nach Los Angeles.

1982

Januar:
Die Sea Shepherd II verlässt Los Angeles Richtung Honolulu, Hawaii, um Vorbereitungen für eine Kampagne zur Beendigung des Abschlachtens von Delfinen vor der japanischen Insel Iki zu treffen.

März:
Um eine direkte Konfrontation mit der Besatzung der Sea Shepherd II zu vermeiden, lädt die japanische Regierung Kapitän Watson nach Iki ein, um vor Ort mit den Fischern zu verhandeln. Kapitän Watson wird begleitet von American Airlines Kapitän Jet Johnson, Air France Flugbegleiterin Mina Fukuda, die als Übersetzerin fungiert, sowie Filmemacher Peter Brown. Nach dreitägigen Verhandlungen, stimmten die Fischer von Iki dem Ende des Delfinabschlachtens zu.
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1982 Book---Sea-ShepherdMai:
Kapitän Watsons Buch Sea Shepherd, My Fight for Whales and Seals wird bei W.W. Norton veröffentlicht. Es wurde zusammen mit dem berühmten Journalisten Warren Rogers geschrieben. Das Vorwort stammt von Cleveland Amory.
Irische Sea Shepherd Besatzungsmitglieder schlagen auf den Inishkea Inseln in der Irischen See ein Lager auf, um das Töten von Kegelrobben durch irische Fischer zu verhindern. Die Crew schläft zwischen den Robben und stört so jeglichen Versuch, diese zu töten.

Juni:
Die Sea Shepherd II kehrt nach Seattle, Washington, und Vancouver, Kanada, zurück, um eine Kampagne zum Schutz der Robben an Kanadas Ostküste vorzubereiten.

September:
Kapitän Watson und Mannschaftsmitglied Tate Landis durchschwimmen erfolgreich die Straße von Georgia von Nanaimo auf Vancouver Island nach Jericho Beach in Vancouver. Diese 56 Kilometer lange Strecke ist nie zuvor erfolgreich schwimmend bewältigt worden. Das Schwimmen wurde veranstaltet, um Aufmerksamkeit auf die kanadische Robbenjagd zu lenken.

Kapitän Jet Johnson (ein ehemaliger Canadian Air Force Kampfpilot) fliegt Paul Watson und Carroll Vogel bis vor die Küste von Washington State, um dort sechzehn große, mit roter Farbe gefüllte Glühbirnen auf das Deck eines sowjetischen Spionageschiffs zu werfen. An jede Birne ist eine Nachricht in russischer Sprache geheftet, die gegen das illegale Töten von Walen durch die Sowjets protestiert. Ein US amerikanisches Kampfflugzeug verfolgt den Sea Shepherd Flieger aber Kapitän Johnson entkommt, indem er dicht über den Wellen bis in den kanadischen Luftraum hineinfliegt. Obwohl er nicht der Pilot war, wird Paul Watson als einziger der drei verhaftet. Er wird für gefährdende Handlungen mit einem Flugzeug angeklagt. Die Anklage wird fallen gelassen, als die Russen nicht zur Zeugenaussage erschienen.

Oktober:
Die irische Robbenjagd wird beendet. Dir Regierung von Irland legt fest, dass die Kegelrobbenjagd in der Irischen See aufhören muss. Ein klarer Sieg für die Aktivisten von Sea Shepherd.

November:
Sea Shepherd Mitglieder in Schottland unterbinden das Töten von Kegelrobben auf den schottischen Orkneys. Die Sea Shepherd Crew entreißt den Jägern die Gewehre und verhindert mit direktem physischem Einsatz das Landen der Boote an den Kolonien. Der Sea Shepherd Islands Trust wird etabliert und erwirbt die Orkney-Insel Green Holm. Sobald die Insel gekauft ist, wird sie zu einem Schutzgebiet für Kegelrobben gemacht.

Dezember:
Die Sea Shepherd fährt von Vancouver nach Grenada in die Karibik, um die Insel mit Bibliotheksbeständen, sowie landwirtschaftlichen und medizinischen Gütern zu versorgen. Auf dem Weg macht das Schiff Zwischenstation in Coos Bay (Oregon), San Francisco, Los Angeles und Laguna Beach.

