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11. Mai 2011: Von Operations Direktor Kapitän Alex Cornelissen
Trotz meiner Abwesenheit von den Galapagos während der 2010-2011 Antarktis Walverteidigungs Kampagne Operation No Compromise um Kapitän der Bob Barker zu sein, gingen die Dinge hier in den letzten 4 Monaten einen sehr geordneten Gang. Das Galapagos Team hat alle noch ausstehenden Projekte mit Bravur gemeistert. Hier eine Übersicht.

Das Folgende ist der erste Teil einer Übersicht über Sea Shepherds aktuelle Projekte auf den Galapagos Inseln:

Das Automatische Identifizierungs System (AIS)

Das Automatische Identifikationssystem (AIS) Projekt steht kurz vor seiner Fertigstellung. Das AIS Netzwerk wird es der Nationalparkverwaltung ermöglichen ausländische Schiffe und kleinere Boote welche im Vessel Monitoring System (VMS), welches derzeit im Galapagos Marine Reserve (GMR) verwendet wird, nicht angezeigt werden zu beobachten.

Mit Ausnahme eines einzigen, wurden alle Fundamente für die Gehäuse der AIS Repeater fertiggestellt. Das Errichten der Fundamente war keine leichte Aufgabe denn wir haben uns für die abgelegensten und unzugänglichsten Standorte entschieden. AIS Projektmanager Marcel Wensveen hat mich des öfteren dafür verflucht, dass ich ihn die steilsten Vulkanhänge auf den Galapagos Inseln hoch gejagt habe. Zum Glück wurden wir zeitweise vom Helikopter des Nationalparks beim Transport des Materials unterstützt.

Die Ausrüstung zum Errichten und Betreiben der Standorte sind durchaus umfangreich. Wir haben AIS Repeater aus Japan, Solarpanele und Batterien aus China, Antennenmasten und Gehäuse aus Kolumbien und weitere Teile aus Australien und den USA. Die Nationalparkbüros sind komplett zu gestellt und unser Büro sieht aus wie eine Werkstatt verrückter Tüftler.

Marcel hat den ersten Standort - El Junco - auf der Insel San Cristobal fertiggestellt. Dies ist der erste funktionierende AIS Standort und wir können bereits die Schiffe im Radius des AIS Standorts auf unserem Bildschirm sehen. Mehrere Boote der Parkranger wurden bereits mit AIS Empfängern ausgestattet und weitere werden in den nächsten Wochen folgen.

Wenn die letzten fehlenden Teile endlich geliefert werden, können wir beginnen die Repeater zusammen zu bauen und an die unterschiedlichen Standorte auf den Inseln zu transportieren. Kurz danach wird dann das Kontrollzentrum aufgebaut und das System kann online gehen. Dies wird ein großer Schritt vorwärts beim Beschützen des Galapagos Marine Reserve.

Dieses Projekt wurde durch die großzügige Unterstützung der niederländischen Postleitzahllotterie ermöglicht.

Das Funkprojekt

Alle von uns installierten Funkgeräte funktionieren noch immer. Die Polizei und die Agrarverwaltung, Agro Calidad, sind hauptsächlich auf diese von Sea Shepherd installierten Funkgeräte angewiesen. Wir werden auch weiterhin die Wartung dieser Geräte übernehmen sowie den Austausch von Teilen wie z.B. Batterien. Die Kosten sind relativ gering aber der Nutzen für die Nutzer ist riesig.

Während der Installation des AIS Repeaters auf der Insel San Cristobal haben wir den bestehenden Funkrepeater der Galapagos Nationalparkverwaltung überholt und verbessert. Neue Solarpanele und ein neuer Wandler garantieren Zuverlässigkeit für die nächsten Jahre.

Wir hatten ein paar Rückschläge durch den vom tödlichen Erdbeben in Japan Anfang April ausgelösten Tsunami. Aus logistischen Gründen sind alle staatlichen Verwaltungen an der Küste, dies lässt im Fall eines Tsunamis nur schlechtes erahnen. Galapagos wurde von einer 2 Meter Welle getroffen, welche sich ihren Weg in alle Häuser an der Küste suchte. Bei der Überflutung der Polizeistation und des Agro Calidad Büros hat das Salzwasser beträchtlichen Schaden angerichtet.

