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23. Januar 2011: Heute ist der 54. Tag von Operation No Compromise und der 25. Tag seitdem Sea Shepherd die japanische Walfangflotte abgefangen hat. Ungefähr die Hälfte der Kampagne liegt hinter uns, und es sind noch zirka 54 Tage bis der antarktische Winter beginnt und die Walfänger zwangsläufig aus dem antarktischen Walschutzgebiet verschwinden. Dann wird auch eine weitere Saison des Abschlachtens enden… und hoffentlich wird es die letzte sein.


Trotz der Tatsache, dass dies das erfolgreichste Jahr für die Mission von Sea Shepherd werden wird und die Fangquoten niedriger als je zuvor sein werden, bleibt es Fakt, dass dies eine sehr schwierige und aufwändige Kampagne ist, die in einem Gebiet von über hunderttausenden von Quadratmeilen, unter widrigen Wetterbedingungen inmitten von Eisbergen und Eisschollen stattfindet. Sie beinhaltet das Koordinieren von drei Schiffen, einem Hubschrauber und 88 Besatzungsmitgliedern. Außerdem erfordert sie vielschichtige logistische Maßnahmen, wie Auftanken, Verpflegung, Reparaturen, Luft- und Eiserkundungen, Kommunikation und viele andere Einzelheiten.

Es ist immer eine schwierige Aufgabe und nicht ganz so einfach, wie es sich viele unserer Kritiker scheinbar vorstellen. Unsere Kampagnen sind in jeglicher Hinsicht riesige Antarktis-Expeditionen. In Bezug auf die Mannschaften, Schiffe und Ausrüstung sind sie gewaltiger als jede der berühmten Expeditionen von Shackleton, Scott oder Amundsen, welche vor fast einem Jahrhundert durchgeführt wurden.

Das Beste dieser Kampagne ist die Tatsache, dass wir die japanische Walfangflotte ausfindig machen konnten, bevor sie einen einzigen Wal tötete. Wir waren in der Lage das Tankschiff Sun Laurel abzufangen und den Transfer von Vorräten sowie Treibstoff auf die Nisshin Maru und den Rest der Walfangflotte zu verhindern. Am wichtigsten ist aber, dass wir zwei der drei Harpunenschiffe völlig vom Walfang abgehalten haben, während sich das dritte weiterhin bei der Nisshin Maru aufhält.

Während der letzten 24 Tage haben wir die Walfangflotte über 4000 Meilen verfolgt. Ob Wale getötet werden? Möglicherweise, aber nicht viele.

Die Nisshin Maru haben wir noch nicht ausfindig gemacht, aber vor Februar einer jeden Kampagne schaffen wir das normalerweise nicht. Letztes Jahr haben wir das Fabrikschiff bis fast Mitte Februar nicht finden können, und trotzdem waren wir in der Lage mehr Wale zu retten, als die Walfänger töten konnten.

Wie bei jedem Konflikt in einer abgelegenen Gegend, gehen auch Dinge schief. Ich musste die Gojira wegen einiger Kleinreparaturen an den neuen Dieselmotoren, die wir im November 2010 eingebaut hatten, zurück nach Hobart schicken. Die Gojira wird jedoch wieder in die Antarktis zurückkehren können, bevor die Steve Irwin zum Auftanken zurückfahren muss. Die Bob Barker verfügt über ausreichend Treibstoffreserven, um bis in den März hinein bei der Flotte bleiben zu können. Bis dahin wird die Steve Irwin mit neuen Treibstoffvorräten zurückkehren und Sea Shepherds Aktivitäten gegen die Flotte bis zum Ende der Walfangsaison weiterführen.

Der Beweis unseres diesjährigen Erfolges wird irgendwann im April erbracht werden, wenn die japanische Walfangflotte ihre endgültigen Tötungsstatistiken veröffentlicht. Die Zahlen sollten niedriger als in den Vorjahren sein. Da zwei der drei Harpunenschiffe keine Wale töten können und das dritte flüchtet, ist ihre Effizienz und Produktivität als wirtschaftliches Unternehmen stark eingeschränkt. Die Walfangsaison 2010/2011 wird für die japanische Flotte eine finanzielle Katastrophe werden.

Dieses Jahr verspätete sich die Walfangflotte bei der Ankunft im antarktischen Walschutzgebiet bereits um drei Wochen. Sie ist mit nur vier Schiffen gekommen, dem Fabrikschiff und drei Harpunenschiffen. Letztes Jahr waren es dagegen insgesamt sieben Schiffe. Sea Shepherd ist dieses Jahr jedoch stärker als je zuvor und mit drei Schiffen und einem schnelleren Hubschrauber mit größerer Reichweite zurückgekehrt.

Ich hoffe, dass die Operation No Compromise die letzte Sea Shepherd-Kampagne im Südpolarmeer sein wird. Doch wenn die japanische Flotte diesen Dezember wirklich zurückkehrt, werden wir wieder hier unten sein, um sie zu empfangen. Sea Shepherd wird sich nicht eher zurückziehen bis das antarktische Walschutzgebiet anerkannt wird und nicht nur von der Bezeichnung her, sondern auch tatsächlich ein Schutzgebiet ist.

