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Mittwoch, 03. Juli 2019:  In Zusammenarbeit mit den lokalen italienischen Behörden, darunter dem National Fisheries Control Center (CCNP) und der Salina Küstenwache, wurde das verlassene Fischernetz identifiziert und zur Inspektion im Rahmen von OPERATION SISO an Bord der SAM SIMON gebracht. Fünf Schwertfische und ein zwei Meter langer Hai waren in dem sogenannten Spadara-Netz gefangen und zu Tode gekommen. Bei dem Spadara handelt es sich um eine Art Treibnetz, das in italienischen Gewässern immer noch weit verbreitet ist, obwohl es bereits 2003 weltweit verboten wurde. Auf unbestimmte Zeit auf See schwimmende, verlassene Netze wie die Spadara können Jahr für Jahr unzählige Pottwale, Schildkröten, Thunfische, Schwertfische, Haie und Meeressäuger töten.

Kommentar von Captain Thomas Le Coz

Dies ist das dritte Mal, dass die SAM SIMON in der wunderschönen Region der Äolischen Inseln Patrouillenfahrten unternimmt.

Deckhelfer an Bord der SAM SIMON bergen das zurückgelassene Treibnetz. Foto: Flavio Gasperini/Sea Shepherd
Bereits im September 2017 haben wir, begrenzt durch Zeit und Budget, eine kurze Fahrt zu den Äolischen Inseln unternommen, um das Gebiet zu erkunden und alles über die Gefahren für dieses reiche und vielfältige Ökosystem herauszufinden. Wir begannen mit der Küstenwache und der Finanzpolizei (Guardia di Finanza) zusammenzuarbeiten und bargen etwa 40 illegale Lockbojen (Fish Aggregating Devices – FADs), die das kristallklare Wasser um die Äolischen Inseln verunreinigten und eine Bedrohung für die Meerestiere darstellten.

Diese Kampagne war eine großartige Gelegenheit, Einheimische zu treffen und Beziehungen zu allen Menschen aufzubauen, die an der Erhaltung des Gebietes beteiligt sind.

Im Oktober 2018 kamen wir zurück, um erneut illegale FADs zu beschlagnahmen. Von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang arbeitete die Crew der SAM SIMON im Schichtdienst, um so viele FADs wie möglich einzusammeln und zur ordnungsgemäßen Entsorgung an Land zu bringen. Dies war eine gemeinsame Kampagne mit dem Aeolian Preservation Fund.

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Die FADs rund um die Äolischen Inseln unterscheiden sich deutlich von denen, die wir in anderen Teilen der Welt finden. Normalerweise sind FADs trotz ihres einfachen Aussehens High-Tech-Fischereigeräte, die, wenn sie mit einem Satellitentransponder ausgestattet sind, eine Vielzahl von Informationen an das Eignerschiff senden können, einschließlich der Menge der darunter befindlichen Fische. Diese FADs treiben wochenlang in den Ozeanen, sodass viele Meerestiere Gefahr laufen, sich darin zu verstricken. Viele dieser FADs gehen verloren und werden an Stränden und Riffen angespült, was zu deren Verschmutzung und Schäden an den Korallen führt.

Aber auf den Äolischen Inseln sind die FADs viel einfacher gehalten. Die Geräte werden in 1500 bis 2000 Metern im Wasser am Boden verankert und bestehen aus Palmblättern und ein paar Schwimmern aus Kunststoffflaschen oder -fässern. Diese FADs werden von den Fischern nur ein Mal gebraucht und am Ende der Saison nicht mehr eingesammelt. Es ist traurig zu sehen, dass gerade in den unberührt erscheinenden Gewässern der Äolischen Inseln hunderte Kilometer versunkener Nylonschnüre dieser alten FADs den Meeresboden bedecken und sich langsam zu Mikroplastik verwandeln, das dann den Weg in die Nahrungskette findet.

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Im Juni werden keine FADs eingesetzt, deshalb konzentrieren wir uns in diesem Jahr auf ein noch tödlicheres Fischereigerät: die Spadara-Treibnetze.

Die Suche und Identifizierung der Fischerboote mit Spadaras ist keine leichte Aufgabe. Fischer, die auf der falschen Seite des Gesetzes stehen, sind sehr kreativ und nutzen jeden möglichen Weg, um ihre illegalen Aktivitäten zu vertuschen. Es braucht Zeit, Geduld und ein wenig Glück, um zu verstehen, wie sie arbeiten und sie zu erwischen. Das ist der Zweck der OPERATION SISO 2. Wir wissen, dass in der Gegend illegale Netze verwendet werden, weil wir auf Geisternetze gestoßen sind, die weiterhin Tiere töten. Hunderte von Walen und Schildkröten sterben jedes Jahr einen langsamen und schmerzhaften Tod in diesen Netzen. Sie sind der Beifang einer nicht nachhaltigen Fangtechnik, die seit fast zwei Jahrzehnten in ganz Europa verboten ist. Seit Anfang der 2000er Jahre wurden Millionen von Euro an die Fischer gezahlt, um ihre Boote umzurüsten oder stillzulegen, aber 20 Jahre später besteht das Problem immer noch.

Schwerter des Schwertfisches werden aus dem Treibnetz gezogen. Foto: Flavio Gasperini/Sea Shepherd
Wir haben Glück, dass wir die Unterstützung der Behörden, der lokalen Naturschutzverbände und sogar einiger Fischer haben. Nur mit diesem kooperativen Ansatz können wir das Problem angehen.

Es ist ein langes und schwieriges Unterfangen, doch es lohnt sich definitiv, dafür zu kämpfen. Wir werden alles in unserer Macht stehende tun, um die atemberaubende Schönheit der Äolischen Inseln und die Tierwelt des Mittelmeeres zu schützen.

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