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29. Januar 2011: REPORT VON KAPITÄN PAUL WATSON

Es ist schwer, die See- und Wetterbedingungen, sowie die Hindernisse zu beschreiben, denen wir bei unserer Verfolgung der japanischen Walfangflotte täglich ausgesetzt sind. Die Weite des Südpolarmeers ist phantastisch. Die Unberechenbarkeit des Wetters bietet immer wieder Überraschungen und das Eis, naja, das Eis ist sogar noch weniger berechenbar als das Wetter.

Diesen Morgen fanden wir uns von großen Eisschollen umringt und dass an einem Ort, an dem es den Eiskarten zufolge überhaupt keine Eisschollen geben dürfte. Meilen entfernt wurde auch die Bob Barker durch eine Eisbarriere behindert. Und wieder fährt die Nisshin Maru frei herum. Zwar keine Wale fangend, aber außerhalb unserer Sichtweite, und ein weiteres Mal geben wir uns alle Mühe, sie zur Strecke zu bringen. Glücklicherweise wird die Gojira in wenigen Tagen wieder zur Stelle sein und frei sein, als Kundschafter-Schiff die Waljäger ohne einen Verfolger zu suchen.

Die Steve Irwin muß an Land zurückkehren um aufzutanken. Wir haben das länger aufgeschoben, als wir es hätten tun sollen und mit ausgehenden Treibstoffvorräten im Eis festzustecken ist nicht angenehm. Wir haben immer noch die Yushin Maru Nr. 2 an unserm Heck kleben.

Die Bob Barker hat auch einen Verfolger, der unsere Annäherung an die Nisshin Maru verhindert, weil diese Verfolger schlichtweg unsere Koordinaten an das Fabrikschiff übermitteln, um es ihm zu ermöglichen, uns ständig auszuweichen.

Der Helikopter Nancy Burnet bringt uns einen Vorteil, aber nur, wenn er fliegen kann. Die Wetterbedingungen hindern uns über 50% der Zeit am Fliegen. Alles in Allem ist das eine respektable Herausforderung, doch bisher war diese Saison ein unglaublicher Erfolg.

Während einem Monat der Verfolgung der Walfangflotte haben wir das Fabrikschiff über 4.000 Meilen auf der Flucht gehalten. Am allerwichtigsten, wir haben zwei von drei Harpunenbooten für 30 Tage vom Walfang abgehalten. Das dritte Walfangschiff wurde mindestens 50 Prozent dieser 30 Tage vom Walfang abgehalten, während es auf der Flucht war und mit den ihm zugeordneten Späherschiffen zusammenarbeitete, wobei es zur gegenseitigen Unterstützung ständig hin und her fuhr und dabei jedes Mal hunderte von Meilen an Treibstoff verschwendete.

Wir schätzen, dass wir in diesem Monat die Walfangarbeiten um 75 Prozent eindämmen konnten, eventuell mehr. Wir haben noch zwei weitere Monate durchzustehen.

Nachdem die Gojira wieder bei der Arbeit ist, wird die Suche nach der Nisshin Maru fortgesetzt und wenn wir sie erst wieder lokalisiert haben, wird die Bob Barker ihr wieder zu Leibe rücken. Zwischenzeitlich wird die Steve Irwin aufgetankt und mit frischen Vorräten für alle drei Schiffe zurückkehren. Bis spätestens Mitte Februar werden alle drei Schiffe bis zum Ende der Walfangsaison wieder auf der Jagd sein.

Wenn wir nur ein weiteres Schiff hier unten hätten, könnte das dritte Harpunenboot komplett von der Arbeit abgehalten werden. Aber wir müssen mit der Situation und den Ressourcen umgehen, die wir momentan haben und wir tun nach unseren Möglichkeiten das Beste.

Um uns zu entkommen hat die Nisshin Maru sogar einige verzweifelte und gefährliche Manöver durch dickes Eis unternommen. Wir konnten ihr nicht folgen ohne unserem Schiff ernsthaften Schaden zuzufügen und darum fahren wir fort, sie zu verfolgen, ihnen in die Hacken zu beißen und sie in Bewegung zu halten in dem Wissen, dass sie ständig über ihre Schulter zurückblicken, um zu entdecken, ob ihnen nicht gleich ein schwarzes Schiff zu Leibe rückt.

Die Jäger sind zu den Gejagten geworden und unsere Jagd auf die Walschlächter geht weiter bis die Wilderer ihren Bug nordwärts nach Japan richten und mit ihrer kümmerlichen, blutbesudelten und unprofitablen Fracht nach Hause zurückkehren.

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