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Captain Locky MacLean, Captain Paul Watson und Captain Alex Cornelissen Bildnachweis: Sam Sielen / Sea Shepherd 4. April 2014

Kommentar von Captain Alex Cornelissen, Globaler Leitender Direktor von Sea Shepherd

Nach dem historischen Urteil des Internationalen Gerichtshofs (IGH) vom Montag in Den Haag, beginnen wir langsam, die Folgen der Entscheidung des Gerichts zu realisieren.

Das Gericht hat entschieden, dass das sogenannte wissenschaftliche Walfangprogramm Japans zu angeblichen Forschungszwecken in Wirklichkeit nichts dergleichen ist und dass es ab sofort gestoppt werden muss sowie keine neuen Genehmigungen erteilt werden dürfen. Japan hat erklärt, dass es die Entscheidung des Gerichts befolgen wird. Natürlich ist Sea Shepherd mit der Entscheidung des Internationalen Gerichtshofs sehr zufrieden.

Diese Entscheidung könnte sehr gut bedeuten, dass Sea Shepherd Australien am Ende dieses Jahres nicht ins Südpolarmeer auslaufen müsste, um die elfte Antarktis-Kampagne zur Beendigung der Walwilderei durchzuführen. Natürlich werden wir unsere Schiffe weiterhin instand setzen, um am Ende des Jahres bereit zu sein - aber mit sicherlich besseren Aussichten als je zuvor.

Wir haben derzeit drei Schiffe in australischen Häfen, die bald bereit sind, wieder eingesetzt zu werden. Der erste Gedanke, der mir in den Sinn kam, war, eine Kampagne gegen den isländischen Walfang zu initiieren, aber es hat noch ein weiteres interessantes Ergebnis im gestrigen Fall gegeben.

Da der IGH entschieden hat, dass das japanische Walfangprogramm im Südpolarmeer (JARPA II) von Haus aus nicht wissenschaftlich ist und damit auch keine neuen Genehmigungen im Namen der Forschung erteilt werden können, stellt sich die Frage, was mit dem Walfangprogramm Japans auf der Nordhalbkugel der Erde (JARPN II) passieren wird. Ist das nicht jetzt, per Definition, auch illegal? Der IGH hat mit der Entscheidung gegen JARPA II einen Präzedenzfall geschaffen, und somit sollte jede Aktivität, die ebenso wenig wissenschaftlichen Zweck dient, nicht mehr unter solchen Vorwänden durchgeführt werden dürfen. Die Entscheidung hat tatsächlich zur Folge, dass das JARPN-II-Programm auch kommerziell ist, und sollte Japan sich entscheiden, die Jagd im Norden fortzusetzen, würde das nicht die Bestimmungen der Internationalen Walfangkommission (IWC) verletzen? Wir glauben, dass die IWC jetzt die Verpflichtung hat, eine Beendigung des JARPN-II-Programms zu verfügen.Falls Japan sich dem nicht beugen würde, könnten sogar Handelssanktionen gegen Japan möglich sein.

Das Urteil stellt sicherlich eine Rechtfertigung für Sea Shepherd und Captain Paul Watson dar. Als Captain Watson zum ersten Mal beschloss, im Jahr 2002 ins Südpolarmeer aufzubrechen, schenkte niemand der Rechtswidrigkeit des japanischen Walfangprogrammes viel Aufmerksamkeit. Es gab einige Berichte in den Medien, aber sehr wenig wurde getan, um etwas gegen Japans unverhohlenen kommerziellen Walfang zu unternehmen.

Erst als Sea Shepherd die Szenerie betrat, rückte dieses Thema in den Fokus der globalen Diskussion. Japan beschuldigte Sea Shepherd jedes Jahr, Sabotageakte gegen das "völlig legale und genehmigte Walfangprogramm“ durchzuführen, und wir wurden sogar von den IWC-Tagungen völlig ausgeschlossen. Zwölf Jahre später hat man uns in jedem Fall Recht gegeben, und der japanische Walfang im Südpolarmeer wurde gestoppt.

Captain Watson wurde auf der „red list“ von Interpol geführt, unter Bezugnahme auf falsche Behauptungen Japans, wegen Behinderung ihrer illegalen Walfangoperationen.

Eine einstweilige Verfügung wurde erteilt, um die Teilnahme unserer US-Kollegen an den Antarktis-Kampagnen zu verhindern.

