maggy113. März 2015
Was wir Menschen den Tieren und damit zugleich unserer Natur antun, unserer eigenen Heimat,
ohne auch nur über die Konsequenzen nachzudenken, ist erschreckend. Wir rühmen uns mit Worten wie
"Tierliebhaber", "Tierschützer" oder mit Aussagen wie "Ich könnte ein Tier niemals verletzen" oder
"Einen solchen Umgang mit Tieren würden wir bei uns niemals zulassen" und dergleichen, jedoch vergessen wir dabei,
wie viele Tiere tagtäglich sterben müssen, nur damit wir unseren Gaumen befriedigen. Zurzeit leben 7 Milliarden
Menschen auf diesem Planeten und der Großteil will zu jeder Zeit Fleisch oder Fisch essen. Was aber passiert,
wenn die Weltbevölkerung in etwa 30 Jahren auf 9 Milliarden angestiegen ist? Die Meere werden von Tag zu Tag leerer, viele Fischarten sind bereits stark bedroht, andere schon so gut wie fort. Wo führt das alles hin? Wie soll unser Planet in 30 Jahren ausschauen und werden unsere Kinder je die Chance haben, die Schönheit des größten Lebensraumes auf dieser Welt, der Meere, zu sehen?Ich habe 2013 meine Ausbildung zum Divemaster in Honduras absolviert. Dort konnte ich frei mit Walhaien schwimmen, welche ohne Hektik oder Angst vor uns, gemütlich ihre Nahrung aus dem Wasser filterten. Ich sah Delphine, die aus eigener Initiative heraus ganz nah an uns heranschwommen, die sich an den Körper ihrer Freunde schmiegten, gemeinsam durch das Wasser tanzten und uns die spektakulärste Delphinshow lieferten, die Firmen wie "Sea World" niemals erreichen werden, da die Tiere in ihrer wahren Heimat und in Freiheit glücklich waren.

2014 war ich für drei Monate auf den Färöer-Inseln, um Pilotwale zu retten. Ich sah mit an, wie 33 dieser wunderbaren Tiere vor meinen Augen geschlachtet wurden. In Taiji sterben jedes Jahr Hunderte, sogar Tausende Delphine. In Peru werden alljährlich bis zu 15.000 Delphine geschlachtet, das norwegische Fischereiministerium gab für das Jahr 2015 1286 Zwergwale zur Schlachtung frei, Chinesen fangen weiterhin tausende von Haien, welche man verstümmelt, ihrer Flossen entehrt und zum Sterben ins Meer zurück wirft, und was Japan so alles in der Antarktis treibt, ist immer noch nicht mit Sicherheit auf dem Tisch.

Wenn dieses Grauen kein Ende zu nehmen scheint, wofür stehen wir dann morgens noch auf? Wenn unsere Kinder nicht dieselben Chancen haben, die schönsten Dinge dieser Welt live und in Freiheit zu erleben, warum sollen wir dann überhaupt noch Kinder in die Welt setzen? Diese Gedanken haben mich zu dem gemacht, was ich heute bin. Ich setze mich in meiner Freizeit für die Meere und deren Bewohner ein, damit ich unseren zukünftigen Generationen dieselben Chancen ermöglichen kann.

Aus diesem Grund habe ich in Südtirol bereits viele Vorträge über den Meeresschutz allgemein und über die Aktionen von Sea Shepherd gehalten. Viele meiner Vorträge finden in Schulen statt, wobei die Schüler alle zwischen 10 und 18 Jahren alt sind. Das Interesse der Schüler ist jedes Mal überwältigend. Meistens dauert mein Vortrag zwei volle Stunden und das Lehrpersonal erklärte mir bereits des Öfteren verwundert, dass ihre Schüler noch nie für so lange Zeit so ruhig waren.

Ich denke, dass viele Jugendliche ihre Freizeit gerne für eine gute Sache einsetzen würden, manchmal brauchen sie nur noch eine Idee dazu und jemanden, der sie dabei unterstützt. Unsere zukünftige Generation hat die Chance, so einiges zu ändern, dabei kommt es einfach darauf an, dass man ihnen früh genug erklärt, worum es bei Organisationen wie Sea Shepherd geht und wofür es sich einzusetzen lohnt.

Viele Rückmeldungen bestätigten mir immer wieder, wie viel Interesse die Schüler auch nach meinem Vortrag noch hatten. Einige schreiben sogar ihre Abschlussarbeiten über die Ozeane, Organisationen wie Sea Shepherd, oder es werden von Schülern auch Referate darüber gehalten. Ich bin mir ziemlich sicher, dass unsere zukünftigen Generationen die Welt verbessern können, wir müssen ihnen nur einen guten Start in die richtige Richtung bieten.

Von Magdalena Gschnitzer
Sea Shepherd Volunteer Südtirol

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