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28. November 2019:  Trotz fester Unterstützung einiger Mitgliedsstaaten scheiterte die Internationale Kommission für die Erhaltung der Thunfischbestände im Atlantik (ICCAT), die maßgeblich für die Regelung des Thunfischfangs im Atlantik verantwortlich ist, einem wichtigen Antrag von Senegal stattzugeben, der auf stärkere Richtlinien zur Erhaltung des Kurzflossen-Makos drängte.
Senegal stellte vor dem 26. Treffen der Kommission (in Palma de Mallorca, Spanien, vom 18.-25. November) den Antrag, nach dem es verboten sein sollte, in von ICCAT geregelten Fischereizonen gefangene Atlantische Kurzflossen-Makos, sowie Teile ihrer Kadaver, an Bord aufzubewahren, umzuladen oder anzulanden. Des Weiteren enthielt der Antrag strenge Quoten für den Atlantischen Kurzflossen-Mako. Senegals Antrag folgte auf eine Empfehlung von ICCATs ständiger Kommission für Wissenschaft und Statistik „SCRS“, zur Einführung stärkerer Richtlinien zur Erhaltung des Nordatlantischen Kurzflossen-Makos ohne Ausnahmeregelungen.

Kurzflossen-Mako (von Mark Conlin, National Oceanic and Atmospheric Administration)
Der Kurzflossen-Mako gilt als schnellster Hai der Welt und ist aufgrund seiner niedrigen Geburtenrate und vergleichsweise späten Geschlechtsreife sehr anfällig für Überfischung. Eine Studie von 2017 belegt, dass die Mako-Population im Nordatlantik, selbst wenn die Fangquote bei null läge und entsprechende Schutzmaßnahmen ergriffen würden, nur eine fünfzigprozentige Chance hätte, sich von der Überfischung zu erholen. In Anerkennung der kritischen Lage des Kurzflossen-Makos stimmten die Teilnehmer der Konvention des Washingtoner Artenschutzübereinkommens bei der 18. Vertragsstaaten-Konferenz in Genf vergangenen August für Handelsbeschränkungen der gefährdeten Art.

Senegals Antrag wurde von 16 ICCAT-Teilnehmerländern unterstützt, unter anderem von den afrikanischen Küstenstaaten Gambia, Gabun und Liberia. Diese Länder führen in Zusammenarbeit mit Sea Shepherd gemeinsame Patrouillen auf See durch. In Folge dieser Kooperation wurden schon dutzende Fangschiffe festgesetzt, die illegal fischten oder andere Fischerei-Vergehen begingen, darunter auch europäische Fangschiffe, die auf Haiflossen abzielten und illegalerweise gefährdete Tiefsee-Haie zur Leberöl-Produktion fingen.

Gambia, Gabun und Liberia sind im Kampf gegen illegale Fischerei weltweit führend, sowohl auf See beim Vorgehen gegen kriminelle Hai-Wilderer, als auch in globalen Umweltschutz-Gremien, wo sie effiziente Schutzmaßnahmen für Haie fordern
,erklärte Peter Hammarstedt. Der Kampagnenleiter von Sea Shepherd Global ist stolz auf Sea Shepherds Partner, die beim letzten Treffen der ICCAT zum Thema Schutz des Kurzflossen-Makos die Vorreiterrolle einnahmen.

Fangschiff mit Haileberöl-Verarbeitungsanlage an Bord in Liberia festgesetzt (von Sea Shepherd)
Gegen den Antrag waren die Europäische Union (EU) und die USA, die jeweils einen konkurrierenden Antrag stellten. Diese waren gespickt mit Ausnahmeregelungen und schlugen Fangquoten vor, die den wissenschaftlichen Empfehlungen nicht entsprachen. Demzufolge wurde von den ICCAT-Teilnehmerländern eine deutlich schwächere Version der Richtlinien zur Erhaltung verabschiedet. Der Widerstand der EU gegen Senegals Antrag ist besonders besorgniserregend, da europäische Fangschiffe für die große Mehrheit an gefangenen Kurzflossen-Makos verantwortlich sind.

Toter Makohai und Rochen an Bord der LABIKO 2 in liberianischen Gewässern (von Jake Parker/Sea Shepherd)
„Es war extrem enttäuschend mitanzusehen, wie die EU und die USA die besten wissenschaftlichen Erkenntnisse ignorieren und politische Zweckmäßigkeit vor den Naturschutz stellen. Um den stark gefährdeten Atlantischen Kurzflossen-Mako zu retten, müssen wir jetzt die entsprechenden Maßnahmen ergreifen, die die Erholung der Bestände vorantreiben. Die Quoten an einer Wahrscheinlichkeit der Bestandserholung in 50 Jahren festzusetzen, widerspricht nicht nur direkt der Warnung der SCRS, sondern hat auch Präzedenzwirkung auf die Haibestände, die von der ICCAT-Fischerei betroffen sind.“
erklärt Brett Sommermeyer, Direktor von Sea Shepherd Legal.

 Fangschiff ALEMAR PRIMERO wegen Haifangs in Gabun festgesetzt (von Sea Shepherd)
Sea Shepherd bedankt sich bei Gambia, Gabun und Liberia und den anderen 13 Unterstützern von Senegals Antrag für ihre starke Haltung zum Naturschutz beim Treffen der ICCAT. Jede Stunde werden bis zu 31.000 Haie von Menschen getötet. Die Haibestände sind im letzten Jahrhundert um 90% gesunken und ein Viertel aller Haiarten ist vom Aussterben bedroht. Die Unterstützer des Antrags von Senegal haben die Dringlichkeit des Haischutzes und die Wichtigkeit besserer Schutzmaßnahmen für den stark ausgebeuteten Kurzflossen-Mako verstanden.

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