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Tote Haie4. Juli 2018: Die Flotte von 15 industriellen Fischereifahrzeugen, welche die Behörden von Osttimor im September 2017 mit Unterstützung der Meeresschutzorganisation Sea Shepherd festgesetzt hatten, wurde ohne Anklage freigelassen.

Am 9. September 2017 unterstützte Sea Shepherds OCEAN WARRIOR die Polizei von Osttimor (Policia National Timor Leste - PNTL) im Morgengrauen bei einer Razzia der FUYUAN YU-Flotte. Die Flotte bestand aus fünfzehn Fischereifahrzeugen der chinesischen Hong Long Company und operierte in den südostasiatischen Gewässern von Osttimor. Sie war zuvor bereits wegen illegaler Fischerei aus Indonesien verbannt worden, erhielt aber dann vom ehemaligen Fischereiminister Estanislau da Silva eine 12-monatige Genehmigung zum Fischen in den Hoheitsgewässern von Osttimor für eine bescheidene Gebühr von nur 312.450 US-Dollar.

Die PNTL griff ein, nachdem Sea Shepherd Beweise dafür vorgelegt hatte, dass die Flotte in den südlichen Gewässern des Inselstaates wahllos nach Haien fischte. "Es war sehr ermutigend, ein Strafverfolgungsteam zu sehen, das überdurchschnittliches Engagement zeigte, um sich um Gerechtigkeit für ihr Land zu bemühen", sagte Gary Stokes, der die Sea Shepherd-Kampagne in Osttimor leitete.

Die Beamten der PNTL wurden in Vierergruppen zu mehreren Fischereifahrzeugen gebracht. Nachdem die PNTL zunächst an Bord alles gesichert hatte, wurde die Besatzung von Sea Shepherd ebenfalls an Bord geholt, um die Inspektionen zu dokumentieren, bei der Überprüfung der Gefrierräume und Logbücher zu helfen sowie Übersetzungsarbeiten für die chinesischen Offiziere an Bord zu leisten.

Die Gefrierräume der Schiffe waren voller Haie. Sea Shepherd schätzt, dass es zwischen 10.000 und 15.000 Haie pro Schiff gab und nur sehr wenige andere Fische. Die Decksbesatzung bestätigte, dass nur zwei Monate zuvor ein potenziell illegaler Umschlag (Transfer von Ladung von einem Schiff auf ein anderes) stattgefunden hatte, was bedeutet, dass die gesamte Flotte im Durchschnitt etwa 93.750 Haie pro Monat gefangen haben könnte. Zumal der Umschlag auf See nach osttimoresischem Recht verboten ist.

Gary Stokes mit Vertretern der Regierung von Osttimor
Die Gesetze von Osttimor verbieten auch ganz klar den Fang von Haien, die im Washingtoner Artenschutzübereinkommen (CITES) gelistet sind. Obwohl Osttimor kein Unterzeichner von CITES ist, gilt das Gesetz zum Schutz gefährdeter Arten für alle in der CITES-Liste aufgeführten Wildtiere. Außerdem wurde in den Lizenzen der FU YUAN YU-Schiffe ausdrücklich auf dieses Gesetz verwiesen und ein Anhang beigefügt, in dem die verbotenen Haiarten (mit Farbfotos) aufgeführt waren. Bei den Untersuchungen der PNTL behaupteten die chinesischen Offiziere, dass es keine verbotenen Haiarten an Bord gäbe und dass sie gegen keine Gesetze verstoßen hätten.

Obwohl der Generaldirektor für Fischerei, Acacio Guterres, in der Timor Post behauptet hatte, dass die "Hong Long Company keine geschützten Haie fängt", fand die PNTL tatsächlich CITES-gelistete Hammerhaie an Bord der Schiffe. Nach vielen Stunden Arbeit in den Laderäumen der Schiffe bei -27 °C fanden die entschlossenen Beamten der PNTL die Kadaver der stark gefährdeten Hammerhaie. Sie lagen versteckt in der Mitte eines riesigen Stapels von gefrorenen Haien. Die für diese Art typischen stark verbreiterten Köpfe waren abgeschnitten, um sie so nicht identifizieren zu können. Fotos dieser Beweise wurden dem vollständigen Bericht der PNTL an den Staatsanwalt in Baucau beigelegt. Jegliche Behauptung, dass diese geschützten Haie nicht in Osttimor gefangen wurden, würde dem GPS-Tracking der Flotte widersprechen, das zeigte, dass die FU YUAN YU-Schiffe die Gewässer Osttimors nie verlassen hatten.

„Die skrupellose ausländische kommerzielle Fischerei muss in Osttimor gestoppt werden. Wir müssen unsere natürlichen Ressourcen schützen – es ist ein Skandal.“ - Dr. Jose Ramos Horta - ehemaliger Präsident von Osttimor/Premierminister und Friedensnobelpreisträger.

Kadaver der stark gefährdeten Hammerhaie
Die Flotte von 15 Schiffen wurde in der Bucht vor der Hauptstadt Dili festgesetzt, wo sie in drei Gruppen von jeweils fünf miteinander vertäuten Schiffen blieb und neun Monate lang auf ein Gerichtsverfahren wartete. Ende Mai 2018 durfte die Flotte jedoch zur Wartung nach China zurückkehren, nachdem sie eine relativ geringe Kaution von 100.000 US-Dollar gezahlt hatte. Obwohl die Schiffe letztendlich freigegeben wurden, sollte man nicht außer Acht lassen, dass die Flotte während der langen Festsetzung keine Fischerei betreiben durfte und somit ca. 843.750 Haie gerettet wurden.

Nachdem die Flotte die Gewässer Osttimors verlassen hatte, erklärte die Staatsanwaltschaft die Flotte für "nicht schuldig", gegen Gesetze verstoßen zu haben. Estanislau da Silva, der in den kommenden Monaten durch die neu gewählte Regierung ersetzt wird, erklärte, dass die Flotte lediglich ihre Lizenz erneuern müsse, wenn sie wieder zum Fischen in die Gewässer Osttimors zurückkehren wolle.

"Sea Shepherd rät der neuen Regierung von Osttimor eine umfassende interne Prüfung und Untersuchung der persönlichen Finanzen und Handlungen des ehemaligen Fischereiministers, Estanislau da Silva, und des Generaldirektors für Fischerei, Acacio Guterres, die zu diesem Gerichtsurteil führten", so Stokes. "Sea Shepherd möchte auch persönlich die Arbeit von Kommandant Jorge Monteiro, Angelo Quelo und seinem Team von PNTL würdigen. Sie haben gezeigt, dass sie nichts als Gerechtigkeit und Recht und Ordnung wollen. Minister da Silva verdarb dies, indem er ihre professionelle Arbeit überschattete. Ein trauriger Tag für die Gerechtigkeit und die Strafverfolgung, aber ein noch traurigerer Tag für die Menschen in Osttimor, die etwas Besseres verdienen."


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