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31. Januar 2011: Bericht: 2. Dezember 2010 bis 31. Januar 2011
Tag 61 der Kampagne, Tag 31 bei der Verfolgung der japanischen Walfangflotte

Flotte der Sea Shepherd Conservation Society:

Die Steve Irwin:
(Niederlande) Kapitän Paul Watson mit 42 Besatzungsmitgliedern
Am 2. Dezember 2010 in Hobart abgelegt
Japanische Walfangflotte am 31. Dezember 2010 abgefangen

Die Bob Barker:
(Niederlande) Kapitän Alex Cornelissen mit 35 Besatzungsmitgliedern
Am 2. Dezember 2010 in Hobart abgelegt
Japanische Walfangflotte am 31. Dezember 2010 abgefangen

Die Gojira:
(Australien) Kapitän Locky MacLean mit 11 Besatzungsmitgliedern
Am 11. Dezember 2010 in Hobart abgelegt
Japanische Walfangflotte am 31. Dezember 2010 abgefangen

Besatzungsmitglieder insgesamt: 88

Dieses Jahr ist das schwächste der japanischen Walfangflotte: Sie besteht aus nur vier Schiffen, dem Fabrikschiff Nisshin Maru und den Harpunenschiffen Yushin Maru, Yushin Maru Nr. 2 und Yushin Maru Nr. 3. Die Spähschiffe und das Sicherheitsschiff Shonan Maru Nr. 2 sind dieses Jahr nicht bei der Walfangflotte.


Die japanische Walfangflotte kam zwei Wochen später im antarktischen Walschutzgebiet an als sonst. Am 31. Dezember 2010 konnten die drei Sea Shepherd-Schiffe die Walfangflotte abfangen, bevor sie in der Lage war, Wale zu töten. Die Nisshin Maru entkam und floh in Richtung Osten. Zwei der Harpunenschiffe wurden angewiesen, die Bob Barker und die Steve Irwin zu verfolgen, um die Sea Shepherd-Schiffe daran zu hindern, sich dem Fabrikschiff zu nähern. Obwohl diese Maßnahme funktioniert und die Walfänger Sea Shepherd dadurch abhalten, dem Fabrikschiff nahe zu kommen, hält dies die zwei Harpunenschiffe auch gleichzeitig den ganzen Monat davon ab, an der Jagd teilzunehmen.

Durch die begrenzten Treibstoffvorräte mussten sich die Yushin Maru-Schiffe gegenseitig abwechseln. So ersetzte Mitte Januar die Yushin Nr. 3 die Yushin Maru. Dadurch wurde ein drittes Harpunenschiff tagelang von der Jagd abgezogen, da die Nisshin Maru außer Hubschrauberreichweite der Steve Irwin bleiben musste.

ZUSAMMENFASSUNG:

Sea Shepherd überwachte zwei der drei Harpunenschiffe 32 Tage rund um die Uhr. Während dieser Zeit haben sie keinen einzigen Wal getötet. Das bedeutet, dass die Möglichkeit, Wale zu jagen, um zwei Drittel reduziert war. Die Nisshin Maru konnte mit einem Harpunenschiff weiterhin Wale jagen, aber nicht zu 100%, da beide Schiffe nach Osten, Westen, wieder Osten und dann nach Süden flohen. Durch den Aufenthalt in Gewässern, die zu weit im Norden liegen und das Auftanken beim Fabrikschiff könnte das Harpunenschiff höchstens 25 bis 50 Prozent der Zeit als Jäger im Einsatz gewesen sein.

Mit drei Harpunenschiffen kann die Walfangflotte normalerweise acht bis neun Wale pro Tag töten, aber natürlich nur, wenn Wetter- und Eisverhältnisse und das Vorhandensein von Walen es zulassen. Wenn alle drei Schiffe bei hervorragenden Verhältnissen voll im Einsatz sind, können sie 240 bis 300 Wale während eines einzigen Monats töten.

Da Sea Shepherd zwei der drei Harpunenschiffe ausgeschaltet hat, kann das dritte Harpunenschiff höchstens drei Wale pro Tag und damit ungefähr 90 Wale pro Monat töten. Wir wissen jedoch, dass dieses Harpunenschiff dauernd in Bewegung, auf der Flucht oder damit beschäftigt war, eines der anderen Harpunenschiffe bei der Verfolgung unserer Flotte abzulösen, was 50 bis 75 Prozent der Zeit in Anspruch nahm. Wir schätzen daher, dass sie höchstens 50 Prozent und mindestens 25 Prozent ihrer Arbeit verrichten konnten.