1983

Januar:
Die Sea Shepherd II durchfährt zum zweiten Mal den Panamakanal, nun auf dem Weg nach Grenada. Das Schiff liefert Hilfsgüter nach St. George's, Grenada, und fährt weiter in Richtung Portland, Maine.

Die Besatzung der Sea Shepherd II, die Zeuge der beklagenswerten Zustände im Zoo von St George’s geworden ist, dringt nachts in den Zoo ein und befreit alle Primaten. Jeder der Affen wird betäubt und in den Dschungel der Insel freigelassen. Kapitän Watson reagiert auf die Kritik an der Befreiungsaktion mit der Aussage, dass es nicht Sea Shepherd war, das die Affen auf die Insel gebracht hat und dass seine Mannschaft nicht tatenlos herumsitzen und zuschauen würde, wie Tiere missbraucht werden, ohne deren Leiden zu mindern. „Außerdem,“ sagte er „können diese Primaten der Insel unmöglich mehr schaden, als es der Primat Homo Sapiens bereits getan hat.“

Februar:
In Portland, Maine, unterläuft die Sea Shepherd II die letzten Vorbereitungen für die anstehende Robbenkampagne. Kapitän Watson tritt in der Today Show auf und diskutiert mit Jim Winters von der kanadischen Regierung.

1983-Patrolling-the-HarborMärz:
Die Sea Shepherd II blockiert der Hafen von St. John's, Neufundland, und hält die kanadische Robbenfängerflotte zwei Wochen lang davon ab, auszulaufen. Die Sea Shepherd II fährt daraufhin weiter zum Sankt-Lorenz-Golf und eskortiert vier Robbenfängerschiffe weg von den Aufzuchtgründen der Sattelrobben.

April:
Im Golf von St. Lorenz begleitet die Sea Shepherd II drei weitere Robbenfängerschiffe weg von der Kinderstube der Sattelrobben. Die RCMP (Royal Canadian Mounted Police) und die kanadische Küstenwache rammen und entern die Sea Shepherd II bei einem Tränengasangriff im eisigen Norden von Nova Scotia.

Kapitän Watson und 19 Crewmitglieder werden auf der Sea Shepherd II festgesetzt und angeklagt, eine Verschwörung mit der Absicht begangen zu haben, den Seal Protection Act zu verletzen (durch das Annähern an eine Robbenjagd bis auf eine halbe Meile und das Stören des Robbentötens).

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Juni:
Die Sea Shepherd Crew wird in Perce, Quebec, vor Gericht gestellt und dafür verurteilt, den Seal Protection Act verletzt zu haben. Wie sehr die politischen Strukturen die Robbenjagd schützen, äußert sich in der Schwere der verhängten Strafen. Kapitän Watson wird für die Organisation einer Verschwörung mit der Absicht, den Seal Protection Act zu verletzen, zu einer Haftstrafe von 15 Monaten verurteilt. Er erhält weite sechs Monate Haft dafür, den Seal Protection Act verletzt zu haben, indem er sich einer Robbenjagd bis auf mehr als eine halbe nautische Meile näherte. Zusätzlich zu diesen 21 Monaten Haft wird Kapitän Watson dazu verurteilt, 75.000 Dollar Strafe zu zahlen. Die Sea Shepherd II wird konfisziert. Kapitän Watson wird auch untersagt innerhalb der nächsten drei Jahre mit irgendeinem Journalisten auf der Welt über das Vorgefallene zu sprechen. Auch wird bestimmt, dass Kapitän Watson für eine Dauer von drei Jahren die fünf östlichen Provinzen Kanadas nicht betreten darf. Der Maschinist Paul Pezwick erhält eine siebenmonatige Gefängnisstrafe und muss eine Geldstrafe von 7.000 Dollar zahlen. Alle weiteren Mannschaftsmitglieder werden jeweils zu Strafzahlungen von 3.000 Dollar verurteilt.

Dezember:
In Quebec werden Kapitän Watson und Mechaniker Paul Pezwick am 20. Dezember ins Gefängnis beordert, um ihre Haftstrafe zu beginnen. Das Berufungsgericht von Quebec lässt beide Männer aufgrund der schwebenden Berufungsverfahren neun Tage später wieder frei.

