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 Die STS-50, ein gesuchtes Wildererschiff für Antarktischdorsche, welches sich auf Liste der Lila Ausschreibung von INTERPOL befindet. Foto: Jax Oliver/ Sea ShepherdAm Morgen des 6. April hat ein indonesisches Marineschiff die STS-50, ein staatenloses Antarktisdorsch-Wildererschiff, welches am 17. März in Maputo Bay, Mosambik geflohen ist, abgefangen. Die erneute Festsetzung markiert das Ende einer unglaublichen, dreiwöchigen Verfolgungsjagd quer durch den Indischen Ozean, wo die gemeinsamen Bemühungen von Fish-i Africa, Interpols Project Scale, der behördlichen Zusammenarbeit von Madagaskar und Singapur, Sea Shepherd, der Vereinigten Republik von Tansania und Indonesien, das berüchtigte Wildererschiff vor Gericht bringen konnten.

Die STS-50, ein Wildererschiff bekannt für den Fang von Schwarzem Seehecht und Riesen-Antarktisdorschen, wurde in Mosambik wegen gefälschter Meldepapiere und der falschen Angabe in Togo gemeldet zu sein, festgesetzt. Bei Untersuchungen an Bord wurden 600 Stellnetze, welche durch die Kommission zur Erhaltung der lebenden Meeresschätze der Antarktis (CCAMLR) verboten wurden, gefunden.

Die STS-50 wurde wegen illegaler, unregulierter und undokumentierter Fischerei (IUU-Fischerei) sowohl von der CCAMLR auf die Schwarze Liste gesetzt, als auch von INTERPOL mit einer Lila Ausschreibung versehen. Sie ist besser bekannt unter ihren früheren Namen AYDA, SEA BREEZ1 oder ANDREY DOLGOV.

Nach ihrer Flucht forderte Mosambik Hilfe von Fish-i Africa Mitgliedsstaaten an, um das flüchtige Schiff zu ergreifen. Fish-i Africa ist eine Partnerschaft von acht afrikanischen Staaten, darunter die Komoren, Kenia, Madagaskar, Mauritius, Mosambik, die Seychellen und Somalia zum Austausch von Informationen und zur regionalen Zusammenarbeit, um gegen IUU-Fischerei vorzugehen.

Sea Shepherds OCEAN WARRIOR wurde von MATT beauftragt, die STS-50 abzufangen. Die OCEAN WARRIOR befindet sich derzeit im Rahmen von OPERATION JODARI in Tansania, wo sie gemeinsam mit Strafverfolgungsbeamten der Deep Sea Fishing Agency (eine staatliche Behörde, die gesetzlich dazu verpflichtet ist, die Fischereiressourcen der Tiefsee nachhaltig zu bewirtschaften), tansanischen Marinesoldaten und Mitgliedern des Multi-Agency Task Teams (MATT), die Gewässer patrouilliert, um gegen IUU-Fischerei vorzugehen.

„Es ist lobenswert, dass die tansanische Regierung, die Verantwortung die STS-50 zu verfolgen, abseits ihrer nationalen Zuständigkeit aufgenommen hat. Sie beweist somit vorbildliche Führungsarbeit im regionalen Kampf gegen IUU-Fischerei“, so Captain Peter Hammarstedt, Kampagnenleiter von Sea Shepherd Global.

Die STS-50 wurde über mehrere Tage durch die Gewässer der Seychellen verfolgt, wo die tansanische Marine leider nicht die Genehmigung hatte, das flüchtige Schiff zu entern und zu untersuchen. Jedoch wurden Fotos und andere Beweise, die während der Verfolgung gesammelt wurden, darunter auch Kurs und Geschwindigkeit der STS-50, an die indonesischen Behörden übergeben. Diese halfen dabei, die STS-50 erfolgreich abzufangen und festzusetzen.

Die Sea Shepherd Crew mit ihren tansanischen Partnern auf der OCEAN WARRIOR. Foto: Jax Oliver/ Sea Shepherd
Eine gemeinsame Geschichte in der Verfolgung berüchtigter Wildererschiffe

Von 2014-2016 leitete Sea Shepherd OPERATION ICEFISH, eine Kampagne zur Festsetzung der „Bandit 6“ – die letzten sechs illegalen Antarktisdorschwilderer in der Antarktis, welche in der 110-tägigen Verfolgung der THUNDER durch Sea Shepherds BOB BARKER und SAM SIMON gipfelte. Die THUNDER wurde absichtlich von ihrem Kapitän versenkt, um Beweise zu vernichten, während die VIKING, ein weiteres Schiff der „Bandit 6“, von der indonesischen Marine abgefangen und versenkt wurde.

OPERATION ICEFISH führte zu Regierungsmaßnahmen, die zum Untergang der restlichen „Bandit 6“ führten. Als Folge dessen wird vermutet, dass danach die STS-50 ihre Wilderei-Operationen im Südpolarmeer aufgenommen hat.

Sea Shepherd gratuliert der indonesischen Regierung, der indonesischen Marine und dem indonesischen Ministerium für maritime Angelegenheiten dazu, weltweit führend bei der Durchsetzung von Fischereigesetzen zu sein. Unter der Leitung von Ministerin Susi Pudjiastuti haben die indonesischen Behörden bisher 363 illegale Fischereischiffe festgesetzt und zerstört.

Bei einer Pressekonferenz in Jakarta betonte Pudjiastuti, dass „es für die indonesische Regierung möglich ist, die STS-50 für einen gemeinnützigen Zweck zu verwenden oder sie, wie die VIKING, zu zerstören. Die Entscheidung über den Verbleib des Schiffs muss zeitnah erfolgen.“

„Die Jagd durch den Indischen Ozean und die anschließende Festsetzung der STS-50 zeigt, was möglich ist, wenn Regierungen, Strafvollzugsbehörden und zivile Vereinigungen zusammenarbeiten, um gegen IUU-Fischerei vorzugehen“, sagte Peter Hammarstedt. „ Sea Shepherd unterstützt den „No-Nonsense-Ansatz“ Indonesiens im Umgang mit Wilderern komplett und ist sehr glücklich, dass die STS-50 nun in Indonesien festgesetzt ist. Sea Shepherd ist ebenfalls stolz darauf, durch die Zusammenarbeit mit der tansanischen Regierung zur Verfolgung beigetragen zu haben."

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