Unter den optimalsten Jagdbedingungen wäre dieses eine Schiff nur in der Lage, höchstens 45 Wale zu töten. Realistischer sind 30 Wale und diese Zahl ist immer noch viel niedriger als ihr Ziel. Wir glauben aber, dass dieses eine Harpunenschiff nur ungefähr fünf Tage jagen konnte. Das würde bedeuten, dass sie maximal 15 Wale getötet haben. Allerdings werden wir die endgültigen Zahlen der Fangquote erst am Ende der Jagdsaison erfahren.

SCHWIERIGKEITEN UND MISSERFOLGE

Durch das weit ausgedehnte Jagdgebiet, Eis, Wetter und die Verfolgerschiffe ist dies keine leichte Kampagne. Wir hatten es mit einigen Schwierigkeiten zu tun, z.B. mussten wir die Gojira wegen Notreparaturen und unerwarteten Eisbedingungen abziehen. Unser größter Misserfolg war, dass wir die Nisshin Maru nicht am Auftanken hindern konnten.

Die Gojira ortete den panamaischen Tanker Sun Laurel am 12. Januar 2011. Am 13. Januar stießen die Bob Barker und die Steve Irwin hinzu, um der Gojira die weitere Suche nach der Nisshin Maru zu ermöglichen. Das Ziel war, den Tanker von der Nisshin Maru zu isolieren. Die Sun Laurel floh nach Osten. Am 18. Januar gab die Steve Irwin die Verfolgung der Sun Laurel auf und konnte das ihr folgende Harpunenschiff abschütteln. Daraufhin machte sich die Steve Irwin auf die Suche nach der Nisshin Maru, da die Gojira wegen Reparaturen am Computer und den Treibstoffpumpen der neuen Motoren nach Hobart zurückkehren musste. Durch die begrenzten Treibstoffvorräte und die Tatsache, dass die Sun Laurel zu weit nach Osten, bis zu 143° Ost fuhr, veranlasste Kapitän Watson, dass Kapitän Cornellissen die Verfolgung der Sun Laurel aufgab, denn sobald die Nisshin Maru einmal gefunden wäre, würde die Bob Barker nicht in der Lage sein, rechtzeitig zurückzukehren, um die Verfolgung der Nisshin Maru aufzunehmen, bevor die Steve Irwin zum Auftanken zurück an Land war. Die Bob Barker gab die Verfolgung der Sun Laurel auf, brachte allerdings vorher einen Peilsender an dem Schiff an. Die Entfernung von der Sun Laurel zurück zur Steve Irwin betrug 1200 Seemeilen. Berichte aus Neuseeland deuteten darauf hin, dass die Walfänger nach einer Möglichkeit suchten, einen Tanker aus Neuseeland zu chartern, während die Sun Laurel die Bob Barker weiter und weiter nach Osten führte.

Am 26. Januar fand die Steve Irwin die Nisshin Maru und verfolgte sie. Leider bahnte sich die Nisshin Maru ihren Weg verzweifelt durch dickes Eis, um Sea Shepherd zu entkommen. Die Steve Irwin konnte die Nisshin Maru aufgrund dieser gefährlichen Eisverhältnisse nicht verfolgen.

Der Peilsender an der Sun Laurel zeigte an, dass der Tanker zurück nach Südwesten war. Dies bedeutete, dass die Nisshin Maru ihr entgegenfuhr, um aufzutanken. Der Plan, dass die Steve Irwin und die Bob Barker die Sun Laurel abfangen würden bevor die Nisshin Maru den Tanker erreichen konnte, sah zunächst gut aus. Unvorhersehbar war für uns aber der Faktor Eis!

EIS!

Die zwei Sea Shepherd-Schiffe wurden beide von einem Harpunenschiff verfolgt, wobei die Steve Irwin nach dem erneuten Aufspüren der Nisshin Maru die Verfolgung des Fabrikschiffs aufnahm. Beide Sea Shepherd-Schiffe hätten die Nisshin Maru abfangen können, bevor sie die Sun Laurel erreicht hätte. Das Problem war das Eis. Entgegen der Eiskarten, die bestätigten, dass der Weg frei sei, verbrachten die Steve Irwin und die Bob Barker viel Zeit damit, sich durch breite Treibeisfelder zu kämpfen.