1984

Januar:
Das Berufungsgericht von Quebec entscheidet zugunsten von Kapitän Watson und der Mannschaft der Sea Shepherd II. Die Urteile des untergeordneten Gerichts werden annulliert und die Strafen aufgehoben. Die kanadische Regierung legt vor dem Obersten Gerichtshof des Landes Beschwerde gegen das jüngste Urteil des Berufungsgerichts von Quebec ein, was die weitere Beschlagnahmung der Sea Shepherd II zu Folge hat. Das Schiff wird von Charlottetown, Prince Edward Island, nach Halifax, Nova Scotia, verlegt und unter die Aufsicht der kanadischen Marinebasis gestellt.

Februar:
Ohne ein Schiff sind Kapitän Watson und seine Mannschaft gezwungen, an Land zu bleiben. Doch davon lässt Kapitän Watson sich nicht abschrecken und startet eine landbasierte Kampagne zum Schutz der Wölfe. Er gründet die Gruppe Friends of the Wolf und organisiert eine medienwirksame Aktion gegen das Abschießen von Wölfen aus der Luft im nördlichen British Columbia. In der lebensfeindlichen Stadt Fort Nelson hält Kapitän Watson eine Pressekonferenz und debattiert mit 400 Jägern und Fallenstellern in hitzigen Diskussionen, die es immerhin in die landesweiten Nachrichten schaffen.

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Kapitän Watson und Robert Hunter veröffentlichen Cry Wolf!. Das Buch handelt von den Anti-Wolfsjagd-Kampagnen und legt die Korruption offen, die hinter den Regierungsprogrammen zur Ausrottung der Wölfe in British Columbia steht. Das Vorwort des Buches stammt vom ehemaligem Umweltminister der Provinz, Rafe Mair.

Die Publicity, die die Wolfkampagne hervorruft, zwingt den aktuellen Umweltminister von British Columbia, Anthony Brummett, zum Rücktritt, nachdem Watson ihn öffentlich der Korruption bezichtigt.

1985

April:
Der Oberste Gerichtshof Kanadas bestätigt das Urteil des Berufungsgerichts von Quebec. Das Gericht bestimmt die Rückgabe der Sea Shepherd II an Sea Shepherd. Kapitän Watson rekrutiert eine neue Mannschaft Freiwilliger, um das Schiff zu reparieren und für die anstehende Atlantiküberquerung nach Europa vorzubereiten.

Mai:
Aufgrund der Schäden, die die Sea Shepherd II während ihrer 22monatigen „Schutzhaft“ erlitten hat, erhebt die Sea Shepherd Conservation Society eine Schadensersatzklage gegen die kanadische Regierung.

Juli:
Die Sea Shepherd II verlässt Halifax und macht wegen zusätzlicher Reparaturen Halt in St. Pierre und Miquelon bevor sie nach Island weiterfährt. In Island übermittelt die Sea Shepherd II eine Warnung an die isländische Regierung, illegale Walfangaktivitäten zu unterbinden und sich an die Richtlinien der International Whaling Commission zu halten. Als er von einer isländischen Zeitung gefragt wird, was Sea Shepherd tun würde, wenn Island nicht nachgäbe, antwortet Kapitän Watson, dass Sea Shepherd in diesem Falle die isländische Flotte versenken würde. Die Sea Shepherd II wird daraufhin unter polizeiliche Aufsicht gestellt. Der Besuch in Reykjavík ist jedoch nur Ablenkung. Die Crew der Sea Shepherd II ist zur gleichen Zeit damit beschäftigt, den Hafen von Hvalfjörður zu sondieren und den Standpunkt der Walfverarbeitungsanlage zu bestimmen.

August:
Die Sea Shepherd II verlässt Island und begibt sich zu den Färöer-Inseln, die einen selbstständigen Staat innerhalb Dänemarks darstellen, um hier gegen das Abschlachten von Grindwalen vorzugehen. Kapitän Watson und seine Mannschaft treffen den Reichsombudsmann (d.i. höchster Mann der Insel) und warnen ihn, dass die Sea Shepherd Conservation Society eine Kampagne gegen das Abschlachten der Grindwale auf den Färöern in Gang setzen wird.

