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Schauspieler und Aktivist Ross McCall an Bord von Sea Shepherds BRIGITTE BARDOT auf den Färöern im Jahre 201524. Juni 2016: Der schottische Schauspieler Ross McCall veröffentlichte diese Woche seine
22-minütige Kurzdokumentation auf Youtube, die über seine Erlebnisse auf den Färöern berichtet.
Der Schauspieler war letztes Jahr an Bord der BRIGITTE BARDOT, um an Sea Shepherds
Grindwalschutz-Kampagne Operation Sleppid Grindini teilzunehmen.

Jedes Jahr findet auf den dänischen Färöer-Inseln das sogenannte „Grindadráp“ statt. Die dortigen Einwohner treiben mit Booten Grindwal- und Delfinschulen zu den Stränden, wo sie mithilfe von kurzen Lanzen, an denen sich am oberen Ende ein Griff befindet, brutal abgeschlachtet werden.

Die Färinger bestehen darauf, dass das Abschlachten eine kulturelle Tradition ist und nennen es liebevoll das „Grind“. Der Brauch existiert schon seit hunderten von Jahren, wodurch sie bereits ganze Familiengruppen von Delfinen und Walen auf einmal ausgelöscht haben. Das „Grindadráp“ kann man buchstäblich mit „Walmord“ übersetzen.

Sea Shepherd arbeitet schon seit 1983 daran, das Grind zu beenden. McCall – bekannt für seine Arbeit im Fernsehen bei „White Collar“, „24: Live Another Day“ oder auch „Band of Brothers“ – begleitete Sea Shepherd erstmals auf einer Mission zu den Färöern im Jahr 2014. Ein Jahr später reiste er mit Kameras im Gepäck dorthin zurück. Das Ergebnis ist ein beeindruckender 22-minütiger Film: „Das Grind auf den Färöer-Inseln“

In einem Essay, das diese Woche in der Huffington Post veröffentlicht wurde, schrieb McCall über seine Zeit auf den Färöern und veröffentlichte seinen Film auf der weltbekannten Blogging-Seite über einen eingebetteten Link.

„Vergewaltigung und Plünderei waren auch einmal Traditionen, genauso wie Sklaverei“, schrieb McCall in seinem Huffington Post Artikel. „Doch wir sind aufgewacht, erkannten die Wahrheit und tun das alles in unserer heutigen, zivilisierten Gesellschaft nicht mehr. Meine Vorväter haben Schafe gestohlen, Segelboote geklaut, und ich bin mir sicher, dass sie entsetzliche Verbrechen begangen haben, die damals in der Gesellschaft noch akzeptiert wurden. Dinge, die immer noch in unserer Erinnerung weiterleben, aber nicht mehr praktiziert werden. Mir ging es darum auszudrücken, dass wir uns ALLE im Laufe der Zeit verändern und anpassen.“

In der Blutbucht von Sandavágur auf den dänischen Färöer wurden 61 Grindwale abgeschlachtet. Foto: Mayk WendtSeit 1983 hat Sea Shepherd zehn Kampagnen auf den Färöern durchgeführt und so hunderte Wale und Delfine gerettet. Dafür mussten wir allerdings die Verhaftung von Freiwilligen und die Konfiszierung einiger unserer Kleinboote in Kauf nehmen.

Das Gesetz auf den Färöern besagt, dass es illegal ist, die Tötung der Wale zu stören oder eine Walschule zu sichten, diese jedoch nicht zu melden. Um ihr geliebtes Grind noch weiter vor Störungen von außen zu schützen, haben die Färinger dieses Jahr Gesetze beschlossen, die der Sea Shepherd Crew verbieten, ihre Gewässer zu befahren und Sea Shepherd T-Shirts an Land zu tragen.

Daraufhin kündigte Sea Shepherd diese Woche Operation Bloody Fjords an – eine neue Kampagne, die das Massaker an Grindwalen auf den Färöern ins Visier nimmt.

Über Jahre wurde das Blutvergießen dokumentiert. Ein Ziel von Operation Bloody Fjords ist das Auswählen dieser fotografischen Beweise und Videos, um gegen das Grind auf legalem, politischem, geschäftlichem und wirtschaftlichem Wege vorzugehen. Außerdem wird ein Dokumentarfilm in voller Länge produziert werden.

„Das Grind hat im 21. Jahrhundert nichts verloren“, bekräftigte auch Sea Shepherd-Gründer Paul Watson. „Traditionen und Kulturen, die Massaker und Grausamkeiten beinhalten, sollten nicht weiter toleriert werden. Das Grind ist eine ökologisch zerstörerische Praxis und extrem barbarisch. Sea Shepherd setzt unnachgiebig alles daran, diese abartige Tradition mithilfe von Aufklärung, Direkten Aktionen, wirtschaftlichem Druck und rechtlichen Mitteln auf den Müllhaufen der Geschichte zu befördern.“


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