Als sich beide Schiffe aus den Treibeisfeldern befreit hatten und immer noch von den Harpunenschiffen verfolgt wurden, hatte die Nisshin Maru bereits aufgetankt. Dies war der größte Misserfolg unserer diesjährigen Kampagne.

Am 30. Januar nahm die Bob Barker die Suche nach der Nisshin Maru wieder auf und griff die Yushin Maru Nr. 3 am nächsten Tag an, um sie abzubremsen und abzuschütteln. Die Steve Irwin fuhr nach Neuseeland zurück und wurde dabei von der Yushin Maru Nr. 2 verfolgt.

DIE SITUATION IM FEBRUAR

Die Gojira ist wieder im Südpolarmeer und wird erneut mit der Suche nach der Nisshin Maru beginnen. Die Bob Barker wird weiterhin die Nisshin Maru verfolgen und gleichzeitig das Harpunenschiff Yushin Maru Nr. 3 in Konfrontationen verwickeln. Die Yushin Maru Nr. 2 wird einige Tage benötigen, um zur Nisshin Maru zurückzukehren und die Gojira wird das Fabrikschiff bis dahin hoffentlich ausfindig gemacht haben.

Die Steve Irwin wird in Wellington auftanken und sollte bis Mitte Februar mit frischem Proviant für die Mannschaften der Bob Barker und der Gojira wieder im antarktischen Walschutzgebiet sein.

Die Steve Irwin wird ausreichend Treibstoffvorräte haben, um bis zum Ende der Walfangsaison gegen Ende März im Südpolarmeer zu bleiben. Die Bob Barker kann mit ihrem viel größeren Tankvolumen ebenfalls bis Ende März dort bleiben. Die Gojira kann bei der Bob Barker und der Steve Irwin auftanken und auch bis Ende März vor Ort sein.

Der Januar war für Sea Shepherd ein großartiger Monat. Unser Ziel ist es, weiterhin einzuschreiten, damit der Februar genauso erfolgreich wird. Zumindest ein Harpunenboot wird weiterhin von der Jagd abgehalten, da es die Bob Barker verfolgt. Das zweite Harpunenschiff benötigt drei bis vier Tage, um zur Nisshin Maru zurückzukehren. Die Gojira sollte die Nisshin Maru bald finden und wird dann in der Lage sein, die Bob Barker zum Fabrikschiff zu führen. Die Steve Irwin wird ihren Verfolger loswerden, bevor sie Neuseeland erreicht und ohne Beschattung ins Walschutzgebiet zurückkehren.

Die japanische Walfangflotte wird für die japanische Fischereibehörde zu einem immer größeren Ärgernis. Die Walfänger fordern mehr Subventionen als Ausgleich für ihre Unfähigkeit, ihre Fangquoten zu erfüllen. Die japanische Wirtschaft ist offenbar instabil und die Walfangindustrie hat durch Korruptionsanschuldigungen mit Bestechung und Unterschlagung großen Anstoß erregt.

Dies könnte die letzte Saison der Sea Shepherd-Flotte im Südpolarmeer sein. Wir hoffen, dass dies der Fall ist, werden nächstes Jahr jedoch wieder hier in der Antarktis auf sie warten, für den Fall, dass die japanischen Walfänger im Dezember 2011 zurückkehren sollten.

Wir werden diese Wilderer aus dem antarktischen Walschutzgebiet vertreiben, indem wir sie wirtschaftlich versenken.

Das Blatt hat sich gegen sie gewendet und wenn wir Ende dieses Jahres zurückkehren, werden wir wieder etwas stärker geworden sein, so wie jedes Jahr seit 2002 als wir unsere Kampagnen begannen. Wir haben unsere finanziellen Mittel steigern können, haben unsere Fähigkeiten ausgefeilt und durch unseren Erfahrungen gelernt.

Wenn wir die japanischen Wilderer erfolgreich aus dem Südpolarmeer vertrieben haben, wird unser Ziel das antarktische Walschutzgebiet zu einem echten Walschutzgebiet zu machen, erreicht sein.

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