September bis Dezember:
Die Sea Shepherd II verlässt die Färöer-Inseln Richtung London, England. Das Schiff wird für eine gemeinsame Hilfslieferung mit Band Aid nach Äthiopien ausgerüstet. Kapitän Watson und Bob Geldof hatten bereits Jahre zuvor für dieselbe alternative Zeitung, die Georgia Straight gearbeitet. Mit Genehmigung der Handelskammer wird die Sea Shepherd II mit einer Ladung von Dieselfässern beladen, die an die Hilfskonvois nach Äthiopien geliefert werden sollen.

Dezember:
Nachdem sie London verlassen hat, wird die Sea Shepherd II von der britischen Handelskammer angewiesen, im Hafen von Brest, Frankreich, einzulaufen. Die Handelskammer hat inzwischen einen bürokratischen Sinneswandel vollzogen und nun bestimmt, dass die Sea Shepherd II kein registriertes Frachtschiff sei und daher keine Hilfsgüter transportieren dürfe. Das Schiff wird nach Plymouth zitiert, um dort die Ladung zu löschen. Als Kapitän Watson die Handelskammer fragt, ob man keine Ausnahme für humanitäre Hilfsaktionen machen könne, antwortet der verantwortliche Bürokrat, dass grundsätzlich keine Ausnahmen genehmigt würden. Kapitän Watson erinnert ihn daran, dass die Schiffe, die im Zweiten Weltkrieg die britischen Soldaten aus Dieppe zurück nach Britannien brachten, ebenfalls nicht als Passagierschiffe ausgewiesen waren. Der Bürokrat antwortet, dass wenn er damals das Sagen gehabt hätte, sie keine Erlaubnis dafür erhalten hätten, Passagiere ohne die notwendige Befugnis zu befördern.

1986

Juni:
Die Sea Shepherd II fährt von Plymouth nach Malmö, Schweden, um an einem Treffen der International Whaling Commission (IWC) teilzunehmen.

Juli:
Die Sea Shepherd II verlässt Malmö in Richtung der Färöer-Inseln, um die dortige Jagd auf Grindwale zu dokumentieren und zu behindern. Kapitän Watson schickt eine Gruppe von fünf Mannschaftsmitgliedern los, um sich mit der Regierung zu treffen. Alle fünf werden ohne Anklage festgesetzt. Die Sea Shepherd II weigert sich, die färöerischen Gewässer zu verlassen, bis sich die Crew wieder auf freiem Fuß befindet. Die Färöer reagieren hierauf mit Gewehrfeuer und Tränengras. Eine Kugel schlägt nur Zentimeter neben Kapitän Watsons Kopf in das Schiff ein. Augenblicklich befiehlt er der Mannschaft der Sea Shepherd II, das Schiff mit Wasserwerfern und Kanonen zu verteidigen, die mit Schokoladen- und Zitronenkuchen gefüllt sind. Die angreifenden Färöer werden so mit einem demütigenden klebrigen Schleim überzogen und die Sea Shepherd II entkommt mit Aufnahmen vom Walfang und von der dramatischen Konfrontation mit den Walfängern. Der Zwischenfall wird in der preisgekrönten BBC Dokumentation Black Harvest verarbeitet und ausgestrahlt.

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September:
Die Sea Shepherd II kehrt für Reparaturen und Wartungsarbeiten nach Bristol, England, zurück.

November:
Die Sea Shepherd Aktivisten kehren nach Island zurück und gehen gegen den illegalen isländischen Walfang vor. Die Sea Shepherd Maschinisten Rod Coronado und David Howitt bewerkstelligen es, zwei der vier isländischen Walfangschiffe im Hafen von Reykjavík zu versenken. Ebenso zerstören sie die Walverarbeitungsstation in Hvalfjörður. Diese Aktion beendet den kommerziellen Walfang auf Island für die nächsten 16 Jahre. Der Coup schafft es weltweit auf die Titelseiten.

