DIE GESCHICHTE VON SEA SHEPHERD: 1977–2017

Captain Paul Watson gründete 1977 die Sea Shepherd Conservation Society, eine internationale, gemeinnützige Organisation, die sich zum Ziel gesetzt hat, die Zerstörung von Lebensräumen und das Abschlachten von Wildtieren in den Weltmeeren zu beenden.

Sea Shepherds Reise zu einer der effektivsten Meeresschutzorganisationen, die sich durch Direkte Aktion auszeichnet, begann mit nur einem Schiff. Unser erstes Schiff war ein Schleppnetzschiff, das in Großbritannien registriert war und den treffenden Namen SEA SHEPHERD trug. Ihre Hauptaufgabe war das Rammen und Beschädigen des illegalen Walfangschiffs SIERRA. Die Kampagne war Sea Shepherds erstes direktes Eingreifen und hatte den Fokus darauf gelegt, die SIERRA ausfindig zu machen und stillzulegen. Captain Paul Watson versenkte das Schiff am Ende lieber, anstatt es in die Hände der Piraten-Walfänger geraten zu lassen.

Captain Paul Watson neben der SEA SHEPHERD – Sea Shepherds erstem Schiff.Captain Paul Watson neben der SEA SHEPHERD – Sea Shepherds erstem Schiff.    

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Die SIERRA flieht vor der SEA SHEPHERD (links)
und der beschädigte Rumpf der SIERRA, bevor sie versenkt wurde (rechts).

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Dank der Unterstützung durch Spenden und unseren Volunteers haben wir die Zahl unserer aktiven Schiffe in der Sea Shepherd-Flotte, auch Neptune’s Navy genannt, mittlerweile ausweiten können. Neben unserem Flaggschiff der STEVE IRWIN gehören auch die BOB BARKER, die SAM SIMON, die BRIGITTE BARDOT, die FARLEY MOWAT, die MARTIN SHEEN und die neusten Schiffe unserer Flotte, die OCEAN WARRIOR und die JOHN PAUL DEJORIA sowie viele weitere Schlauchboote und Wasserfahrzeuge dazu.