Wir wurden beschuldigt Piraten, Radikale und Extremisten zu sein und Selbstjustiz zu verüben.

Aber nach dem wegweisenden Urteil der IGH hat sich das Bild nun geändert, und es war alle Anstrengungen und Opfer absolut wert.

Ich möchte allen Menschen, die uns in den letzten 12 Jahren zur Seite gestanden haben, danken. Danke an alle Spender, Mitarbeiter und die Land- und Schiffscrew. All dies wäre ohne eure Unterstützung nicht möglich gewesen. Und natürlich wäre nichts davon möglich gewesen, wenn Captain Watson sich vor 12 Jahren nicht entschieden hätte, den Kampf „David gegen Goliath“ aufzunehmen.

Kommentare von Sea Shepherd in Bezug auf das IGH-Urteil:

"Im Laufe der letzten zehn Jahre haben die Australier Captain Paul Watson persönlich und als den Mann kennengelernt, der führend bei der Verteidigung der Wale agiert, die illegal im Antarktischen Walschutzgebiet Australiens abgeschlachtet werden. Viele Australier öffneten ihre Herzen und sogar ihre Häuser für Captain Watson und Sea Shepherd, die die Arbeit erledigen, an die sich ihre eigene Regierung nicht herantraute. Das Urteil des Internationalen Gerichtshofes ist eine sehr erfreuliche Nachricht, aber Sea Shepherd konnte nicht auf darauf warten, bis es dazu kam - oder das Leben von mehr als 5.000 Walen wäre verloren gewesen. Australien war einst eine Nation, die Wale gejagt hat und ist jetzt einer der leidenschaftlichsten Verteidiger der Wale; es ist zu hoffen, dass für Japan dieser Tag auch kommen wird. Hoffen wir, dass dieses Urteil des Internationalen Gerichtshofes Japan in Richtung des Wal-Ökotourismus führt, in eine Richtung, für die die immer größer werdende Anzahl Wal-liebender Menschen auf der Welt applaudieren würde. Aber wenn sie an den Ort ihrer Verbrechen gegen die Wale zurückkehren, wird Sea Shepherd bereit sein, sich ihnen erneut entgegenzustellen." - Geschäftsführender Leiter Sea Shepherd Australien, Jeff Hansen.

"Als sich Captain Paul Watson vor mehr als 10 Jahren auf der Farley Mowat ins Südpolarmeer auf dem Weg machte, kümmerte sich niemand in der Welt um den illegalen Walfang der japanischen Walfangflotte. Es muss daran erinnert werden, dass in diesen 10 Jahren, wenn es die Interventionen der Sea Shepherd Conservation Society nicht gegeben hätte, mehr als 10.000 Wale getötet worden wären und dass die Walfänger wegen dieses direkten Eingreifens von Sea Shepherd nur einen Bruchteil dieser Zahl getötet haben, etwa 3500. Das ist jedoch nicht das Ende. Dies ist der Beginn einer neuen Ära des Meeresschutzes, in der die Vorstellungskraft eines Mann und einer Organisation das höchste Gericht der Länder dazu inspirieren konnte, aufzustehen und ein Urteil auszusprechen, das weitreichende Folgen für die Wildereiflotten auf der ganzen Welt haben wird." - Captain Siddharth Chakravarty.

"Als Sea Shepherd vor zehn Jahren seine Antarktis-Kampagnen begann, bedeutete dies, sich zwischen die Wale und die Harpunen zu stellen, von denen wir wussten, dass sie Japans kommerzieller Walfangflotte gehörten. Sea Shepherd Australien nahm den Kampf in den letzten zwei Jahren auf und konnte das Versprechen, das Captain Watson den Walen vor zehn Jahren gegeben hat, halten. Jetzt hat der Internationale Gerichtshof den Schleier der "Forschung" gelüftet und Japan dazu verurteilt, seinen illegalen Walfang in der Antarktis zu beenden. Wir hoffen, dass Japan das Urteil befolgt und die Wale in Ruhe durch ihr eisiges Schutzgebiet ziehen lässt. Obwohl dies ein Sieg für die Wale ist, hat die globale Bewegung Sea Shepherds viele Mandanten, und wir wissen, dass unsere Arbeit noch nicht getan ist. Wir werden auch weiterhin gegen das Aussterben der Meerestiere kämpfen." - Verwaltungsdirektorin Sea Shepherd USA, Susan Hartland.

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