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Im Rahmen eines Nato-Manövers sprengte die deutsche Marine im Spätsommer 39 Weltkriegsminen im Meeresschutzgebiet Fehmarnbelt. Berichten zufolge wurden anschließend über einem Zeitraum von mehreren Wochen 18 tote Schweinswale gefunden. Nach aktuellem Stand wird, unter anderem an der Hochschule Hannover, die genaue Todesursache der streng geschützten Tiere ermittelt.

Ein Zusammenhang dieses Manövers und dem Sterben einer so beträchtlichen Zahl von Säugetieren liegt nahe, da die Tiere sehr empfindliche Sinnesorgane besitzen, die sie zur Nahrungssuche benötigen.

Toter Schweinswal nahe Fehmern
Der Fehmarnbelt ist ökologisches Bindeglied zwischen Beltsee und Mecklenburger Bucht und ein vom Bundesamt für Naturschutz als FFH-Gebiet (Fauna-Flora-Habitat) ausgewiesenes Meeresschutzgebiet. Die Zahl der Schweinswale in diesem Gebiet beträgt maximal 500 Individuen*. Zudem befindet sich in dieser Population eine hohe Anzahl an Weibchen mit ihren Kälbern, da die Fehmarnbelt-Region als Reproduktionszone gilt und die Schweinswale sich gerade im Sommer fortpflanzen.

Neben den 18 Tieren, die vermutlich Opfer der Minensprengungen wurden, riss laut Spiegel alleine eine der Minen einen circa fünf Meter breiten und 1,5 Meter tiefen Krater in den Meeresboden, was alles marine Leben im Umkreis von bis zu 30 Metern zerstörte.

Sea Shepherd Deutschland verurteilt das unverantwortliche Vorgehen des Ministeriums und der deutschen Marine und fordert eine lückenlose Aufklärung sowie Förderung von Alternativen zu Minensprengungen im Meer.

Die gefährdeten Schweinswale gelten nach EU-Recht als besonders geschützt und die Mitgliedsstaaten sind dazu verpflichtet, Maßnahmen zu ergreifen, um diesen Schutz in ihren natürlichen Verbreitungsgebieten zu gewährleisten. Auch dieser Vorfall zeigt erneut, wie politische Instrumente und behördliche Organe teilweise versagen und geltendes Naturschutzrecht missachtet wird.

Schweinswal vor einem Stellnetz
„Sea Shepherd Deutschlands erste eigene Kampagne war die Ostsee-Kampagne zum Schutz der Schweinswale. Dieses Thema liegt uns daher ganz besonders am Herzen. Wie in der Vergangenheit auch, werden wir uns aktiv dafür einsetzen, dass Schutzgebiete nicht nur auf dem Papier existieren.
Die Resonanz der Medien auf die durchgeführten Minensprengungen und ihre Folgen zeigen zudem, dass die Öffentlichkeit sich der Problematik vor unserer eigenen Haustür immer bewusster wird und wir uns somit mit unserem Einsatz für den Schutz der Schweinswale in der Ostsee auf dem richtigen Weg befinden. Die Schweinswale brauchen jede erdenkliche Hilfe, sei es durch generelle Aufklärungsarbeit oder Präsenz vor Ort. Und wir werden auch in Zukunft unseren Teil dazu beitragen“, sagte Manuel Abraas, Direktor von Sea Shepherd Deutschland.



Bericht der Tagesschau: https://www.tagesschau.de/investigativ/ndr/marine-minensprengung-101.html

Spiegel: https://www.spiegel.de/politik/deutschland/ostsee-tod-von-schweinswalen-beschaeftigt-bundesregierung-a-1298159.html

Spiegel: https://www.spiegel.de/politik/deutschland/fehmarnbelt-18-seltene-schweinswale-nach-minensprengung-tot-a-1297956.html

*Quelle:

https://www.bfn.de/fileadmin/MDB/documents/themen/meeresundkuestenschutz/downloads/Erhaltungsziele/Erhaltungsziele_Fehmarnbelt_2009-03-06.pdf

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