Kurz nach der Gründung von Sea Shepherd starteten wir eine Kampagne zum Beenden der größten Abschlachtung von Meeressäugern weltweit: die kanadische Robbenjagd. Die kanadische Regierung gab den Robbenfängern grünes Licht hunderttausende Sattelrobbenbabys zu erschlagen. In manchen Jahren wurde die Quote auf fast eine halbe Million Tiere ausgeweitet. 2009 stimmte das Europäische Parlament dafür, den Import von Produkten der Robbenjagd zu verbieten. Dieses Verbot war ein direktes Ergebnis von Sea Shepherds unermüdlichen und entschlossenen Bemühungen, diese Jagd zu beenden.
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Paul Watson mit einer Sattelrobbe 1983 (links)
und ein Crewmitglied, das sich das Ausmaß der kanadischen Robbenjagd ansieht (rechts).
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Sea Shepherd stellt sich seit 1981 gegen die Massenabschlachtungen von Walen und Delfinen in Japan, als Captain Paul Watson erfolgreich eine zehnjährige Pause für Delfintötungen auf der Insel Iki verhandelte. 2003 filmten und fotografierten Mitglieder von Sea Shepherds Kampagne zum Schutz der Delfine in Taiji das Abschlachten in der Bucht von Taiji. Hierdurch konnte die gesamte Welt, inklusive vieler Einwohner Japans, das erste Mal die Brutalität dieser Massaker sehen. Diese Arbeit stellte die Grundlage für den Film „The Cove“ („Die Bucht“) dar, der 2010 einen Oscar als bester Dokumentarfilm gewann. Von September bis März setzt Sea Shepherd jedes Jahr ein Team in Taiji ein, das vor Ort die täglichen Aktivitäten rund um die Blutbucht dokumentiert, filmt und per Live-Stream überträgt. Sea Shepherd wird diese Treibjagden, die in erster Linie dem Lebendhandel mit Meeressäugern dienen, weiterhin beobachten, bis sie endgültig eingestellt werden.
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Die drastischen Bilder der Delfinmassaker, die 2003 von Sea Shepherd aufgenommen wurden (links)
und die Cove Guardians (rechts)
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Jedes Jahr werden hunderte Grindwale zusammengetrieben und an den Stränden der dänischen Färöer abgeschlachtet. Seit Mitte der 1980er führt Sea Shepherd den Widerstand gegen das brutale Abschlachten an, in dem die Inseln patrouilliert werden und vor Ort gefilmt und dokumentiert wird.
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Die SEA SHEPHERD II patrouilliert das erste Mal vor den Färöern (links)
und die blutigen Gewässer von Bøur 2014, nach einem Grind bei welchem 250 Wale getötet wurden (rechts).
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Sea Shepherds Mission, den Walfang auf Island zu beenden startete 1986 mit dem Versenken der halben isländischen Walfangflotte, was den kommerziellen isländischen Walfang für 16 Jahre stilllegte.
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Die HVALUR-Schiffe der isländischen Walfangflotte im Hafen (links)
und die HVALUR 6 und HVALUR 7, nachdem sie von Sea Shepherd versenkt wurden (rechts).
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In Südamerika nutzt Sea Shepherd Galapagos eine Reihe von Taktiken, um die illegale Fischerei und das Wildern innerhalb des Galapagos Nationalparks zu bekämpfen. Als uns der National Park Service 1999 das erste Mal einlud, um dabei zu helfen, das Galapagos Meeresschutzreservat zu beschützen, hatte unsere Anwesenheit einen starken Einfluss. Wir haben unter anderem dabei geholfen, Wilderer festzunehmen, den lokalen Behörden wichtiges Equipment zur Verfügung gestellt um ihre Arbeit zu verbessern, bei der Verurteilung von Wilderern und Schmugglern geholfen und die erste speziell ausgebildete Hundestaffel ins Leben gerufen, um illegale Tierhändler in Lateinamerika zu entdecken. Unsere Arbeit ist ein ewig währender Kampf gegen die immer neuen Techniken der Wilderer und Schmuggler im Galapagos Meeresschutzreservat, bei dem es immer darum geht, den Kriminellen einen Schritt voraus zu sein.
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Captain Alex Cornelissen untersucht eine Ladung illegaler Haifischflossen auf den Galapagosinseln (links)
und die Hundestaffel inspiziert Gepäck auf potenziellen Tierschmuggel (rechts).
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Sea Shepherds Kampagne zum Schutz der Wale in der Antarktis begann 2002, als wir unsere Schiffe in die abgelegenen Gewässer des Südpolarmeers schickten, um dort direkt gegen die japanische Walfangflotte vorzugehen, die illegal Wale in einem Schutzgebiet tötete, welches von der Internationalen Walfangkommission etabliert wurde. Diese Wilderer verstoßen gegen das weltweite Verbot für kommerziellen Walfang von 1986 sowie gegen die Urteile des Australischen Bundesgerichts und des Internationalen Gerichtshofs. Seit elf Jahren verzichten unsere Crews mit Freiwilligen aus aller Welt auf Weihnachts- und Silvesterfeiern, um die einzige Hoffnung der Wale zu sein. Dadurch wurden bereits die Leben von über 6.000 Walen vor den Harpunen der Walfangflotte gerettet.
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Drei tote, geschützte Zwergwale auf dem Fabrikschiff NISSHIN MARU der japanischen Walfangflotte (links)
und die BOB BARKER, welche 2013 das Auftanken der NISSHIN MARU verhinderte
und somit das Leben von 932 Walen gerettet hat (rechts).
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In unserer Vergangenheit haben wir schon Fische aller Art verteidigt. Wir sind nicht nur die führende Stimme zum Schutz von Meereslebewesen, sondern wir bringen unsere Schiffe auch direkt hinaus auf hohe See, um diese schutzlosen Tiere zu verteidigen. Angefangen bei Kampagnen gegen die Nutzung von Treibnetzen, dem Kampf zum Schutz von Delfinen und Thunfischen, der Verfolgung von Schleppnetzschiffen bis zum Einsatz von Netzschneidern. Sea Shepherd wendet Direkte Aktion an, um die Überfischung in unseren Meeren zu stoppen.

