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ozeaneZum Tag des Meeres ein Kommentar von Captain Paul Watson

Es gibt fünf Wasserquellen, die den Ozean und das Lebenserhaltungssystem unseres urzeitlichen Raumschiffes Erde speisen.

Die erste und für uns nächstliegende Quelle ist natürlich unser Ozean selbst. Er setzt sich aus mehreren verschiedenen Regionen zusammen, dem Pazifischen, Atlantischen, Indischen, Arktischen und Antarktischen Ozean. Tatsächlich sind diese Gewässer jedoch alle miteinander verbunden und kreieren so einen einzigen gemeinsamen, großen Ozean. Er enthält ungefähr 98 Prozent des Wassers auf unserem Planeten. Zwar ist es als Salzwasser nicht trinkbar, gleichwohl jedoch essentiell für unser Überleben.

Die verbleibenden vier Wasserquellen bestehen aus Süßwasser und ergeben zusammen nur rund zwei Prozent des Wassers der Erde.

Die zweitgrößte Wasserquelle hat feste Form und setzt sich hauptsächlich aus dem Eis der nördlichen und südlichen Polargebiete sowie der Gebirgsgletscher zusammen. Ungefähr 1,6 Prozent des Süßwassers der Erde ist in Eis gebunden.

Die drittgrößte Wasserquelle befindet sich unterhalb der ersten und der zweiten, nämlich unterhalb des Landes und der Meere. Sie fließt durch Gestein und Erde und ist das, was wir gewöhnlich als Grundwasser bezeichnen. Diese Wasserquelle macht 0,36 Prozent aus, und hat damit den gleichen Prozentsatz, der in allen Süßwasserseen, Flüssen und Bächen der Welt enthalten ist.

Die vierte Wasserquelle liegt über der ersten und hüllt unseren ganzen Planeten ein. Es ist unsere Atmosphäre, die eine beträchtliche Menge Wasser enthält, was aber insgesamt nur einen Anteil von 0,001 Prozent des Wassers auf der Erde ausmacht.

Die fünfte Wasserquelle ist jene, die durch die Körper der Pflanzen und Tiere strömt. Wir können sie vielleicht das „Bio-Meer" nennen. Es füllt jede einzelne Zelle aller Pflanzen und Tiere auf der Erde und bildet das kleinste Wasserdepot (0,0001 Prozent) von allen.

Diesen unterschiedlichen Ursprüngen ist gemeinsam, dass sie aus Wasser bestehen, und Wasser stellt gleichsam das Lebensblut der Erde dar. Es ist die Substanz, welche Nährstoffe transportiert und Abfallstoffe entfernt. Es zirkuliert immerwährend um den Globus in einem unendlichen Wiederaufbereitungsprozess, der von der Sonne angetrieben wird.

Wasser ist die ausschlaggebende Substanz für das Leben. Ohne Wasser wäre unsere Welt ein toter Planet. Man kann nicht sagen, dass wir nur neben den Meeren leben, wir leben in ihnen, ja wir sind selbst ein Teil des Ozeans.

Die Erde ist eine Welt der Meere, und Wasser fließt über uns, unter uns, in uns und durch uns. Unser Körper besteht wenigstens zu 60 Prozent aus Wasser.

In dem Film „Avatar" von James Cameron ist die Pandora genannte Welt ein Planet, auf dem alle Dinge durch eine Lebenskraft miteinander verbunden sind. Und genauso ist es auch auf der Erde: Sie ist ein lebender Planet, auf dem alle lebenden Wesen – Pflanzen wie Tiere – Teil des gleichen Kreislaufes sind.

Das Wasser strömt in uns hinein und aus uns heraus, von Menschen zu Bäumen, von Bäumen zu Fischen, von Fischen zu Vögeln, von Vögeln zum Gras, vom Gras zu Elefanten, von Elefanten zu Bakterien, von Bakterien zu Menschen.

Das Glas Wasser, das du gerade trinkst, könnte vor ein paar Tagen in der Erde gewesen sein oder vor einem Monat im Körper eines Fisches oder – geht man ein ganzes Jahr zurück – in einem Baum gewesen sein. Es könnte sogar mal im Urin eines Tyrannosaurus Rex ausgeschieden worden sein. Wasser ist eine alterslose Substanz, zwei einfache Moleküle Wasserstoff und ein Molekül Sauerstoff. Jedoch hat es ein physikalisches Potenzial, das man fast lebendig nennen könnte. Es besitzt sogar ein Gedächtnis, und es ist die einzige Substanz, die in fester Form leichter ist als in flüssiger Form. Allein durch diese erstaunliche Tatsache ist Leben erst möglich. Wäre dem nicht so, würden die Meere von der Oberfläche bis zum Boden zufrieren.

Das gewaltige geschlossene Kreislaufsystem umfasst wirklich alles auf diesem Planeten. Es wird kontinuierlich wiederaufbereitet, entfernt Gifte und verteilt Nährstoffe. Flüsse sind gleichsam Arterien, Bäche und kleine Rinnsale Venen und Kapillaren. Flussmündungen sind wie Nieren, Sumpfgebiete wie die Leber und mit der Sonne als Herz wird das Süßwasser, das wir brauchen, angesaugt und zu uns gepumpt und gleichzeitig noch entsalzt. Sogar das Blut in unserem Körper enthält immer noch denselben Prozentsatz an Salz, wie er in den Meeren zur Zeit der Entstehung des Lebens herrschte.

Wasser ist Leben. Es ist sogar mehr als nur Leben, es ist unser aller Leben, denn wir bestehen daraus. Wenn es kein Wasser gäbe, könnten weder wir existieren, noch wäre unser Planet ein lebender Planet.

Was ich daran am faszinierendsten finde, ist die Erkenntnis, dass dieses Blut der Erde – das Wasser, das unseren ozeanischen Planeten ausmacht – jeden Einzelnen von uns mit jedem anderen lebenden Wesen der Erde – Pflanze oder Tier – auf engste Weise verbindet.

Wir alle zusammen bilden den Ozean und der Ozean besteht aus uns. Es gibt keine Trennung von diesem Gesamtsystem, sondern nur ein Fließen des gemeinsamen Blutes, das durch uns alle strömt.

Das Meer und wir sind eins!
waark4


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