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Der Internationale Gerichtshof. Foto: Wikimedia Commons31.03.2014
Sea Shepherd lobt den Weltgerichtshof für den Schutz der Wale in der Antarktis

Mit einem atemberaubenden Sieg für die Wale verkündete der Internationale Gerichtshof (IGH) in Den Haag heute in dem grundlegenden Fall Australien gegen Japan seine verbindliche Entscheidung, dass das japanische Walfangprogramm JARPA II in der Antarktis nicht für wissenschaftliche Zwecke stattfindet und ordnete an, dass alle Genehmigungen, die für JARPA II erteilt wurden, aufgehoben werden. Diese Neuigkeiten wurden von der Sea Shepherd Conservation Society USA und Sea Shepherd Australien begrüßt und gefeiert. Beide waren bereits im Südpolarmeer direkt gegen die japanischen Walfänger eingeschritten.

Captain Alex Cornelissen, leitender Direktor von Sea Shepherd Global, und Geert Vons, Direktor von Sea Shepherd Niederlande, waren als Repräsentanten von Sea Shepherd im Gerichtssaal, um dieses historische Urteil mit anzuhören. Begleitet wurden sie von Sea Shepherd Globals niederländischem Rechtsbeistand.

Der Fall gegen Japan wurde im Juli letzten Jahres vom Internationalen Gerichtshof angehört, um zu entscheiden, ob Japan mit seinem „Forschungsprogramm“ JARPA II im Südpolarmeer gegen internationales Recht verstößt, mit der Forderung, dass Japan die Durchführung von JARPA II einstellt und um damit zusammenhängende Genehmigungen zu entziehen, bis Japan beweisen kann, dass dessen Aktivitäten nach internationalem Recht legal sind.

Mit einer Abstimmung von 12 zu 4 entschied der IGH, dass es sich bei den wissenschaftlichen Genehmigungen, die von Japan für dessen Walfangprogramm erteilt wurden, nicht um wissenschaftlichen Walfang im Sinne der Bestimmungen der Internationalen Walfangkommission (IWC) handelt. Der IGH ordnete außerdem an, dass Japan sämtliche Genehmigungen, die für JARPA II erteilt wurden, aufheben muss und keine weiteren Genehmigungen für dieses Programm erteilen darf.

Ein Zwergwal hält mitten im Eis Ausschau. Foto: Sea ShepherdBevor das Urteil gesprochen wurde, gab es einige Spekulationen darüber, dass der IGH die Jagd auf gefährdete Finn- und Buckelwale verbieten, als Kompromiss jedoch die Jagd auf Zwergwale erlauben würde. Jedoch war es immer Sea Shepherds Absicht, dass – ungeachtet der Spezies – keine Wale getötet werden sollen, vor allem nicht in einem Schutzgebiet. Schutzgebiet bedeutet „ein Ort der Zuflucht oder Sicherheit; ein Naturreservat“, wo Tiere geschützt sind. Das Töten in einem international anerkannten Schutzgebiet zu erlauben bedeutet, internationale Bestimmungen zu verhöhnen, die von den Ländern getroffen wurden, die das Schutzgebiet im Jahr 1994 einrichteten. Zu der Zeit unterstützen 23 Länder diesen Beschluss und Japan war das einzige Mitglied der IWC, das sich dagegen aussprach.

Sogar der japanische Botschafter in den USA, Kenichiro Sasae, sagte bei einem öffentlichen Treffen in Los Angeles im Dezember 2013, bei dem auch Repräsentanten von Sea Shepherd vor Ort waren, folgendes über Wale und Walfang: „Ich persönlich mag Wale sehr und wenn man sie dort draußen sieht, gibt es für uns keinen Grund, diese wunderbaren Tiere zu töten. Ich würde sagen, hier geht es nur um Geschichte und Politik. Es gibt eine kleine Anzahl von Japanern, die immer noch versuchen, hierbei zu gewinnen. Aber der Großteil der japanischen Bevölkerung isst kein Walfleisch mehr.“ Bei demselben Treffen sagte Botschafter Sasae, dass Japan sich an das Urteil des Internationalen Gerichtshofs halten wird.

Hier kannst du das Protokoll nachlesen

Sea Shepherds internationale Crew von Freiwilligen stand seit acht Jahren an vorderster Front in den lebensfeindlichen und abgelegenen Gewässern der Antarktis. Seit zwei Jahren übernimmt Sea Shepherd Australien diese Herausforderung und wird sich auch weiterhin den japanischen Walfängern in der Antarktis entgegenstellen, bis wir das Töten in dieser international anerkannten „Sicherheitszone“ für Wale ein für allemal beenden können. Über die Jahre war Sea Shepherd die einzige Organisation, die direkt gegen den illegalen und kommerziellen japanischen Walfang unter dem Deckmantel der Wissenschaft eingeschritten ist, welcher international angezweifelt wurde. Tatsächlich waren die Aktivisten von Sea Shepherd die einzigen, die zwischen den majestätischen Walen und den Harpunen der Walfänger standen, während diese geschützten Tiere – viele von ihnen trächtig – jedes Jahr durch die antarktischen Gewässer wanderten.

„Mit dem heutigen Urteil hat der IGH eine faire und gerechte Stellung auf der richtigen Seite der Geschichte bezogen, indem er die Wale im Südpolarmeer und das lebenswichtige marine Ökosystem der Antarktis schützt; eine Entscheidung, die die Weltbevölkerung und zukünftige Generationen beeinflussen wird“, sagte Captain Alex Cornelissen von Sea Shepherd Global.

„Obwohl die erbarmungslosen Harpunen der japanischen Walfänger viele Walarten an den Rand des Aussterbens getrieben haben, ist Sea Shepherd voller Hoffnung, dass aufgrund dieses Urteils vom IGH Walfang von jetzt an Geschichte sein wird“, sagte er.

„Ungeachtet des Moratoriums für kommerziellen Walfang haben die japanischen Walfänger weiterhin das Leben tausender sanfter Meeresriesen genommen, an einem Ort, der ihnen Schutz bieten sollte“, sagte Sea Shepherd-Gründer Captain Paul Watson. „Sea Shepherd und ich, gemeinsam mit Millionen besorgter Menschen weltweit, hoffen nun, dass die japanischen Walfänger das Urteil des Internationalen Gerichtshofs anerkennen und die Wale in Ruhe lassen.“

Sea Shepherd Global wird im Dezember seine Schiffe für eine Rückkehr ins Südpolarmeer vorbereiten, für den Fall, dass die japanischen Walfänger sich entscheiden sollten, das Urteil zu missachten. Falls die japanische Walfangflotte zurückkehrt, wird die Crew von Sea Shepherd dort sein, um das Urteil gegen die japanischen Walfangpiraten durchzusetzen.

Mitglieder des Internationalen Gerichtshofs. Foto: IGH

Mitglieder des Internationalen Gerichtshofs. Foto: IGH


 


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