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kegelrobbe shepherd1Hel, Polen. Am Abend des 26. April bekam die Crew der EMANUEL BRONNER einen Notruf von der lokalen Robben-Rettungsstation, um ein Kegelrobbenjungtier zu retten. Das Tier wurde über mehrere Stunden von seiner Mutter zurückgelassen, bis Einheimische die Station zu Hilfe riefen. Wenn ein Kegelrobbenjungtier so lange alleine gelassen wird, kann es innerhalb einer Woche sterben, da es keine Milch von seiner Mutter bekommt. Die Milch enthält einen großen Anteil an Fett, welches benötigt wird, um eine Fettschicht aufzubauen. Die Fettschicht schützt das Tier vor dem kalten Wasser der Ostsee.

Das Jungtier wurde auf der Südseite der Danziger Bucht gefunden, was eine Fahrt von ca. zwei Stunden mit dem Auto aus jeder Richtung bedeutet. Mit der EMANUEL BRONNER konnte die Crew die Stelle in nur einer Stunde erreichen. Dabei kamen sie auf dem Weg an der größten Seehund-Kolonie Polens vorbei. Die 300 Tiere der Kolonie können meist auf Sandbänken im südlichen Teil der Bucht gesichtet werden. Die Rettung verlief schnell und ohne Probleme. Die Einheimischen, welche die Rettungsstation riefen, warteten schon auf die Ankunft der Crew. Das Jungtier war bereits in einem Transportkorb gesichert. Es ist wichtig, schnell und professionell zu handeln, um den Stress für das Tier so gering wie möglich zu halten. Der Korb wird nicht geöffnet, bis das Tier sicher an der Rettungsstation angekommen ist. In der Station untersuchten die Pfleger das Jungtier. Es war gesund und wog 15 kg. Jede Robbe, die ein Gewicht von 30 kg erreicht hat und es schafft, selbst zu jagen, wird in die Wildnis entlassen. Um mehr über das Verhalten der Kegelrobben-Population zu erfahren, wird jedes Tier, das in der Rettungsstation war, mit einem GPS-Sender versehen. Den Sender verlieren sie nach einem Jahr. Außerdem werden die Tiere gechipt, damit sie identifiziert werden können, falls sie tot aufgefunden werden. Die Station gab dem Jungtier, bei dessen Rettung die EMANUEL BRONNER Crew geholfen hatte, den Namen „Shepherd“. Anfang Juni wurde „Shepherd“ in bestem gesundheitlichen Zustand in die Wildnis entlassen. Er wird nun in Polens größter Kegelrobben-Kolonie leben.

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Doch nicht jeder begrüßt die Wiederkehr des großen Beutegreifers in der Ostsee. Fischer behaupten, dass die Kegelrobben an sinkenden Fangzahlen in der Fischerei schuld sind. Obwohl die Tiere unter besonderem Schutz stehen, gab es Berichte von Fischern, die die Tiere mit Knüppeln schlugen oder ertränkten. Darüber hinaus verenden die Tiere oft als Beifang in Stellnetzen oder erhalten ernsthafte Verletzungen durch andere Fischereigeräte. Zahlreiche Robben werden mit Angelhaken im Maul oder schlimmer, in ihrem Verdauungstrakt, in die Rettungsstationen gebracht. Es geschah nicht nur ein Mal, dass die Tiere an diesen ernsthaften Verletzungen verendeten. Im Mai starb ein Jungtier an einer offenen Wunde am Kopf in der Station. Die Verletzung stammte höchstwahrscheinlich von den Schlägen eines Menschen. Nur zwei Tage später wurde ein weiteres Jungtier mit der gleichen Art von Verletzung in die Station gebracht.

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Sea Shepherd begrüßt die Arbeit der Rettungsstation, die die Robben-Population in polnischen Gewässern wiederherstellen will, und ruft die Regierung zu mehr Kontrollen und Schutzmaßnahmen auf. Tiere, die unter besonderem Schutz stehen, dürfen nicht getötet oder auf jegliche Weise gestört werden. Die Kegelrobben fordern ihren Lebensraum zurück, doch ist ihre Anzahl nur ein Bruchteil der früheren Populationsgröße. Die Menschen brachten die Tiere schon einmal fast zum Aussterben. Wir müssen aus der Vergangenheit lernen und verhindern, dass dies noch einmal geschieht.



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