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Freitag, 15. November 2019:  "Wir mussten in den letzten vier Jahrzehnten viele Schiffe ausmustern und es ist immer wieder traurig, das zu tun. Den Ruhestand der STEVE IRWIN einzuläuten, trifft mich allerdings besonders." Kommentar von Sea-Shepherd-Gründer Captain Paul Watson.

Über ein Jahrzehnt lang war die STEVE IRWIN unser Flaggschiff, das uns zu den abgelegenen und rauen Gewässern des Südpolarmeers führte, um für die Wale zu kämpfen. Die STEVE IRWIN war im Mittelmeer zum Schutz des Blauflossenthuns im Einsatz und auch bei den dänischen Färöern, um Grindwale und Delfine zu verteidigen.

Captain Paul Watson mit der STEVE IRWIN im Jahr 2008
Ich erinnere mich gerne daran, wie ich die STEVE IRWIN die Themse hinauf und unter der Tower Bridge ins Herz von London steuerte. Ich erinnere mich, wie sie an der Freiheitsstatue im New Yorker Hafen vorbeikam und wie sie gegenüber der Oper von Sydney lag. Aber vor allem erinnere ich mich daran, wie ihr Rumpf durch dickes Eis pflügte und den Stürmen im Südpolarmeer trotzte. Das Geräusch ihres Rumpfes, der sich durch dicke Eisschollen kämpfte, ließ uns bei vielen Gelegenheiten einfach nur erschauern.

Die STEVE IRWIN im Südpolarmeer im Jahr 2014
Es war mir eine Ehre, auf zahlreichen Fahrten der STEVE IRWIN das Kommando zu haben und die Walfangflotte Japans in antarktischen Gewässern zu stoppen. Dieses Schiff war mehrfach auf Tuchfühlung mit japanischen Harpunenschiffen, blockierte die Gleitbahn der NISSHIN MARU und rettete so das Leben von über 6.000 Walen.

2010: Die STEVE IRWIN konfrontiert das japanische Fabrikschiff
Mit der STEVE IRWIN verfolgten wir eine chinesische Flotte von Wilderern, die illegale Treibnetze nutzte. Die Verfolgung ging vom Indischen Ozean bis nach China, wo wir die Flotte erfolgreich an die chinesischen Behörden übergaben.

Mit Freude erinnere ich mich an den Tag, an dem wir ein Thunfischnetz vor der Küste Libyens gerammt haben und dadurch ca. 800 Blauflossen-Thunfischen die Freiheit schenken konnten. Für diese Aktion wurde die STEVE IRWIN festgesetzt und vor Gericht gestellt, wo wir den Fall gegen die Wilderer gewonnen haben.

2010: Die STEVE IRWIN pflügt sich ihren Weg durch illegal aufgestellte Netze, um Blauflossen-Thunfische zu befreien
Es war im Oktober 2006, als Captain Alex Cornelissen und ich die STEVE IRWIN in Edinburgh, Schottland, fanden. Zu der Zeit hieß sie noch WESTRA und war zuvor für die schottische Fischereiaufsichtsbehörde im Einsatz. Das Schiff wurde gekauft und Captain Cornelissen übernahm das erste Kommando, um das Schiff von Schottland über die Magellanstraße ins Rossmeer zu bringen, wo sie sich der FARLEY MOWAT anschloss, auf der ich mich samt Besatzung befand. Endlich hatten wir zum ersten Mal ein Schiff, das schneller war als das japanische Fabrikschiff NISSHIN MARU. Es war ein absoluter Wendepunkt in der Geschichte.
"Diese erste unglaubliche Fahrt von Sea Shepherds neuem Flaggschiff werde ich nie vergessen. Als wir Schottland verließen, den Atlantik hinunter und die atemberaubende Aussicht der Magellanstraße. Überall bei Sea Shepherd konnte man die Aufregung spüren, als wir anfingen, unsere Geschwindigkeitstests durchzuführen. Wir hatten die Gewissheit, dass wir zum ersten Mal ein Schiff hatten, das die NISSHIN MARU, Japans schwimmendes Schlachthaus, einholen und das Spiel zu unseren Gunsten ändern konnte. Es war eine Ehre, der erste Sea-Shepherd-Kapitän unseres Flaggschiffs zu sein. Natürlich ist es schade, dass die STEVE ausgemustert wurde, allerdings wird sie trotzdem im Einsatz sein und Sea Shepherd für Veranstaltungen und Aufklärungsarbeiten dienen.“ Captain Alex Cornelissen, Geschäftsführer von Sea Shepherd Global.