Zusätzlich zum Erfolg unserer Kampagne im Südpolarmeer konnten wir auch bei der Öffentlichkeitsarbeit einige Siege erringen, nämlich durch die Veröffentlichung von Wikileaks. Sie enthüllte, dass Japan Sea Shepherd als ihr Hauptproblem bei der Förderung ihres Walfangprogramms ansieht. Wikileaks bestätigte auch, dass die Schikanierung durch die amerikanische und australische Regierung auf Japans Ersuchen Wirklichkeit war und immer noch ist und kein Verfolgungswahn von Sea Shepherd.

Der Artikel mit dem Titel Japan's Walfangflotte auf der Flucht - vor kurzem im Sydney Morning Herald erschienen – ist ein Anzeichen für das positive Medienecho, das wir in Australien hervorrufen.

Die diesjährige Kampagne im Südpolarmeer kostete die vielen engagierten Freiwilligen sehr viel Mühe und Zeit. Bis jetzt haben 88 Besatzungsmitglieder aus 22 verschiedenen Ländern an Bord unserer Schiffe an der Kampagne teilgenommen. Weitere Besatzungsmitglieder werden zu unserer Flotte hinzustoßen, wenn die Steve Irwin im Februar auftankt. Die Freiwilligen an Land in den australischen Häfen und Städten weltweit ermöglichten uns genügend Spenden aufzubringen, um unsere Schiffe zu reparieren, die Gojira, Treibstoff und Vorräte für unsere Schiffe zu kaufen und unsere Hafen- und Kommunikationsgebühren für diese Kampagne abzudecken. Das was wir machen, können wir nur durch unsere leidenschaftlichen Freiwilligen an Land und auf See und durch eine zuverlässige und treue Unterstützergemeinschaft auf der ganzen Welt tun.

Sea Shepherd hat ein Ziel: Wir wollen sämtliche Walfangaktivitäten im antarktischen Walschutzgebiet beenden. Wir sind hier, um die Integrität des Schutzgebietes zu verteidigen. Es ist ein einfaches und unkompliziertes Ziel und wir haben sehr einfache Verhaltensregeln. Wir haben keine Walfänger verletzt und werden dies nicht tun, auch wenn wir ihre Schiffe und ihre Geräte blockieren. Bei der Verfolgung dieses Zieles werden wir keine internationalen Gesetze brechen. Sea Shepherd wurde noch nie wegen irgendeines Verstoßes bezüglich der Behinderung und Störung dieser Walfangoperationen angeklagt oder gemaßregelt. Zu guter letzt werden wir in Bezug auf unser Ziel keine Kompromisse eingehen und jeglichen Walfang ablehnen, egal von wem und wann er im Schutzgebiet durchgeführt wird.

In Bezug auf das Argument, dass unsere Bemühungen den japanischen Widerstand gegen die Beendigung des Walfangs verstärken, können wir nur daran erinnern, dass die Alternative darin besteht, uns dem Willen der Walfänger zu beugen und das werden wir einfach nicht tun. Das gleiche Argument wurde während der Bemühungen, die Apartheid in Südafrika abzuschaffen geäußert. Der Widerstand des südafrikanischen Regimes hat sich zwar wirklich verstärkt, brach unter dem Gewicht der internationalen öffentlichen Meinung aber schließlich zusammen.

Sea Shepherds Strategie besteht darin, den Walfängern finanzielle Verluste zuzufügen. Unser Ziel ist es, die japanische Walfangflotte wirtschaftlich zu versenken, sie bankrott zu machen und zur Geschäftsaufgabe zu bringen.

Die Tage hier unten in der Antarktis sind im wahrsten Sinne des Wortes lang. Die Entfernungen, die wir bereits auf See zurückgelegt haben, sind riesig und die Gefahren durch Wetter und Eis sind sehr real und immer nahe.

Doch die Moral der Mannschaft wächst mit jedem Tag, an dem wir die Walfänger vom Walfang abhalten. Jeder Tag beschert uns Beobachtungen von Walen, die von den grausamen Harpunen unbehelligt sind und uns täglich daran erinnern, warum wir hier sind und wen wir vertreten. Heute haben wir eine Schwertwal-Schule gesehen, aber seit unserer Ankunft im antarktischen Walschutzgebiet begleiteten uns zur unserer Freude Buckel-, Zwerg-, Fin, Blau-, Grind- und Pottwale.

Diese Wale sind unsere Auftraggeber und sie sind der Grund, warum wir jedes Jahr vier Monate lang hier her kommen. Wir sind hier, um ihre Interessen zu vertreten. Sie sind unsere Auftraggeber und unser Ziel ist es, den abscheulichen Walfang im antarktischen Walschutzgebiet ein für allemal zu beseitigen. Wir werden dieses Ziel erreichen, egal wie lange es auch dauern mag oder wie gefährlich es werden wird – wir werden den Walfang im antarktischen Walschutzgebiet beenden!

UPDATE: NISSHIN MARU FOUND!

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