Wensveen war in der Lage ein paar durch den Tsunami zerstörte Funkgeräte wieder zu reparieren, allerdings wurde fast die Hälfte der Geräte durch das Salzwasser dermaßen zerstört, dass sie nicht repariert werden können.

Das juristische Projekt

Dieses Projekt sollte zuerst nur Übertretungen der Umweltschutzgesetze belangen. Wir mussten jedoch bald erkennen, dass das Justizsystem auf den Galapagos nicht in der Lage ist Umweltverbrechen in einer Art zu handhaben wie es die rechtlichen Rahmenbedingungen eines Nationalparks, Meeresschutzgebiet und Weltnaturerbes gebieten.

Unser rechtlicher Berater, der ecuadorianische Anwalt Dr. Hugo Echeverria, hat sich bei den unterschiedlichen Entwicklungen in der Durchsetzung der Gesetze als großer Gewinn für die Mitarbeiter und Verwaltungsministerien erwiesen.

Unser juristisches Projekt konzentriert sich jetzt auf deutlich mehr, dazu zählen:

1) Unterstützung bei der Fortbildung von Spezialisten im Justizsystem – Galapagos hat jetzt seinen ersten auf Umweltvergehen spezialisierten Staatsanwalt. Wir arbeiten an der Zusammenstellung eines Gerichtes welches sich ausschließlich auf Fälle im Zusammenhang mit der Natur beschäftigt.

2) Verbreitung umweltrechtlichen Wissens unter den Richtern und Staatsanwälten auf den Galapagos aber auch in Ecuador – In unserem Galapagos Büro haben wir jetzt das erste „Handbuch zur Anwendung von Umweltgesetzen als Werkzeug zum Schutz der natürlichen Gebiete in den Galapagos“ frisch aus dem Drucker. Hugo hat dieses Handbuch in Zusammenarbeit mit dem Justizministerium, dem Bildungsbereich und Naturschutz NGOs geschrieben. Das Handbuch wird an Richter und andere Teile des öffentlichen Rechts in Ecuador ausgegeben. Dieses historische Handbuch wird in den kommenden Monaten in Galapagos, Quito und Guayaquil unter der erwarteten Anwesenheit der Justizminister vorgestellt.

3) Verbesserung der Anwendbarkeit des Umweltstrafrechts – Wir haben den entsprechenden Behörden aufgezeigt, dass eine Anpassung der Justiz nötig ist, um das Umweltstrafrecht als Werkzeug zum Schutz des Weltnaturerbes einsetzen zu können. Wir sind in engem Kontakt mit den Staatsanwälten und sie teilen unser Ziel die Verfolgung von Umweltvergehen ordentlich zu dokumentieren. Dies ist äußerst wichtig um alle Teile des Apparats wie Polizei, Marine, Nationalparkverwaltung und Staatsanwälte besser koordinieren zu können. Mit dem gleichen Thema sind wir an den Gemeinderat von Galapagos herangetreten und gehen fortan einen gemeinsamen Weg.

4) Beobachtung von Fällen – Dank der K-9 Polizeihundestaffel [1] und dem AIS System werden deutlich mehr Fälle in Zusammenhang mit Umweltvergehen bestraft. Sea Shepherd Galapagos arbeitet bei Fällen im Zusammenhang mit der Natur eng mit der Polizei zusammen. Mit dem Ziel, Umweltstrafrecht in der Meinung der Bevölkerung zu platzieren, haben wir Podiumsdiskussionen mit den höchsten Ämtern im ecuadorianischen Justizsystem, dem Justizminister, Innenminister und diversen Umweltministern abgehalten. Ebenso halten wir engen Kontakt mit dem obersten Gerichtshof und Staatsanwalt um sie auf dem neusten Stand über unsere Initiativen zu halten.

Noch vor nicht all zu langer Zeit gab es kaum eine Anwendung des Umweltstrafrechtes, doch wir haben Verbündete gefunden welche ebenfalls die Nötigkeit einer Verbesserung des Justizsystems sehen, ein wichtiges Werkzeug in unserem Kampf das UNESCO Weltnaturerbe zu erhalten.

FORTSETZUNG FOLGT MORGEN...

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