Captain Cornelissen an Deck der STEVE IRWIN
Im Dezember 2007 wurde das Schiff von uns zu Ehren des australischen Naturschützers Steve Irwin umbenannt. Wir fingen an, effektiv gegen Japans illegalen Walfang im Antarktischen Walschutzgebiet vorzugehen, indem wir jedes Jahr zurückkehrten, um die Walfangflotte zu verfolgen und zu blockieren und letztendlich zu stoppen.

2019 zog sich Japan dann endgültig aus dem Südpolarmeer zurück. Unser tapferes Schiff war vom Wetter mitgenommen, das Eis hatte deutliche Spuren hinterlassen und die STEVE war sowohl mechanisch als auch strukturell am Ende. Nach dem Sieg über Japans Flotte war es an der Zeit, die STEVE IRWIN auszumustern. Aber zum Glück wird die STEVE IRWIN dank der gemeinnützigen Organisation Ship4Good als Sea-Shepherd- Museum und Veranstaltungsschiff in Williamstown, Victoria, Australien, weiter genutzt werden.

Die STEVE IRWIN mit der „einheimischen Bevölkerung“ am Rand des antarktischen Schelfeises
"Sea Shepherds Flaggschiff, die STEVE IRWIN, hat mehrere Kampagnen zur Verteidigung der Ozeane durchgeführt. Angefangen vom Schutz der unberührten Gewässer der Großen Australischen Bucht, einer der bedeutendsten Wal-Kinderstuben der Welt, dem Kampf gegen riskante Tiefseebohrungen, bis hin zum Schutz der Buckelwale vor der Kimberley Coast in Westaustralien“, sagte Jeff Hansen, Geschäftsführer von Sea Shepherd Australien. "Nach über einem Jahrzehnt Dienst bei Sea Shepherd musste das Schiff nun leider in den Ruhestand verabschiedet werden. Eine Option, die wir in Betracht gezogen hatten, war, die STEVE zu recyceln, aber dank der Leidenschaft und Vision von Kerrie Goodall, Gründerin von Ship4Good, wird die STEVE IRWIN nun ein Museums-und Veranstaltungsort sein.

Das gesamte Team von Sea Shepherd dankt Kerrie Goodall und Ship4Good dafür, dass sie eines unserer Schiffe aufgenommen haben. Ein Schiff, das fast sein ganzes Leben lang die Ozeane verteidigt hat. Auch jetzt, im Ruhestand, wird die STEVE IRWIN weiter dabei helfen der Öffentlichkeit zu zeigen, wie wichtig der Schutz unserer Ozeane ist und somit auch unsere Schiffe unterstützen, die nach wie vor aktiv an der Front für die Verteidigung der Ozeane kämpfen“, fügte Hansen hinzu.
"Die Übernahme des Schiffes ist eine Möglichkeit, das Engagement und die Leistungen von Sea Shepherd und all derer zu würdigen, die die Erfolge des Schiffes unterstützt haben."
Ship4Good-Gründerin Kerrie Goodall.

"Für die gesamte Sea-Shepherd-Familie ist die STEVE IRWIN weit mehr als nur ein Schiff, denn sie bedeutet einer Menge Menschen sehr viel“, sagte Hansen. "Von der Familie Irwin über unsere Crew, die so viele Meere bereist hat, bis hin zu unseren Freiwilligen, die mehrere Touren und Veranstaltungen durchgeführt haben, um das Schiff für Kampagnen zur Verfügung zu stellen und natürlich unseren Unterstützern auf der ganzen Welt, bei uns allen hat die STEVE IRWIN einen ganz besonderen Platz im Herzen."

Die STEVE IRWIN in der Großen Australischen Bucht während OPERATION JEEDRARA.
Ich spreche für die ganze Crew, die die Gelegenheit hatte, auf der STEVE IRWIN zu dienen, und ich weiß, dass sie meine Gefühle des tiefen Respekts für dieses großartige Schiff teilen werden und auch die traurige Akzeptanz, dass die STEVE IRWIN nicht länger Wilderer jagen und Leben auf See retten kann. Es ist auch ein Trost für uns alle, dass das Schiff ein solides Zeugnis unserer gemeinsamen und leidenschaftlichen Bemühungen bleibt, das zu tun, von dem viele gesagt haben, dass es nicht zu schaffen sei – die vollständige Sicherheit des Antarktischen Walschutzgebiets.

-Captain Paul Watson-

Die STEVE IRWIN im Südpolarmeer

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