Ein Paradebeispiel dafür war das Jahr 2010, in dem sich der Blauflossenthunfisch auf dem direkten Weg zur Ausrottung befand und Sea Shepherd bei illegalen Aktionen zum Fang von Blauflossenthunfisch vor der Küste von Libyen eingriff. Dabei wurden 800 Blauflossenthunfische aus den Netzen eines illegalen Fischereischiffs befreit.
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Die STEVE IRWIN rammt in 2010 ein Netz mit illegal gefangenem Blauflossenthunfisch (links)
und ein Crewmitglied der STEVE IRWIN schneidet ein illegales Thunfischnetz auf, um die darin gefangenen Blauflossenthunfische zu befreien (rechts).
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Derzeit patrouillieren die Crews der SAM SIMON und der FARLEY MOWAT den Golf von Kalifornien, das einzige Gewässer auf der Welt, in dem die kleinste und seltenste Walart, der Golftümmler, zu Hause ist. Die Population des Golftümmlers wird auf einen Bestand von weniger als 60 Tieren geschätzt. Man geht davon aus, dass etwa 25 davon gebärfähige weibliche Tiere sind. OPERATION MILAGRO III zeigt ganz deutlich auf, dass hier dringender Handlungsbedarf besteht, um diese gefährdete Art zu erhalten.
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The FARLEY MOWAT und ihre Crew im Golf von Kalifornien (Mexiko) mit 66 toten Totoaba an Bord (links)
und die SAM SIMON beim Einholen illegaler Netze, die für den Bestandsrückgang des Golftümmlers verantwortlich sind (rechts).
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Von April bis September 2016 half Sea Shepherd der Regierung von Gabun im Zuge von OPERATION ALBACORE bei der Bekämpfung illegaler, unregulierter und undokumentierter Fischerei (IUU-Fischerei). Dazu wurde die BOB BARKER als ziviles Hochseepatrouillenboot zur Verfügung gestellt, um unter Leitung der gabunischen Regierung die Gewässer Gabuns zu überwachen. Ziel der Kampagne war es, europäische Fischereien auf Einhaltung der EU-Vorgaben zu kontrollieren sowie IUU-Fischerei in der gesamten Region zu verhindern.
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Die BOB BARKER lässt ein Schlauchboot zur Untersuchung eines Fischereischiffs in Gabun zu Wasser (links)
und ein gabunischer Marinesoldat untersucht ein Fischereischiff mit der BOB BARKER im Hintergrund (rechts).
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Sea Shepherd hält ebenfalls einen Weltrekord. 2015 war die BOB BARKER in einer rekordbrechenden Verfolgungsjagd mit dem berüchtigten Antarktisdorsch-Wildererschiff THUNDER verwickelt, bei der etwa 11.533 Seemeilen zurückgelegt wurden. Während derselben Kampagne holte die SAM SIMON binnen vier Wochen insgesamt 72 km illegale Fischereiausrüstung ein, die von der THUNDER während ihrer ersten Flucht vor der BOB BARKER zurückgelassen wurde. Die sichergestellte Ausrüstung wurde später den Behörden von Mauritius übergeben, welche die ersten offiziellen Untersuchungen überhaupt für ein Schiff mit einer lila Interpolausschreibung einleiteten. Drei Offiziere der THUNDER wurden festgenommen, angeklagt und anschließend wegen Urkundenfälschung, Umweltverschmutzung, Verursachung von Umweltschäden und Fahrlässigkeit schuldig gesprochen.
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Die BOB BARKER und die SAM SIMON während ihrer Verfolgung der THUNDER (links)
und ein Crewmitglied der SAM SIMON beim Einholen illegaler Fischereiausrüstung der THUNDER
während OPERATION ICEFISH 2014-2015 (rechts).
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Im Januar 2016 fing die STEVE IRWIN eine Flotte illegaler, chinesischer Fischereischiffe ab, welche aktiv mit Treibnetzen im Indischen Ozean fischten. Diese Fischereimethode wurde von den Vereinten Nationen 1992 verboten, weil sie völlig willkürlich Tiere tötet und äußerst zerstörerische Auswirkungen hat. Nachdem sie die STEVE IRWIN gesehen hatten, ergriffen die Schiffe die Flucht und ließen etwa fünf Kilometer Treibnetz zurück, welches die Crew der STEVE IRWIN einholte. In diesem Abschnitt des Netzes wurden die Kadaver von 321 Tieren gefunden. Anhand der Beweise, die wir zur Verfügung stellten, entzog die chinesische Regierung Fanglizenzen und Patente und erhob hohe Geldstrafen.
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Die Crew der STEVE IRWIN zeigt illegale, eingezogene Fischereiausrüstung vor der FU YUAN YU 76 (links)
und einige Opfer der illegalen Treibnetze liegen an Bord der STEVE IRWIN (rechts).
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Aktuell arbeitet Sea Shepherd eng mit dem liberianischen Verteidigungsministerium zusammen, um gegen IUU-Fischerei vorzugehen. Schätzungsweise 15-40% des weltweiten Fischfangs stammen von IUU-Betreibern und gerade in der Region Westafrikas beträgt die Zahl fast 40%. Im Februar 2017 begann mit OPERATION SOLA STELLA unsere neue Kampagne gegen IUU- Fischerei in Westafrika, um die Kriminellen zur Rechenschaft zu ziehen. Es gab bereits einige Verhaftungen, Schiffe wurden festgesetzt und Anklagen zum Schutz der Gewässer der liberianischen Küste wurden erhoben.
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Ein Schlauchboot der BOB BARKER bringt liberianische Marinesoldaten zu einem Fischereischiff (links)
und liberianische Marinesoldaten bereiten sich darauf vor, das Fischereischiff zu entern (rechts).
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2017 feiern wir 40 Jahre aktiven Umweltschutz, wir würdigen tausende passionierte Sea Shepherd Volunteers, sowie alle Personen und Unternehmen, die an Sea Shepherd gespendet haben. Ihr habt hunderte von Seereisen zur Verteidigung und Rettung schutzloser Meerestiere in vielen Weltmeeren ermöglicht.
Weitere Beiträge:

Die 80er Jahre
Die 90er Jahre
2000 bis 2010
2012
2013
2014
2015
2016





SAM SIMON: Operation Milagro III im Golf von KalifornienMarine Debris CampaignSea Shepherd - Operation Albacore Afrikas Garten Eden

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