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1987

Mai & Juni:
Da die Sea Shepherd II in Britannien liegt und repariert werden muss, benötigt die Gesellschaft ein weiteres Schiff, um gegen die zunehmende Treibnetzfischerei im Nordpazifik vorgehen zu können. Die Sea Shepherd Conservation Society erwirbt den Wadennetzfischer Bold Venture bei einer Zwangsversteigerung. Das Schiff selbst ist für die Kampagne nicht geeignet, aber es gelingt, es gegen einen japanischen Thunfischfänger namens Gratitude einzutauschen. Die Gratitude wird in Divine Wind umbenannt und für ihre Reise in den Nordpazifik vorbereitet.

Juli & August:
Die Divine Wind setzt Kurs auf die Aleuten, macht aber Zwischenstopps in Amchitka und Attu, um „ghost nets“ (d.i. herrenlose, zurückgelassene Treibnetze) zu dokumentieren. Auf dem Rückweg hält das Schiff bei den Pribilof Islands um den Bestand des Nördlichen Seebären zu untersuchen. Bei dieser Expedition werden viele Meilen
von herumtreibenden Netzen gefunden und entfernt.

1988

1988 3SS18BJanuar:
Kapitän Watson, die Aktivistin Dr. Joanna Forwell und der Vorsitzende von Sea Shepherd Schweden, Sten Borg, reisen nach Island. Kapitän Watson verlangt, dass das Land wegen der Versenkung der halben isländischen Walfängerflotte Anklage gegen die Sea Shepherd Conservation Society und ihn selbst erhebe. Island verweigert dies. Kapitän Watson teilt den isländischen Medien mit, dass die Aktionen von Sea Shepherd Vertretern gegen die isländischen Walfangaktivitäten offensichtlich eine legitime und gerechtfertigte Durchsetzung geltenden Rechts gewesen seien, da Island sich weigere, den illegalen Walfang dadurch zu verteidigen, dass es Sea Shepherd wegen Sabotage anklage. Sea Shepherd teilt des Weiteren mit, das jegliche Anschuldigungen gegenüber Sea Shepherd kriminell zu sein, haltlos seien da keinerlei Anklage, geschweige denn eine Verurteilung in Island vorliege.

1988 dolnetMärz:
Ein Sea Shepherd Vertreter dokumentiert das Töten von Delfinen durch einen US amerikanischen Thunfischfänger namens Sea King. Die Sea Shepherd Conservation Society übereignet die Nutzungsrechte dieses Materials an Sam LaBudde vom Earth Island Institute. Sea Shepherds Filmmaterial wird in dem Film zusätzlich zu den Aufnahmen gezeigt, die Sam LaBudde an Bord eines panamaischen Thunfischfängers gedreht hatte. Der Film wird vom Sea Shepherd Direktor Peter Brown herausgegeben und löst Empörung über die Thunfischindustrie aus und trägt zu einem Verbot der Delfintötung durch US amerikanische Thunfischunternehmen bei.

November:
Das Sea Shepherd Schiff Divine Wind wird verkauft. Die Sea Shepherd Society verwendet den Erlös, um die Sea Shepherd II zu überholen.

1989

Juli:
Nach langwierigen Reparaturen in den Niederlanden und in Britannien überquert die Sea Shepherd II den Atlantik und fährt nach Key West, Florida, um Besatzung und Vorräte aufzunehmen und im Folgenden den Panamakanal zu durchfahren, um dann weiter nach Puntarenas, Costa Rica, zu reisen. In Puntarenas fängt die Sea Shepherd II zwei venezuelanische Thunfischfänger ab. Den Schiffen wird nicht gestattet, weiter zu fahren, ehe sie nicht Kapitän Watson und seinen Offizieren gestattet haben, ihre Logbücher und Fischtanks auf Beweise für getötete Delfine hin zu inspizieren. Zusätzlich zu den so erlangten Beweisen, offenbart das Logbuch des Thunfischfängers Pan Pacific die Fangorte, an denen Delfine getötet wurden.

August:
Die Sea Shepherd II jagt zahlreiche mexikanische Thunfischfänger von Delfinschulen im östlichen Pazifik fort.


Weitere Beiträge:

Die 90er Jahre
2000 bis 2010
2012
2013
2014
2015






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